RAURISERTAL - GESCHICHTEN VON GEIERN, GOLDGRÄBERN UND HENGSTEN
Wir besuchen in dieser Sendung eine der schönsten Wanderregionen Österreichs und vielleicht sogar einen Geheimtipp in den Alpen. Das Raurisertal ist das Tal mit mehr als 300 natürlichen Quellen, mit Bächen und Wasserfällen.
Das Raurisertal hat etliche Nebentäler, die jedes für sich Geschichten erzählen können. Ein paar der Täler stellen wir vor, wie zum Beispiel das Krumltal als Tal der Geier. Durch dieses Tal führt Hans Naglmeier als ehemaliger Nationalpark-Ranger heute Gäste auf seinen Wanderungen. Im Radioreise-Gespräch gibt uns Hans zunächst einen Überblick über die gesamte Region.
Steinadler, Gänsegeier und Bartgeier sind mit etwas Glück und mit Fernglas in freier Wildbahn bei Wanderungen zu beobachten. Zu verdanken ist das einem Projekt zur Wiederansiedelung der Bartgeier in den Alpen. Mitte der 1980iger Jahre waren hier die ersten Jungtiere in die Wildnis freigelassen worden. Auch Gämse, Murmeltiere und Steinwild kann man in freier Wildbahn beobachten. Wanderführer Hans Naglmeier erklärt uns im Radioreise-Podcast, wie das Tal den Namen Tal der Geier bekam. Die geführten Wanderungen sind mit der Raurisertal und Taxenbach Gästekarte oder der Nationalpark Sommercard kostenlos.
Die Greifvögel kann man Krumltal mit Glück auf Wanderungen sehen. Aber garantiert erlebt man in dieser Region auf der Greifvogelwarte Hochalm diese faszinierenden Vögel.
Im Sommerhalbjahr bietet Falkner Peter Krizan täglich zweimal eine packende Flugshow mit Adlern, Bussarden, großen Eulen und eben Falken. Er beschreibt in seinen Darbietungen anschaulich das Verhalten und die Lebensgewohnheiten teilweise bedrohten Tierarten.
Seit dem Jahr 2006 ist der gebürtige Slowake hier im Raurisertal. In der Radioreise erzählt er von seiner Liebe zu den Tieren, die ihn seit Jugendzeiten begleitet.
Eine Wanderung auf Tilly’s Waldlehrpfad verbindet an der Gipfelstation Bewegung, Wissen und Spiel. Kleine Forscher entdecken die Tier-, Pflanzen- und Mineralienwelt des Nationalparks. Wer auf seinem Wanderpass alle Stempel sammelt, darf sich an der Talstation über ein kleines Geschenk freuen. Rund um den Speicherteich Hochalm lockt der Barfußweg mit ganz besonderen Sinneseindrücken: über Stein, Holz, Rinde oder durchs Wasser – sogar quer durch den Teich, über einen 40 Meter langen Pfad oder direkt durchs kühle Nass.
Wer mag, schippert mit dem Floß auf kleine Abenteuerfahrt. Und ansonsten genießt man einfach die Aussicht auf die alpine Bergwelt.
Die bewirtschafteten Almhütten und Berggasthöfe der Region machen die Wanderung so richtig schmackhaft. Meist kommen selbstgemachte Bauernprodukte auf den Tisch - von der Buttermilch über frisches Bauernbrot bis zur würzigen Speck- und Kasjause.
Im Raurisertal Sommerführer "Echtes Sommerg´fühl" sind alle Almen und Hütten aufgelistet. Wir sprachen mit Manuel Esel – den man hier im Tal einfach Mani nennt - und seiner Freundin Theresa, die gemeinsam das Rauriser Tauernhaus bewirtschaften - eine über 500 Jahre alte Alm. Beide trafen wir vor dem Hotel-Pension Theresa, das von Manis Mutter Judith geführt wird.
Die Landwirtschaft spielt im Rauriseral eine wichtige Rolle. Wie man sich als Wanderer im Bereich von Weidevieh verhält, erklären wir im Podcast.
Über die Arbeit in der Landwirtschaft sprachen wir mit Sandra Huber, die gemeinsam mit ihrem Eheman Otmar das Schattergut gepachtet haben. Im Jahr 2019 hatten sie den ersten mobilen Hühnerstall für 350 Hühner gekauft. Der Kundenstamm ist immer größer geworden. Daher sind in den darauffolgenden Jahren noch zwei Ställe dazugekommen, erklärt Sandra, die wir bei einem Einsatz auf einem anderen Hof trafen.
