PLAUEN - DIE SPITZENSTADT IM VOGTLAND



In dieser Radioreise nimmt Sie Alexander Tauscher mit nach Plauen. Freuen Sie sich auf  die Spitzenstadt im Vogtland, die wir aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Andrea Sachs läuft mit uns vom Tunnel vorbei am Nonnenturm zum Klostermarkt und weiter zum historischen Altmarkt mit dem Symbol der Stadt, dem Plauener Rathaus. Unterwegs stoßen wir auf die Neideiteln, ein Original dieser Stadt in Form einer Statue. Die historischen Weberhäuser erinnern uns an die Zeit der Gerber und Färber. Kerstin Rüffer vom Verein Unikat e.V. Weberhäuser Plauen erklärt uns, was hier gerade für Kinder geboten wird. An die Bedeutung der Textilindustrie für Plauen erinnert uns in der Fabrik der Fäden beim Rundgang Dr. Angelika Kober. Aus dem Zentrum der Stadt sind die Vater-Sohn-Figuren des Plauener Künstlers Erich Ohser nicht wegzudenken. Mehr über sein Leben erzählt uns Sarah Kühnel als Leiterin der Galerie e.o.plauenAm Wendedenkmal erzählt Frank Spranger, wie er den 7.10.1989 erlebt hatte, als hier in Plauen die DDR-Staatsmacht zum ersten Mal vor den Demonstranten einknicken musste. Der Protest der Vogtländer gegen das SED-Regime wäre nicht möglich gewesen, wenn sie nicht über den RIAS freie Informationen aus dem Westen bekommen hätten. Zum 80. Geburtstag des einstigen Rundfunks im amerikanischen Sektor Berlins haben wir die Erinnerungsparty im Vereinsheim des Ersten F.C. Wacker in der Plauener Ostvorstadt besucht. Hier sprachen wir mit Organisator Karsten Repert aus Plauen und dem RIAS-Fan Jürgen Stader aus Hof auch über die besondere Beziehung der beiden Städte. In einer separaten Sendung werden wir dieses Thema noch einmal näher beleuchten. Kulinarisch beleuchten wir die traditionelle vogtländische Küche mit Sauerbraten und Bambes im ältesten Gasthaus von Plauen, in der Matsch. Chefkoch Denny Buchta aus Berlin und Restaurantleiterin Nicole Floss erzählen über ein Haus, das direkt am letzten verbliebenen Abschnitt der mittelalterlichen Stadtmauer liegt. Viel Spaß in Plauen! 


Wir besuchen heute eine Stadt, deren Geschichte 900 Jahre zurückreicht.  Sie reicht von den Vögten, über die Spitze und Erich Ohser bis zur Friedlichen Revolution der DDR im Wendeherbst des Jahres 1989. 


Der Name Vogtland rührt von Vögten her. Das waren einst die Stellvertreter der Feudalherren. Sie standen an der Spitze von Verwaltungen und sprachen Recht.  Viele Denkmäler weisen noch heute Spuren aus der Zeit der Vögte auf. Die Vogtländer sind ein kleines stolzes Volk mit einer besonderen Mentalität. Manche sagen, sie seien zänkisch.  Wie man das wirklich zu sehen hat, erklärt uns Plauen-Stadtführerin Andrea Sachs bei dem Rundgang, den wir am Wende-Denkmal beginnen. 


Wir kommen später zu diesem historischen Ort zurück und sprechen mit einem Zeitzeugen jener bewegten Tage. Im Radioreise-Podcast erfahren Sie von Andrea Sachs, warum man in Plauen vom Tunnel spricht, obwohl keiner zu sehen ist und warum es einen Nonnenturm gibt, obwohl es keine Nonnen gab. Wir laufen über den Klostermarkt....


...und erreichen diese besondere Statue einer recht redseligen Vogtländerin. 


Auf dem Stadtrundgang mit Andrea Sachs gibt es viele Orte, die wir nur kurz streifen können.  Die mehr als 300 Jahre alte Lutherkirche gehört zu ältesten barocken Zentralkirchen in Sachsen. Das im neoklassizistischen Stil gebaute Vogtlandkonservatorium befindet sich gegenüber des Vogtlandtheaters. Es ist eine vielseitige Bühne für Ballett, Schauspiel, Konzert und Musiktheater.


Das Alte Rathaus am Altmarkt ist das Wahrzeichen der Stadt. Im Jahr 1382 wurde das Stadtgebäude zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Das heutige Aussehen erhielt das alte Rathaus Plauen nach dem großen Stadtbrand im Jahr 1548.


Der Altmarkt in Plauen blickt auf eine lange Tradition zurück. Bereits seit dem 19. Jahrhundert ist der zentral gelegene Platz neben dem historischen Rathaus das pulsierende Herz der Stadt. Als ursprünglicher "Markt" erhielt er seinen heutigen Namen, um ihn vom später angelegten Klostermarkt zu unterscheiden. Heute ist der Altmarkt nicht nur ein beliebter Treffpunkt, sondern auch ein Ort für vielfältige Veranstaltungen und Themenmärkte.


