BOURGOGNE VOYAGE - EINE REISE DURCH DIE GESCHICHTE DES BURGUND
In dieser Radioreise nimmt Sie Alexander Tauscher mit in die Bourgogne. Freuen Sie sich auf eine Geschichtsreise durch diese so liebliche Region in Frankreich. Die Bedeutung der einstigen modernen Eisenschmiede „Grande Forge de Buffon“ rollt die heutige Eigentümerin Alix Mounier auf. Zu verdanken haben wir diese Anlage dem Naturforscher Georges-Louis Leclerc, der Graf von Buffon. Auch der Parc et Musée Buffon in Montbard ist der Verdienst des Grafen. An ihn erinnert bei unserem Rundgang durch den Park die Museumsmitarbeiterin Alicia LeClerc. Auf eine sehr lange Geschichte blickt das einstige Zisterzienserkloster, die Abtei Fontenay, zurück. Eine Zeitreise in das Leben der Mönche im zwölften Jahrhundert unternimmt mit uns Anaelle Giroux. Ein Kapitel Burgunder Geschichte ist die Schlacht zwischen Julius Cäsar und Vercingetorix. Man kann sie im Muséo Parc Alésia in Alise-Sainte-Reine nacherleben. Christelle Jeanichon vom Besucherservice skizziert kurz den Rundgang. Wir ziehen uns von da aus in das fast schon gallische Dorf Flavigny-sur-Ozerain mit seinen engen Gassen zwischen den steinernen Häusern zurück. Dieses in Frankreich als „Les Plus Beaux Villages de France“ ausgezeichnete Dorf stellt uns Julia Durey vor, die Gastgeberin im Maison George. Warum schon der französische Sonnenkönig gerne die Anis-Bonbons aus Flavigny lutschte, erfahren wir bei einem Rundgang durch die historische und immer noch bestens laufende Manufaktur Anis de Flavigny. Denn uns führt die heutige Besitzerin Catherine Troubat, deren ganzes Leben an diesen süßen kleinen Perlen hängt. Viel Spaß im Burgund!
Diesmal geht es in eine Landschaft, die man sicher in erster Linie mit dem Wein in Verbindung bringt. Diese Region im Osten Frankreichs ist nicht nur für ihren sehr guten Rebensaft bekannt, auch für die charmanten, mittelalterlichen Dörfer und Städte.
Flüsse und Kanäle ziehen sich durch diese teils wie gemalte Landschaft.
Im Mittelalter gegründet, spielte das Burgund eine wichtige Rolle in der europäischen Geschichte. Das lag insbesondere am mächtigen Herzogtum Burgund, das im 14. und 15. Jahrhundert eine bedeutende politische und kulturelle Macht war.
Von der Blütezeit zeugen noch heute prächtige Schlösser, Kirchen und andere spannende Bauwerke.
Wir starten diese Bourgogne Voyage in Buffon im Département Côte-d'Or.
Hier lebte einst der Naturforscher Georges-Louis Leclerc, der Graf von Buffon. Mitte des 18. Jahrhunderts kaufte er die Schmiede von Buffon, eines der bedeutendsten metallurgischen Unternehmen seiner Zeit. Er hatte sie entscheidend entwickelt.
Die „Grande Forge de Buffon“ ist heute ein offenes Museum in verträumter Landschaft.
Alix Mounier, die Eigentümerin, führt uns. Alix stammt aus einer für diese Anlage bedeutenden Familie, wie sie uns im Radioreise-Podcast erzählt.
Das Areal umfasst zum einen den einstigen industriellen Bereich....
....und die Wohnhäuser der damaligen Beschäftigten.
Der Naturforscher Georges-Louis Leclerc de Buffon hatte für damalige Verhältnisse etwas sehr Zukunftsweisendes geschaffen.
Die Anlage vereint einen Hochofen mit einer Schmiede – angetrieben vom Wasser.
Auf Führungen kann man diese Technik heute noch erleben.
Die Anlage vereint eine Schmiede mit einem Hochofen nach dem Prinzip des Herdfrisch-Warmumform-Verfahrens.
