KUNSTREISE DURCH DEN PFAFFENWINKEL - Maler, Musiker und Pilger zwischen Ammer und Starnberger See

Radioreise Podcast Pfaffenwinkel Bayern
Bild: Elisabeth Welz

 

In dieser Radioreise nimmt Sie Alexander Tauscher mit auf eine Kunstreise durch den Pfaffenwinkel. Wir starten am Ufer der Ammer beim Projekt Stoa 169. Der Künstler Bernd Zimmer hat mehr als 100 Säulen aus aller Welt individuell fertigen lassen. Sie ergeben eine monumentale Sammlung und tragen ein gemeinsames Dach. Für Stoa 169 hatte der Saxophonist Joscha Arnold die Musik komponinert, den "Sound of Stoa169". Er gibt uns im historischen Pollinger Bibliothekssaal ein kleines Privatkonzert. Mit Joscha sprechen wir außerdem über den Stellenwert von Jazz in unserer Gesellschaft und über seine Projekte mit dem Joscha Arnold Large Ensemble. Das Gut Dietlhofen ist für Peter Maffay ein magischer Ort. Hier hat er mit dem Tabalugahaus ein Ort für traumatisierte und benachteiligte Kinder geschaffen. Wir sprechen über dieses Projekt mit dem Geschäftsführer Albert Luppart. An der Hardtkapelle Weilheim starten wir zu einer Pilger-Wanderung an der Seite von Gabriele mit der Ukulele. Gaby Hoss-Reinhard bietet als Pilgerbegleiterin Wanderungen zu Heilpflanzen, Kneipporten oder Energieplätzen an. Am Radioreise-Mikrofon singt sie und bringt uns mit dem Blick auf das Unbetrachtete im Alltag zum Nachdenken. Die spannende Vita des Malers Lothar-Günter Buchheim, der seine Kindheit und Jugend in Chemnitz verbrachte, beschäftigt uns in den Finaletappen der Sendung, wenn wir den Starnberger See erreichen. Daniel Schreiber, Direktor des Buchheim-Museums Bernried zeigt uns die Anlage, die ein kleiner Freizeitpark ist.

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Bild: Elisabeth Welz

Unsere erste Station ist eine Halle der Kunst mitten in der Natur, getragen von mehr als 100 individuell gestalteten Säulen - geschaffen bekannten Künstlern aus aller Welt.

Bild: Elisabeth Welz

Vor mehr als 30 Jahren entstand die Idee. Der Künstler Bernd Zimmer war auf einer Reise durch den Süden Indiens und besichtigte hinduistische Tempdel. Als er im Jahr 2016 ein zweites Mal zu den Hindu-Heiligtümern Indiens reiste, drängte sich ihm der Wunsch auf, das Großprojekt einer Säulenhalle erneut auf. Nach der Rückkehr begann Zimmmer mit der Planung: Künstlerinnen und Künstler aller Kontinente wurden ausgewählt, je eine Säule zu gestalten. Nun sind die Säulen ein Archiv der zeitgenössischen Kunst, getragen vom gemeinsamen Dach der STOA169 tragen.

Bild: Elisabeth Welz

STOA169 entstand am Flussufer der Ammer auf einer bis dahin landwirtschaftlich genutzten Wiese in der Nähe des Dorfes Polling. Über den Säulen liegt eine große Platte, so dass dieses Bauwerk wie ein kleiner Tempel wirkt. Von weitem sind es gleiche Säulen, aber wenn man näher herankommt, sieht man, dass jede Säule ihre eigene Geschichte zu erzählen hat.

Bild: Elisabeth Welz

STOA169 soll ein gemeinsames Zeichen für weltweit friedliche Koexistenz, Solidarität, Völkerverständigung und Achtung der Natur setzen, sagt Bernd Zimmer im Radioreise-Gespräch.

Bild: Elisabeth Welz

Ihm sei wichtig, dass an diesem Ort die Einzigartigkeit der Natur mit der Kunst wahrgenommen werden kann, betont Zimmer. Er erklärt ein paar der Geschichten, die sich hinter scheinbar profanen Säulen verbergen. Eine Säule bezieht sich mit den angehefteten Ess-Töpfen auf die verschiedenen Kasten in Indien. Mehr dazu hören Sie im Radioreise-Podcast.

Bild: Elisabeth Welz

Das Kunstwerk ist in die Zukunft gerichtet, sagt Bernd Zimmer. Die Künstler pflanzen hier nicht nur Bäume des Friedens und der Versöhnung der Völker, sondern sie teilen diesen Frieden mit jedem, der sich diesem Ort nähert. Er hoffe, dass diese Säulenhalle bis in die nächste Eiszeit halte, scherzt Zimmer im Radioreise-Gespräch.

Bild: Elisabeth Welz

Den Sound für STOA169 komponierte der Jazz-Saxophonist und Komponist Joscha Arnold. Ihn trafen wir im historischen Pollinger Bibliothekssaal zum Radioreise-Gespräch. Denn hier entstand die Aufnahme für den Sound der Säulenhalle.