Ex-Nationalpark Hans hatte zu Beginn der Sendung bereits die Seitentäler dieser Region kurz umrissen – unter anderem das Tal des Goldes. Jahrhunderte lang galt das Raurisertal als Zentrum des Goldbergbaus in Österreich.
Heute können sich kleine und große Schatzsucher auf die Spuren der vergangenen Goldgräberzeit begeben – nah an diesem rauschenden Gebirgsbach.
Dort betreibt Theo Huber den Goldwaschplatz Bodenhaus und gibt den Gästen eine Einführung.
Im Radioreise-Gespräch rollt Theo die Geschichte des Goldabbaus auf.
An diesem Bächlein wird garantiert jeder goldfündig....
Reich wird man sicher nicht, aber reich an Erfahrung und einer unvergesslichen Erinnerung im Tal der Goldgräber.
![]() |
Das Raurisertal zieht Wanderer magisch an.
Doch wie immer ist die Strahlkraft der Berge für manch einen etwas zu stark. Nicht selten überschätzen Wanderer, gerade Bergsteiger und Kletterer, ihrer Kräfte.
Herbert Rohrmoser ist langjähriges Mitglied der Bergrettung Rauris. Deren Geschichte reicht bis ins Jahr 1901 zurück. Damals wurde aus der Alpinen Rettungsgesellschaft der Salzburger Rettungsausschuss mit der Sektion Rauris. Fast zwei Jahrzehnte lang hatte Herbert das Training der Bergretter geleitet. Bis zu 40 Mann stark war sein Team. In Summe ist er mehr als 60 Jahre bei der Bergrettung und heute Ehren-Obmann.
Jedes Jahr rund um den 21. Juni, also den längsten Tag des Jahres, erhellen im Salzburger Land tausende mystische Feuer die Dunkelheit. Dann brennen mit Einbruch der Dämmerung auf den Gipfeln der Berge die traditionellen Sonnwendfeuer. Diese Feuer symbolisieren Erneuerung, Fruchtbarkeit und Wachstum – gefeiert wird das Leben selbst.
Bereits in vorchristlicher Zeit sollten die Feuer die Unwetter vertreiben und Wiesen und Feldern Wachstum und Fruchtbarkeit spenden. Oft vermischte sich dieser Brauch mit christlichem Glauben und so kamen die Johannesfeuer auf, die heute oft mit den Sonnwendfeuern identisch sind. Herbert Rohrmoser und seine Bergretter-Kameraden versammeln sich in dieser besonderen Nacht auch vor dem Feuer.
Nicht nur die Sommerwendfeuer haben eine lange Tradition in dieser Region, auch der jährliche Hengst-Auftrieb am Bodenhaus. Dabei kämpfen Noriker Deckhengste unter Aufsicht um die Rolle des Leithengstes. Danach werden die Tiere für rund 100 Tage "Sommerfrische" auf die Grieswiesalm getrieben.
Der Hengstauftrieb gleicht äußerlich einem Volksfest: Um die Rasen-Arena versammeln sich viele hunderte Menschen. Es gibt Getränke und Essen. Alle schauen einem Brauch zu, der auf den ersten Blick brutal wirkt. Er ist aber für die Sicherheit der Pferde, die über den Sommer auf der Alm leben, äußerst wichtig. Das erklärt uns Hans Wieser vom Pferdezuchtverband.
Die Wanderführer und Nationalpark Ranger führen Besucher durch die Landschaften, vorbei an Wasserfällen, über Almen und auf die Gipfel.
Der ehemalige Ranger Hans Naglmaier hat am Ende der Sendung noch eine wichtige Bitte an die Gäste, die eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist. Hören Sie selbst!
Mehr Informationen zum Urlaub im Raurisertal gibt der Tourismusverband.
Gerne verlängern wir den Urlaub im Salzburger Land mit vielen weiteren Wanderungen – von Radstadt bis nach Maria Alm – vom Großarltal bis ins Gasteinertal – und natürlich mit etlichen Ausflügen in die Mozartstadt.
Auf ein Wiedersehen im Raurisertal!


































