PIRNA - die Canaletto-Stadt am Tor zur Sächsischen Schweiz

In dieser Radioreise nimmt Sie Alexander Tauscher mit in die Canaletto-Stadt Pirna. Was den großen Maler mit dem großen Musiker Richard Wagner hier verbindet, erfahren wir am Tor zur Sächsischen Schweiz. Christian Schmidt Doll, der Chef der Kultur- und Tourismus-Gesellschaft, zeigt uns Wagners Schaffensorte im Ortsteil Graupa. Was sächsischen Kaffee-Genuss betrifft, sind wir hier auch richtig. Folgen Sie in einer der am längsten bestehenden Röstereien. Wir kosten auch Ilse Bähnerts berühmte Melange. Denn die Oma in der Kittelschürze lädt uns ein zu Eierschecke, Eierlikör und ihrem Schälschen Heesen. Der Besuch im Tom Pauls-Theater ist sicher einer der Höhepunkt dieses Stadtrundgangs. Der Schauspieler, Kabarettist und Musiker zeigt uns seinen Lebenstraum, den er sich am Markt in Pirna erfüllt hat. Christiane Stoebe, die Organisatorin des Pirnaer Skulpturensommers, nimmt uns mit in die Bastionen des Schlosses Sonnenstein und der Kaffeeröster Tino Wunderlich schlürft eine feine Tasse Bohnensaft am Strand der Elbe.

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Alexander Tauscher Radioreise Podcast in Pirna Sachsen

Pirna darf sich zurecht "Tor zur Sächsischen Schweiz" nennen. Das beeindruckende Felsengebirge ist in Sichtweite, Rad- und Wanderwege starten hier. Dennoch ist Pirna für manch einen noch ein unbekannter Ort. Die, die einmal hier waren, schwärmen von Pirna. Dazu zählte vor rund 200 Jahren auch Richard Wagner. Der Komponist und Dirigent hatte damals an der Dresdner Hofoper eine große Karriere gestartet und wollte einmal die Umgebung von Elb-Florenz im Urlaub kennenlernen. So ließ er sich in der Sommerfrische für ein paar Wochen im idyllischen Graupa an den Hängen der Elbe nieder. Heuet ist Graupa Teil von Pirna.


Was damals Wagners erste Worte waren, als er ankam, hören Sie im Radioreise-Interview mit Christian Schmidt-Doll. Der Wagner-Kenner ist Geschäftsführer der Kultur- und Tourismus-Gesellschaft Pirna. 


Graupa wurde der Ort, an dem Richard Wagner die Musik für "Lohengrin" entwarf.  Dabei sollte Graupe eigentlich ein Rückzugsort von der stressgeplagten Dresdner Zeit werden.


Doch die Wohnung mit den zwei kleinen Zimmern, welche sonst untypisch für den verschwenderischen Wagner waren, und die landschaftliche Idylle und Ruhe wirkten zu positiv, um die Musik vergessen zu können.


Das ehemalige Bauerngut ist nun die Gedenkstätte für Richard Wagner. Die Stube und Schlafkammer wurden im Stil von sächsischen Bauernstuben des 19. Jahrhunderts rekonstruiert. Heute widmet sich das „Lohengrinhaus“ der Ausstellung „Mein lieber Schwan“.  In der Radioreise betreten wir freudig die edlen Hallen der Wohn- und Arbeitsräume des großen Meisters und lassen uns unter einer Jahrhundert-Eiche nieder.


Auf seinen Spaziergängen mit Hund Peps ist Richard Wagner sehr oft am nur wenige hundert Meter vom Lohengrinhaus entfernt gelegenen Jagdschloss vorbei gekommen. Hier entstand 2006 eine Dauerausstellung mit dem Thema „Richard Wagner und Sachsen“. Was hätte wohl der große Meister zu der "bleeden Bazille" gesagt, die uns im Jahr 2000 heimsuchte....