Die Weberhäuser aus dem 17. Jahrhundert sind eine der ältesten Häuserzeilen von Plauen. In diesem wildromantischen Stadtquartier am Mühlgraben siedelten sich einst die Färber und Gerber an.


Äußerlich betrachtet ist die Zeit hier stehengeblieben. Und doch ist es gerade in den kleinen Häusern recht lebendig.


In den historischen Mauern bietet der Verein Unikat e.V. Kindern die Möglichkeit, Handwerk selbst zu probieren.  Es werden zahlreiche Kurse zum Beispiel im Töpfern, Filzen oder in der Holzbearbeitung sowie in der Textil-Gestaltung angeboten. Kerstin Rüffer vom Verein Unikat e.V. Weberhäuser Plauen erklärt es uns im Radioreise-Interview.  


Das Vogtland blickt auf eine lange Tradition der Stickerei zurück. Die Spitze war Ende des 19. Jahrhunderts der Auslöser für den rasanten Aufstieg Plauens. 


Bei der Weltausstellung im Jahr 1900 in Paris erhielt die so genannte "Plauener Musterung" den Grand Prix. 


Diese Geschichte roll die Fabrik der Fäden auf. Dr. Angelika Kober ist Führerin durch das Museum. 


Sie erfahren im Gespräch auch, wie die DDR die Mangelwirtschaft mithilfe der Exquisit-Geschäfte managte. 


Durch eine Symbiose aus denkmalgeschützter, historischer ­Bausubstanz und modernster Ausstellungsgestaltung erfahren und erleben Besucher ­viel Wissenswertes über die Hintergründe der vogtländischen Textilindustrie. Multi­mediastationen laden zum Ausprobieren, Entdecken und Lernen ein.


Neben der Fabrik der Fäden kann man in der Schau Stickerei in Plauen mehr über die Geschichte der Textil- und Spitzenindustrie im Vogtland erfahren.


Zwei Buchstaben tauchen vor dem Wort Plauen immer wieder auf e.o. Plauen – sie stehen für einen bedeutenden Sohn dieser Stadt. Der Zeichner und Karikaturist Erich Ohser hat sich besonders mit den Vater und Sohn-Geschichten weltweit einen Namen gemacht.  Der schnauzbärtige Vater und sein schelmischer Sohn bringen Alt und Jung heute noch zum Schmunzeln. Sie schlängeln sich entlang der Bahnhofstraße bis Tunnel und dann weiter bis zur Galerie e.o.plauen. Denn in Plauen hatte Erich Ohser seine Kindheit und Jugend verbracht, später das Pseudonym e.o.plauen Plauen gewählt. 


Sein vielseitiges Gesamtkunstwerk ist in der Galerie e.o.plauen-Kunstmuseum Erich Ohser im selbigen Haus zu sehen.


Wir sprachen mit Galerie-Leiterin Sarah Kühnel. 


Die Vater-Sohn-Geschichten erinnern an den Film und den alten Schlager, in dem es hieß: 

"Wenn der Vater mit dem Sohne einmal ausgeht. Und dann keiner gern nach Haus geht. Dann erleben sie unterwegs die dollsten Sachen. Mal zum Weinen - mal zum Lachen."  


Die Galerie e.o. Plauen befindet sich weniger als eine halbe Gehminute vom Vogtlandmuseum entfernt. 


In dieser Radioreise schlagen wir kurz ein wichtiges Kapitel deutscher Rundfunk-Geschichte auf. Dieses Thema werden wir in einer separaten Sendung noch breiter ausrollen. Die vier magischen Buchstaben RIAS haben nicht nur eine Generation in Plauen geprägt. 


Damit gehen wir zurück in die Zeit der deutschen Teilung, als Westmedien eine wichtige Funktion hatten, den DDR-Bürgern freie Informationen zu liefern. Der Rundfunk im amerikanischen Sektor Berlins, der RIAS, hatte im oberfränkischen Hof mehrere Frequenzen. 


So konnte man im Süden der DDR, also auch im Vogtland, auf UKW beide RIAS-Programme in bester Qualität hören.


Der Sender strahlte auch in das Kinderzimmer von Alexander Tauscher in Karl-Marx-Stadt, wo er als Kind und Jugendlicher leidenschaftlich RIAS hörte. 


In Plauen traf Alex eingeschworene RIAS-Fans bei einem Fest anlässlich des 80. Jahrestages der Gründung des Senders, der schon längst Geschichte ist, aber in den Herzen so vieler Menschen weiterlebt. 


In der Plauener Ostvorstadt, auf dem Gelände des Ersten F.C. Wacker trafen wir die beiden Organisatoren aus einst Ost und West. Wir sprachen mit Karsten Repert, aus Plauen stammend, und mit Jürgen Stader aus Hof. 


