ERZGEBIRGE - mit schöner Mundart durch eine liebliche Natur

ERZGEBIRGE - mit schöner Mundart durch eine liebliche Natur

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In dieser Radioreise nimmt Sie Alexander Tauscher mit ins Erzgebirge.

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Freuen Sie sich auf Wanderungen und Fahrten durch ein Gebirge, dass sich Deutschland und Tschechien teilen. Freuen Sie sich auf Mundart aus dem Süden Sachsens.


Seit einigen Jahren veranstaltet der Tourismusverband Erzgebirge geführte Rundwanderungen durch das wunderschöne Erzgebirge. Wir wandern mit - mit Rucksack und Radioreise-Mikrofon.


Vor den Toren von Chemnitz und Dresden beginnt das Erzgebirge zunächst als leichtes Hügel-Land. Weiter nach Süden werden die Berge höher und rauer. Die höheren Lagen ab etwa 500 Meter auf deutscher Seite gehören dem Naturpark-Erzgebirge-Vogtland an. Er ist mit 120 Kilometern in der Länge der größte Park dieser Art in Deutschland. Das Ost-Erzgebirge ist Landschaftsschutzgebiet. In den Kammlagen befinden sich mehrere größere, nur von Regenwasser gespeiste Hochmoore. Das Erzgebirge wurde seit seiner Besiedlung intensiv geformt und hat sich damit einer Kulturlandschaft entwickelt, dank Bergbau, Stau-Anlagen und Gräben. Vor allem aber ist das Erzgebirge ein beliebtes Wandergebiet, dass im Winter in den Hochlagen zum Wintersport einlädt.

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Wir starten unsere Wanderung im Herzen des Erzgebirges, in der Gemeinde Crottendorf. Jürgen Lange ist unser Wanderführer und zeigt uns im Radioreise-Podcast seine Heimat. Mit Musik in Mundart stimmen wir Sie in der Sendung immer wieder auf den Dialekt des Erzgebirges ein. So schicken zu Beginn zum Beispiel die Hutzenbossen viele Grüße aus dem "Arzgebirg".


Jedes Jahr laufen im Erzgebirge die Wanderwochen unter dem Titel „Echt Erzgebirge“ – auf Gipfel, durch Täler und idyllische Wälder. Es gibt pro Jahr drei dieser Wanderwochen. Sie finden im Januar, Mai und September statt, jeweils vom dritten Samstag bis zum vierten Sonntag im Monat. Bei diesen Wanderungen ist man zum Teil wie mit einer Großfamilie unterwegs. Davon können Sie sich bei uns in der Radioreise überzeugen, wenn unsere Wandergruppe bei der gemeinsamen Mittagspause singt. Dort treffen wir unter anderem Günter Wolf vom Erzgebirgsverein Crottendorf.


Günter Wolf spricht über Mundart im Erzgebirge, über Volkslieder und Volksdichter. Und der gemischte Chor der Wanderfreunde stimmt das nun schon legendäre Vogelbeer-Baum-Lied an.
Sie dürfen es in unserer Sendung auf keinen Fall verpassen. An diesem Baum sind früher mal die Royals entlanggelaufen...


In dieser Erzgebirgs-Radioreise bringen wir Duft ins Programm und lassen die Kerzen räuchern. Wir erleben ein Stück Tradition im Erzgebirge, die Räucherkerzen. Ob Weihrauch, Tanne, Orange oder Sandel – jeder Räucherkerzen-Hersteller hütet seine Rezeptur. Trotzdem sind die wichtigsten Zutaten der Duftkegel bekannt. Dies sind hochwertiger Holzkohlestaub, Bindemittel und Duftstoffe aus Kräutern, Harzen, Blüten, Wurzeln oder ätherischen Ölen. Vor allem zur Weihnachtszeit sind die Räucherkerzen nicht wegzudenken und gehören einfach zur Weihnachtszeit im Erzgebirge. Ein Räucherkarz`l mit Weihrauchduft erweckt das berühmte Räuchermannel oder Räucherhäusel zu Leben. Wir sprechen darüber mit Yvonne Dietze, sie ist die Leiterin der Gästebetreuung im Räucherkerzenland.