Nachdem wir die Spuren Richard Wagners in Pirna verlassen, widmen wir uns der großen Ilse Bähnert. Diese Oma, die zunächst in Kittelschürze auftrat und sich jetzt moderner gibt, ist für viele Menschen in Mitteldeutschland einfach Kult. Andere schütteln verständnislos den Kopf. Den einen spricht sie aus der Seele. Andere verstehen nicht, was sie meint. Ilse Bähnert – gespielt von Tom Pauls: Schauspieler, Kabarettist, Sänger. Wurde in Leipzig geboren, so wie auch die Figur Ilse Bähnert. Viele Jahre stand Tom Pauls am Staatsschauspiel Dresden auf der Bühne, er sang an der Staatsoperette Dresden und war an der Seite der Elbland-Philharmonie Sachsen zu hören. In Pirna direkt am Markt hat sich Tom Pauls seinen Lebenstraum erfüllt. Hier befindet sich sein eigenes Theater.

Das liebevoll sanierte Eckhaus am Pirnaer Markt besticht sowohl durch seinen spätgotischen Baustil als auch seine wechselvolle Baugeschichte. Tom Pauls führt uns durch dieses Gebäude und zeigt uns ein paar seiner Lieblingsgemälde über die Sächsische Schweiz. 


Tom Pauls wurde auch das das legendäre Dresdner Zwingertrio bekannt. Er ist Mitgründer des Dresdner Theaterkahns und entwickelte dafür die Figur der lustigen Witwe Ilse Bähnert. Im Radioreise-Interview gibt er ein paar Kostproben. Sie dürfen das auf keinen Fall verpassen!


Übrigens: Ilse Bähnert gibt inzwischen sogar einen eigenen Weißwein heraus....


Als Vorbild für die Rollen und Texte der Ilse Bähnert dient immer wieder die sächsische Schriftstellerin und Mundartdichterin Lene Voigt. Tom Pauls will ihr Lebenswerk vor dem Vergessen bewahren.


Mit der von Tom Pauls gegründeten Ilse-Bähnert-Stiftung soll die Erhaltung und Pflege der Sächsischen Kultur und Sprache gewährleistet werden. Die Stiftung unterstützt kulturelle Einrichtungen, Museen Kirchen und Gedenkstätten.


In Zusammenarbeit mit der germanistischen Fakultät der Technischen Universität Dresden kürt jährlich eine Jury, der die Stiftungsmitglieder Tom Pauls und Dr. Peter Ufer angehören, das schönste, das beliebteste und das bedrohte sächsische Wort des Jahres. Ein paar dieser Worte hören Sie im Radioreise-Interview mit Tom Pauls.


Die Radioreise hofft, diesen großartigen Schauspieler einmal live auf der Bühne in Pirna zu erleben.
Bild: Tom Pauls Theater
Im Erdgeschoss unter der historischen Holzbalkendecke, lädt „Ilses Kaffeestube“ ein. Es ist ein Kult-Ort für die Fans des Schauspielers und für Menschen, die sächsische Gemütlichkeit ausleben wollen.
In dieser Kaffeestube befindet sich ein Sofa in der Ecke, Interieur aus Omas Zeiten, dekoriert mit Bildern Pirnas und der Sächsischen Schweiz. Die Mundartdichterin Lene Voigt lächelt von der Wand. Sie hätte sicher ihre Freude daran, hier ihr „Schälchn Heeßn“ zu trinken. Ihre berühmte Melange bezieht sie aus dieser Rösterei in Pirna:
Bild: Kaffeerösterei Schmole
Seit mehr als 1.000 Jahren trinken Menschen Kaffee und seit dem Jahr 1880 wird in Pirna ununterbrochen Kaffee geröstet: bei Ernst Schmole im Herzen der historischen Stadt begann es.
Bild: Kaffeerösterei Schmole
Seitdem wird auf traditionelle Weise mit einer Rösttrommelmaschine des späten 19. Jahrhunderts gearbeitet. Heute steht Tino Wunderlich an der Trommel.


Mitunter werden die Sachsen ironisch auch Kaffeesachsen bezeichnet – in Anspielung auf ihre angebliche besondere Liebe zu diesem Heißgetränk. Aber die Sachsen sind in guter Gesellschaft als Ziel für Ironie, denn die Schwaben werden mit unter auch Suppenschwaben genannt. Die Kursachsen sorgten im 18. und 19. Jahrhundert dafür, dass neben Tee und Schokolade vor allem Kaffee populär wurde. Heute muss man die Sachsen nicht mehr vom Kaffee überzeugen und auch nicht mehr – wie zu DDR-Zeiten – mit schlechtem Kaffee enttäuschen. Tino Wunderlich von Schmole Kaffee im Herzen von Pirna verspricht ausgesuchte Sorten aus den besten Anbaugebieten der Welt.