Bild: Elisabeth Welz

Mit seinem „Joscha Arnold Large Ensemble“ begeistert der dynamische Musiker seine Fans und erinnert an den Sound einer Big Band. Der Weilheimer hatte neben heimischen Musikern auch Künstler aus aller Welt für dieses Projekt zusammengesucht und ihnen die Stücke teilweise auf den Leib komponiert. Mit dieser und anderen Formationen spielte er bei Konzerttouren durch die Schweiz, Österreich und Deutschland sowie bei etlichen Festivals. Für die Radioreise gab Joscha ein kleines Privatkonzert auf der Bühne des historischen Pollinger Bibliothekssaals.

Bild: Elisabeth Welz

Joscha Arnold begann bereits im Studiums für Jazzsaxophon an den Hochschulen für Musik Basel und der HMT Leipzig, Musik zu schreiben. Schon damals arrangierte er für größere Ensembles. Er begann, über Streichquartett, Big Band, Bläsersätze in der Popmusik und schrieb den Sound für sein großes Ensemble, erzählt der Weilheimer im Radioreise-Gespräch.

Bild: Elisabeth Welz

Auch aus wirtschaftlichen Gründen ist Joscha Arnold inzwischen auch in der elektronischen Musik unterwegs. Hier kan er sich weiterentwickeln und andere Zielgruppen erreichen. Außerdem produziert er Auftragsmusik für Unternehmen und Organisationen. Sein Herz schlägt für den Jazz. Im Radioreise-Gespräch mahnt er mehr staatliche Unterstützung für diese Musikgattung an. Es ist ein leidenschaftlicher Appell eines leidenschaftlichen Jazz-Komponisten.

Bild: Elisabeth Welz

Der Bibliotheksaal von Polling ist das Schmuck-Kästchen dieses Ortes. Er ist der letzte Teil einer tausendjährigen Klostertradition.

Bild: Elisabeth Welz

Das Kloster Polling kaufte im In- und Ausland Bücher aus möglichst allen Wissensbereichen. So wuchs der Bestand der Bibliothek Mitte des 18. Jahrhunderts auf rund 80.000 Bände an. Deshalb errichtete Probst Franziskus Töpsl diesen prächtigen Bibliotheksaal als letzten Höhepunkt einer tausendjährigen Klostertradition.

Bild: Elisabeth Welz

Mit der Säkularisation im Jahre 1803 wurde die Klosterbibliothek aufgelöst. Etwa 50.000 Bücher wurden vernichtet, mithilfe des so genannten „Päppdeckelmachers“ einer Papiermühle. Der Rest kam mit ca. 20.000 Bänden an die kurfürstliche Hofbibliothek, die heutige Bayerische Staatsbibliothek. Rund 7.000 Exemplare gingen an die Universitätsbibliothek nach Ingolstadt. Es waren die allerbesten Werke, nahezu aus allen Wissensbereichen.

Bild: Elisabeth Welz

Über die Geschichte dieses Saales sprachen mit mit Hanne Wittermann, der Vorsitzenden dieses Saales.

Bild: Elisabeth Welz

Hanne Wittermann arbeitet seit dem Jahr 1976 ehrenamtlich in diesem Saal. Sie hat hunderte Konzerte erlebt. Was gibt es Schöneres, als bei klassischer Musik diese Freskenmalerei zu bewundern!

Bild: Elisabeth Welz

Wir verlassen das ehemaliges Benediktiner-Kloster, dass später den Augustiner-Chorherren gehörte.

Bild: Elisabeth Welz

Unsere nächste Station ist das Gut Dietlhofen, dass für für Peter Maffay einen „magischen Ort“ der Ruhe, Stille und Nähe zur Natur verkörpert. Im Jahr 2015 kaufte er dieses Gut in der Nähe von Weilheim. Die Bisons und anderen Tiere auf dem großen Bauernhof werden sich bestimmt auch über den fast täglichen Besuch des Rockstars freuen.

Bild: Elisabeth Welz

Vor allem freuen sich traumatisierte und benachteiligte Kinder, die dank  der Peter Maffay-Stiftung hier Urlaub machen können. Denn Herzstück des Anwesens ist das Tabaluga-Haus. Als wir dieses Gut besuchten, war Peter Maffay gerade im Tonstudio. Daher sprachen wir mit  ebenfalls Geschäftsführer auf dem Gut Dietlhofen.

Bild: Elisabeth Welz

Das Herzstück des Anwesens ist das Tabalugahaus. Hier verbringen dort Kinder- und Jugendgruppen mit ihren Begleitern Erlebnisaufenthalte vor der Kulisse der Alpen und des Dietlhofer Sees. Albert Luppart spricht im Radioreise-Interview auch über die Tage der offnen Tür auf dem Gut, bei denen die Peter Maffay-Fans in Scharen kommen.