Das Erzgebirge ist auch ein Bierland, und das auf beiden Seiten der Grenze. Eine neue Bier-Route zeigt den Besuchern ein paar der vielen Brauereien und damit ein Stück der 800 jährigen Brau-Kultur. Ein kleines Stück im Erzgebirge darf sich als Suppenland bezeichnen. Es ist inzwischen eine Hommage an die Mutter aller Speisen, an die Suppe. Mehr darüber erfahren Sie im Radioreise-Gespräch mit Stefan Süß im Suppen-Museum von Neudorf. Es ist das erste seiner Art in Deutschland.


Die Bezeichnung Suppenland rührt von einer alten Sage her, der sogenannten „Katzenhans-Sage“. Sie besagt, dass um 1532 ein Einsiedler namens Katzenhans im Winter in das Dorf ging, um nach Nahrung zu betteln. Überall, wo man ihm Einlass gewährte, bekam er eine Suppe gereicht. Daraufhin soll er auf dem Weg in den Wald Bauchschmerzen bekommen und das Dorf verächtlich als „Suppendorf“ bezeichnet haben. Dies verbreitete sich in der gesamten Gegend und so trägt Neudorf bis heute den Spitznamen „Suppenland“.


Dieses Suppen-Museum ist gleichzeitig ein kleines, feines Geschichts-Museum. Denn der Besucher sieht hier Küchenzimmer von den 30-iger Jahren bis in die DDR-Zeit. Da kommen bei vielen Besuchern aus der Region Erinnerungen auf.





Die Suppe selbst kann gleich in der Nähe in der „Gaststub zur Bimmelbah“ gekostet werden. Hier gibt es auch die Siegersuppen, die in verschiedenen Jahrgängen bei der Kirmes im Suppenland gekürt wurden. Und Stefan Süß hat Alexander Tauscher zum traditionellen Suppentopf-Ziehen eingeladen, ein sportlicher Kampf, bei dem der Verlierer über den Tisch gezogen wird.


In Neudorf am Suppenmuseum steigen wir in den Zug und erleben Dampfeisenbahn-Romantik. Fans der kleinen Bimmelbahn können täglich auf der historischen Fichtelbergbahn durch das obere Erzgebirge fahren.


Seit weit mehr als einem Jahrhundert dampft und zischt die alte Dame zwischen Cranzahl und Oberwiesenthal.


1998 übernahm die neu gegründete BVO Bahn GmbH, seit 2007 Sächsische Dampfeisenbahn-Gesellschaft, die Strecke von der Deutschen Bahn.


An Sonn- und Feiertagen kann es auch recht voll werden. Das zeigt, wie beliebt diese Dampf-Eisenbahn ist. Eisenbahnfreunde übernachten auch sehr gern entlang der Strecke.


Wer hier arbeitet, der muss das mit vollem Herzen tun, denn der Job ist oft ein Kochenjob – wenn es ums Heizen, ums Rangieren geht.

Bild: Pixabay / Tourismusverband Erzgebirge
Uwe Schulze ist einer der Zugführer und bringt seine Leidenschaft für die gute alte Eisenbahn im Radioreise-Gespräch zum Ausdruck.


Mit der Bimmelbahn erreichen wir die höchstgelegene Stadt Deutschlands. Oberwiesenthal liegt am Fuss des 1215 Meter hohen Fichtelbergs. Die Grenzstadt war der große Wintersport-Ort der damaligen DDR und ist heute noch die Heimat großer Ski-Atheleten. Diese Olympiasieger trainieren oder wohnen hier. Als Urlauber hat man ganz gute Chancen, den einen oder anderen zu treffen. Auf jeden Fall treffen Sie die Stars in der Ausstellung „Gipfelstürmer. Ein Tal erobert die Welt“. Im "Wiesenthaler K3" werden Sie in den Bann des weißen Thales gezogen. Heike Hühnefeld führt uns akustische durch die Räume und spricht über die Stars von damals und heute.