Sein Verkaufsgeschäft is eine Mischung aus Tante-Emma-Laden, Kinderstube und süßem Schlaraffenland.
Bild: Achim Meurer
Im Radioreise-Interview spricht Tino Wunderlich auch darüber, was die Lebensqualität von Pirna ausmacht. Er erzählt, wie sich die Stadt von der grauen Nachwendezeit bis heute entwickelt hat. Und  gibt Tino gibt Tipps für Radler, die auf dem Elbeweg eine Rast in Pirna einlegen wollen.


Schmoles Kaffee liegt wie all die anderen inhabergeführten Geschäfte am Markt oder in unmittelbarer Nähe. Dieser Marktplatz ist in der berühmten Dresdner Gemälde-Galerie in mehreren Ansichten zu finden.
Achim Meurer
Die liebevoll restaurierten Gässchen rund um den Markt sind das Zuhause von Gastronomen, Händlern und Künstlern.
Bild: Achim Meurer
In Pirna ließ sich der berühmte Maler Canaletto mehrere Jahre nieder. Er zeichnete und malte in Pirna und Umgebung. Seine Bilder sind weltbekannt. Jahrhunderte später greifen Heike Küchler und Claudia Pinkau in der Galeriewerkstatt "Ansichtssache" zum Pinsel. Hier stellen sie ihre neuen Werke aus, auch zum Verkauf. Sie bieten außerdem Kurse und Lesungen an.

Hoch über der Stadt thront das Schloss Sonnenstein als teilweise noch erhaltene Burg-Festung mit seinen großen Außenanlagen. In und zwischen den mächtigen Festungsmauern zieht immer von Mai bis September Kunst ein.

Bild: Jens Dauterstedt
Die Wechselausstellung "Skulpturensommer" in den Bastionen ist eine Idee, die wir Christiane Stoebe zu verdanken hat. Sie ist die Kuratorin und Organisatorin des Pirnaer Skulpturensommers.


Seit dem Jahr 2008 wurde die ehemalige Festungsanlage rekonstruiert und zum Landratssitz der Region Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ausgebaut. Der ältere Teil der Anlage, die Bastionen und Wehranlagen des 18. Jahrhunderts sowie die Terrassengärten des 19. Jahrhunderts wurden ebenfalls rekonstruiert und saniert. Sie sind im Sommerhalbjahr die Kulisse für die Arbeiten bildender Künstler. 
Bild: Jens Dauterstedt
Inmitten der gewaltigen Mauern, dem Steilhang zur Elbe und den umrahmenden Baumwipfeln entfalten die Skulpturen einen ganz eigenen Klang.
Bild: Jens Dauterstedt
Am Ende der Radioreise schlürft unser Kaffee-Sachse Tino Wunderlich genüßlich eine Tasse seines Bohnensaftes am Ufer der Elbe, ein paar Schritte von seinem Geschäft entfernt.


Hier am Ufer der Elbe können Sie aufs Schiff steigen und Ihren Urlaub in der Sächsischen Schweiz verlängern.


Gehen Sie mit uns gemeinsam auf eine Brotzeittour im Elbsandsteingebirge.
ELBSANDSTEINGEBIRGE - Das Naturjuwel Sächsische Schweiz

Oder erleben Sie das Märchen aus Stein in der gemütlichen Winterzeit.
SÄCHSISCHE SCHWEIZ - Ein Märchen aus Stein

Einen Katzensprung entfernt liegt Sachsens Glanz: Dresden!
DRESDEN - Reise nach Elbflorenz

In Dresden erkunden wir später noch das Barockviertel und steigen aufs Rad flußabwärts zu einer Tour durch das sächsische Weinland zwischen Radebeul und Meißen.
Sächsisches Elbland

Wenn Sie weiter dem Wasser der Elbe folgen, erreichen Sie mit uns gemeinsam die Bauhaus-Stadt Dessau und die Wörlitzer Parkanlagen.
WEIMAR - DESSAU: Die Bauhaus-Reise

Lassen Sie sich doch gleich weiter bis Magdeburg treiben.
MAGDEBURG - die Ottostadt: Überraschend anders

Und folgen Sie uns schließlich bis kurz vor der Elbmündung nach Hamburg.
Städtereise nach Hamburg

Auf ein Wiedersehen an der Elbe im schönen Sachsen!