Schon der Abstieg zum Hochofen gleicht einem Gang in einen unterirdischen Palast.
Das Schicksal der Schmiede nach einem Brand und die weitere Entwicklung im 20. Jahrhundert fasst Alix Mounier im Interview zusammen.
Wer sich für Industriegeschichte interessierte, kann im nördlichen Burgund noch tiefer eintauchen. Diese Schmiede ist Startpunkt für eine Rundtour zu weiteren historischen Hüttenwerken.
Der große Naturforscher, der Graf von Buffon, hatte nicht nur die Industrie-Anlage geschaffen, sondern auch eine prächtige Grünalage: Der Parc et Musée Buffon in Montbard. Er ist ein Ort, an dem Kulturerbe, Wissenschaft, Geschichte und Natur mitten in einer Stadt zusammenkommen.
Der Park befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen mittelalterlichen Festung der Herzöge von Burgund. Er erstreckt sich über 14 Terrassen und bietet einen Blick auf das Tal der Brenne.
In diesem historischen Gelände kann man Naturbeobachtungen des Forschers erleben. Das Museum zeichnet seinen Lebensweg, seine Forschungen und seinen Einfluss auf die Naturwissenschaften nach. Hier arbeitet Alicia LeClerc, mit der wir vom Museum zu einer der Aussichtsterrassen des Parks aufsteigen. Sie zeigt uns den Ort, an dem der Graf die Ruinen einer Burg in einen botanischen Garten verwandelte.
In der Bourgogne erstrecken sich viele historische Schlossparks und botanische Gärten. Einer der bekanntesten liegt in Dijon. Der Parc de la Colombière aus dem 17. Jahrhundert ist im klassischen französischen Stil mit geraden Alleen angelegt. Der Park Bouzaise in der Wein-Stadt Beaune ist vielleicht nicht so bekannt, wie auch der Parc Georges Nouelle in Chalon-sur-Saône. Unsere Bourgogne Voyage führt uns zu dieser historischen Anlage.
Eines der ältesten Zisterzienserklöster Europas ist die Abtei Fontenay aus dem zwölften Jahrhundert.
Noch heute ist alles intakt erhalten, so dass man die Kirche, den Kreuzgang, den Schlafsaal der Mönche oder die große Schmiede besichtigen kann.
Anaelle Giroux führt durch verschiedene Klöster des Burgund, am liebsten durch dieses. Im Radioreise-Podcast erleben Sie eine packende Zeitreise in das streng reglementierte Leben der Mönche im Mittelalter.
Die Abtei war 1981 eine der ersten französischen Stätten, die in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurde.
Um das Kloster breitet sich ein großer Park mit Buchen und Eschen aus.
Um Bäume geht es auch am nächsten Ort unserer Bourgogne Voyage, allerdings in ganz anderem Zusammenhang. Die Fabrik Jacquenet-Malin in Touillon stellt aus dem Holz heimischer Wälder als letzter Produzent in Frankreich den so genannten Asphaltkübel her.
Wie es dazu kam, erzählt die Eigentümerin Julie Jacquenet.
Ein Kapitel Burgunder Geschichte erlebt man auch im Muséo Parc Alésia in Alise-Sainte-Reine. In diesem modernen Rundbau wird die Belagerung der Stadt auf spielerische und zugleich lehrreiche Weise zeigt - genau an dem Ort der Schlacht zwischen Julius Cäsar und Vercingetorix.
So soll der Besucher das letzte Kapitel der Eroberung Galliens besser verstehen. Christelle Jeanichon arbeitet hier am Besucher-Service.
Das futuristische Gebäude befindet sich auf dem Gelände der Schlacht von Alésia, einer entscheidenden Schlacht des Gallischen Krieges. Soldaten aus Caesars römischer Armee hunderttausenden Männer aus der gallischen Koalition gegenüber.
Diese Schlacht und dieser Ort hat heute noch für die Franzosen eine besondere Bedeutung. Es ist ein Symbol der Einheit des Landes.