In der Dauerausstellung des Museums wird die Entstehung und Entwicklung von Oberwiesenthal erläutert. Ein großer Bereich ist dem Wintersport gewidmet. Außerdem werden Originale des Künstlers William Bauer und des Erzgebirgssängers Anton Günther präsentiert.


In weniger als vier Minuten erreicht man mit der ältesten Schwebebahn Deutschlands von Oberwiesenthal den Fichtelberg und schwebt an der Skisprung-Schanze vorbei.


Der Fichtelberg als damals höchster Berg der DDR liegt nur anderthalb Kilometer von der Grenze nach Tschechien entfernt. Etwa 750 Meter südwestlich befindet sich als wenig markanter Nebengipfel des Fichtelbergs der Kleine Fichtelberg und etwa vier Kilometer südsüdöstlich der etwas höhere Keilberg in Tschechien. In den nassen Quellmulden und Hochmooren am Fichtelberg entspringen einige Bäche, so etwa die Zschopau. Das Fichtelberghaus bietet neben Imbiss und Restaurant auch einige Hotelbetten.


Wenn Sie in Oberwiesenthal die Serpentinen-Straße hoch fahren, erreichen Sie die Grenze nach Tschechien und gleich einen Kilometer unterhalb der Grenze den kleinen Ort Boží Dar (Gottesgab).
Der wohl traditionsreichste Gasthof ist das Hotel "Grünes Haus".


Wer in Böhmen isst, der sollte natürlich die guten Knödel testen...


Gottesgab gilt als die höchste Stadt in Tschechien. Hier liegt Anton Günther begraben, ein großer Dichter des Erzgebirges. Seine Texte und Lieder sind eng mit der Mundart dieser Region verbunden. In dieser Radioreise treffen wir immer wieder Menschen, die sein Erbe im Erzgebirge pflegen.


Bild: Torsten Bernauer aus Wikipedia
Nicht ganz so bekannt ist sicher Otto Peuschel aus Crottendorf, obwohl viele Lieder dieses Mundart-Dichters zum Repertoire erzgebirgischer Chöre und Gesangsgruppen. Aus seiner Feder stammen Lieder wie "Wenn's in Winter schneie tut" oder auch lokal bezogene Lieder wie "Mei Crut'ndorf" - ein musikalisches Denkmal für seine Gemeinde.




In der Radioreise stellen wir die wohl traditionsreichste Musikformation dieser Region vor: Die Crottendorfer Spatzen! Im Februar 1938 wurde die Heimatgruppe in Crottendorf durch den Musiklehrer und Organisten Walter Schwarz gegründet. In der Regel bestand die Musikgruppe aus 15 Frauen und Mädchen, die sich der Pflege von erzgebirgischem Liedgut in heimatlicher Mundart verschrieben hatten. Dabei griffen sie bekannte Titel unter anderem von Anton Günther oder Max Nacke auf. Sie interpretierten aber auch eigene Titel. In Rundfunk und Fernsehen hatten sie zu DDR-Zeiten viele Auftritte und waren aus manchen Shows gar nicht wegzudenken. Annerose Wiedmann singt schon seit mehr als 30 Jahren in diesem Ensemble. Die Radioreise traf sie in Crottendorf.


Mit am Interview-Tisch saß unser Stammhörer Torsten Bernauer, der viele alte Schallplatten der Crottendorfer Spatzen in mühevoller Arbeit digitalisiert hatte.


Die Musik der Crottendorfer Spatzen begleitet uns an vielen Stellen dieser Radioreise. Und in besonders geselligen Momenten gönnen wir uns einen edlen Tropfen eines Baumes, der hier sehr oft besungen wird...


Auf ein Wiedersehen im Erzgebirge!

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