Für die Sondersendung der Radioreise zum 80. Geburtstag hat Alexander Tauscher in Berlin die rias1-Ikone Horst Wendt in dessen Wohnung interviewt. 


Und in Plauen sprach er mit dem einstigen rias2-Treffpunkt-Moderator Gerd Kothy. 


Die Radioreise bleibt die freie Stimme der freien Reisewelt!  


Der RIAS war die akustische Brücke von West nach Ost. Er war einer der Impulsgeber dafür, dass sich die Menschen in der DDR im Herbst 1989 die Freiheit erkämpften. Plauen war nicht nur ein wichtiger, es war der erste Ort der friedlichen Revolution. Am 7. Oktober 89 erlebte die Friedliche Revolution in Plauen ihren Auftakt – bei der ersten Großdemonstration in der DDR, die von den Sicherheitskräften nicht mehr aufgelöst werden konnte.  


Bis zu 20.000 friedliche Demonstranten - das waren mehr als ein Viertel der damaligen Stadtbevölkerung standen einem massiven Aufgebot von Polizei und Kampfgruppen gegenüber.  Frank Spranger war einer der Demonstranten, den wir vor dem Wende-Denkmal in Plauen ausführlich befragten. Er erinnerte an die bewegenden Stunden eines historischen Abends.  


Das Wende-Denkmal hat die Form einer Kerze. Sie besteht aus einer von innen beleuteten Acryl-Stele und wird umschlossen von einem dreiteiligen Bronzemantel. Diese Kerze steht für die Hoffnung der Menschen, die damals selbst Kerzen zum Zeichen ihres friedlichen Protests sowie Ihrer Hoffnung auf Veränderung.

Auch die Kulinarik soll in dieser Radioreise nicht zu kurz kommen. 

Für den Ausflug in die vogtländische Küche kehren wir zurück in die Altstadt von Plauen. 


Am letzten Stück der erhaltenen Mittelalter-Stadtmauer liegt ein Traditions-Lokal. Die Gastwirtschaft Matsch ist das älteste Gasthaus von Plauen. Sie besteht seit rund 500 Jahren. 


Nicole Floss führt das Restaurant. Sie zählt ein paar der (n)ostalgischen Gerichte wie Soljanka auf. Und mit Chefkoch Denny Buchta sprachen wir über vogtländische Spezialitäten wie zum Beispiel Bambes. 


Hier im Vogtland verlängern wir gerne den Urlaub. Eine andere Radioreise ist zwischen Plauen und Bad Elster unterwegs. 

https://www.radioreise.de/2022/10/vogtland-wo-die-natur-zur-sinfonie-wird.html


Aus dem schönen Freistaat Sachsen haben wir Sendungen aus Chemnitz....
https://www.radioreise.de/2025/01/europa-city-chemnitz-spannende-projekte.html
https://www.radioreise.de/2025/06/chemnitz-citylife-erlebnisse-rund-um.html
https://www.radioreise.de/2022/08/europaische-kulturhauptstadt-2025-chemnitz.html

https://www.radioreise.de/2022/06/chemnitz-ein-stadtrundgang-mit-vielen-persoenlichen-erinnerungen.html


...aus Dresden
https://www.radioreise.de/2017/10/stadtereise-nach-dresden.html

https://www.radioreise.de/2023/11/weihnachtliches-dresden-adventliche.html

https://www.radioreise.de/2021/04/dresdner-barockviertel-der-geheimtipp-im-weltbekannten-elbflorenz.html


...aus Leipzig
https://www.radioreise.de/2020/11/leipzig-die-pulsierende-messestadt.html

https://www.radioreise.de/2023/03/musikstadt-leipzig-von-bach-bis-zu-den-prinzen-die-akustische-notenspur.html


...aus dem Erzgebirge
https://www.radioreise.de/2018/05/erzgebirge-mit-schoner-mundart-durch.html

https://www.radioreise.de/2024/10/erzgebirgische-handwerkskunst-unterwegs.html

https://www.radioreise.de/2023/06/erlebnis-erzgebirge-expeditionen-in-tiefe-schaechte-und-zu-warmen-quellen.html
https://www.radioreise.de/2023/10/spielzeugdorf-seiffen-weihnachtliches.html


.... aus der Sächsischen Schweiz
https://www.radioreise.de/2020/01/sachsische-schweiz-ein-marchen-aus-stein.html

https://www.radioreise.de/2021/01/elbsandsteingebirge-das-naturjuwel.html
https://www.radioreise.de/2024/01/winterdorf-schmilka-eine-natur-und.html
https://www.radioreise.de/2021/04/pirna-die-canaletto-stadt-am-tor-zur-saechsischen-schweiz.html

...und aus dem Sächsischen Elbland
https://www.radioreise.de/2021/05/sachsischer-weinwanderweg-zwischen-radebeul-und-meissen.html

https://www.radioreise.de/2017/11/sachsisches-elbland.html

Auf ein Wiedersehen in Plauen!






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