Bild: Elisabeth Welz

Vom Gut Dietlhofen aus erkunden wir Schritt für Schritt den Pfaffenwinkel in seiner ursprünglichen Schönheit. Die Landschaft bietet fürs Wanderpilgern die besten Voraussetzungen.

Bild: Elisabeth Welz

Um sich dabei entspannen zu können, sollte man sich Pilgerbegleitern anvertrauen. So können Sie sich sinnbildlich zurücklehnen und sich ganz auf Sie selbst, auf den Weg und die Spiritualität des Gehens einlassen.

Bild: Elisabeth Welz

Wir vertrauten uns Gaby Hoss-Reinhard an. Die Pilgerbegleiterin bietet Wanderungen zu Heilpflanzen, Kneipporten, oder Energieplätzen. Ihre Wanderungen sollen entschleunigen. Sie selbst steckt voller Kraft und Leidenschaft. An der Hardtkapelle Weilheim trafen wir "Gabriele mit der Ukulele".

Bild: Elisabeth Welz

Die Wanderungen verbindet Gaby mit spirituellen Impulsen, Singen, Schweigen und meditativen Übungen. Auf unserem kurzen Radioreise-Schnupper-Pilgern bekommen Sie einen guten Eindruck.

Bild: Elisabeth Welz

Freuen Sie sich auf die spontanen Improvisationen der "Gabriele mit der Ukulele".

Bild: Elisabeth Welz

Die mehrtägigen Pilgerwanderungen führen beispielsweise vom Hohen Peißenberg nach Herrsching über Paterzell und Raisting am Ammerseeufer entlang.

Bild: Elisabeth Welz

Etliche Fernwanderwege führen auch durch den Pfaffenwinkel: Zum Beispiel der Lech-Erlebnisweg oder der König-Ludwig-Weg. Mindestens genauso viel zu entdecken gibt es auf den scheinbar einfachen, oft einsamen Pfaden durch die Wälder und über die Felder.

Bild: Oliver Raatz

Am Ende unserer kleinen Pilger-Wanderungen gibt uns Gaby noch einen Ohrwurm mit auf den Weg. Im Radioreise-Podcast hören Sie ihn.

Bild: Elisabeth Welz

Im äußersten Osten grenzt der Pfaffenwinkel an die Südspitze des Starnberger Sees. Hier liegt ein Mekka für alle Kunst-Interessierten – aber im Prinzip ein Erlebnis-Park, der alle anspricht – auch alle Sinne: Das Buchheim Museum der Phantasie in der Nähe von Bernried am Westufer des Starnberger Sees. Der futuristische Bau wurde kurz vor der Jahrtausendwende fertiggestellt. Er umfasst rund 4.000 Quadratmeter und ist einem Schiff nachempfunden. Ein Steg führt hinaus auf den See.

Bild: Buchheim Museum

Im umliegenden Park sind verschiedene Skulpturen ausgestellt. Das Museum beherbergt eine Sammlung namhafter Expressionisten mit Werken von Erich Heckel, Emil Nolde, Ernst Ludwig Kirchner und Max Pechstein. Daniel Schreiber ist der Direktor des Museums. Im Radioreise-Interview blickt er zunächst auf die Vita von Lothar-Günther Buchheim zurück, der seine Kindheit und Jugend in der Geburststadt von Alexander Tauscher, in Chemnitz, verbrachte. 

Bild: Sigrid Neubert

In unserem gedanklichen Radioreise-Rundgang durch das Museum beschreibt der Museumsdirektor die Anlage als einen Park für die gesamte Familie. Daniel Schreiber erklärt, welche Vielfalt ein Besuch bietet, auch für Menschen, die sich nicht intensiv mit Malerei beschäftien.


In Bernried am Starnberger See endet zwar unsere Kunstreise durch den Pfaffenwinkel. Nur ein paar Kilometer weiter nördlich beginnt unsere Radioreise in Possenhofen mit einem Ausflug auf die romantische Roseninsel im Starnberger See.
VOM LAGO MAGGIORE ZUM STARNBERGER SEE

Oder entdecken Sie mit uns den Westen den Pfaffenwinkels auf der Romantischen Straße.
ROMANTISCHE STRASSE - Unterwegs im Pfaffenwinkel

Bild: Tourismusverband Pfaffenwinkel

Wir haben für Sie eine große Palette von Radioreisen durch das schöne Oberbayern vorbereitet - hier eine Auswahl:

DONAU - HALLERTAU: Vom Spargel- ins Hopfenland

MÜNCHNER NORDEN - Von Freising über die Hallertau nach Dachau

CHIEMSEE-ALPENLAND: Zwischen Rosenheim und Wasserburg

CHIEMSEE & CHIEMGAU: Vom bayerischen Meer in die Alpen

GRÜNE GOURMETS - Wandern & Genuss im Berchtesgadener Land

Obersalzberg

RUPERTIWINKEL – OBERLAND: TRAUMLANDSCHAFTEN in Bayern

Auf ein Wiedersehen im Pfaffenwinkel!

Bild: Elisabeth Welz