In die gallische Zeit zurückversetzt fühlt man sich auch in einem kleinen Dorf ein paar Kilometer entfernt. Auf einem Hügel liegt das mittelalterliche Flavigny-sur-Ozerain mit seinen engen Gassen zwischen den steinernen Häusern.
Das Dorf gehört zu den „Les Plus Beaux Villages de France“ , also den schönsten Dörfern Frankreichs.
Diese kleine Bilderserie beweist, dass dieses Dorf die Auszeichnung zurecht verliehen bekam.
So zeigt sich der Blick auf das abendliche Flavigny aus dem Fenster.
In diesem Dorf scheint die Uhr stehengeblieben zu sein, leider auch in dieser Bäckerei, die einen Nachfolger sucht.
Auch dieser Broschen-Infoschrank erinnert an eine Welt ohne Internet.
Natürlich soll die Kulinarik auf diesem Trip nicht zu kurz kommen.
Pastis gehört zum Geschmack Frankreichs, es ist eine Lebensart, ein typisch französischer Trinkgenuss. Anis Likör wird mit Eis und Wasser vermischt und ist gerade auch an Sommertagen eine willkommene Erfrischung. Hergestellt wird Anis-Schnaps durch das Aromatisieren von Ethylalkohol mit natürlichen Extrakten. In dieser Sendung geht es um die Anis-Bonbons.
Wir sind nun an einem Ort, an dem sein Jahrhunderte altes Rezept gepflegt wird - in der Anis-Manufaktur von Flavigny.
Hier wird jedes Korn des grünen Anis in großen Kupferkesseln mit fein aromatisiertem Zuckersirup umhüllt, bis eine süße, weiße kleine Perle von ungefähr einem Gramm entsteht.
Beim Anis de Flavigny ist Geduld und Sorgfalt gefragt. Denn auch heute dauert es noch 14 Tage, um ein Anisbonbon herzustellen.
Das Bonbon soll schließlich sanft auf der Zunge zergehen und auch im Mund schön glatt bleiben.
Catherine Troubat leitet die Manufaktur – ihre Eltern und Großeltern hatten hier gearbeitet und schon als Kind ging sie im Anis-Geschäft ein und aus.
Im Radioreise-Rundgang zeigt sie uns viele historische Verpackungen und Süßigkeiten-Automaten. Auch das ist ein Teil französischer Geschichte.
Dieses vornehme Behältnis für Anis-Bonbons befand sich zum Beispiel in einen Pariser Luxushotel.
Bis vor einigen Jahren wurde in dieser Manufaktur produziert. Heute ist dieser Raum museal zu sehen.
Die Ausgrabungen, die Catherine einst unter der historischen Kirche gleich neben der Manufaktur machte, erzählen wir in einer anderen Sendung.
Denn diese unterirdische Welt wäre sonst den Besuchern verborgen geblieben.
Die Bonbon-Manufaktur mit dem Geschäft, einem Museum, einem Cafe und einem historischen Spielzimmer ist das touristische Zentrum des Dorfes.
Auch einen Raum mit Spielzeugen ihrer Kindheit hat Catherine den heutigen Kindern als Treffpunkt überlassen.
Wer in Frankreich landestypisch unverfälscht essen gehen will, ist in einer Auberge gut aufgehoben. Eine Auberge ist ein traditioneller Gasthof oder ein Landgasthaus, das oft Zimmer zum Übernachten bietet. Gekocht wird meist gutbürgerlich, teils auch gehoben, auf jeden Fall regional.
So eine gemütliche Wirtschaft lag an unserem Weg: die La Grange de Flavigny.
Sie liegt in einem der historischen Häuser, direkt am Kirchplatz. Ein paar Schritte entfernt hat Julia Durey in den historischen Gemäuern das Gästehaus „Maison George“ gegründet – ein Haus, dass den starken Frauen gewidmet ist.
Warum diese starken französischen Frauen Vorbild von Julia sind, erklärt sie im Radioreise-Podcast in ihrem Haus.
Gäste ihres Hauses müssen sich selbst um das Frühstück kümmern, können im Zimmer eine kleine Einbau-Küche nutzen. Ein feines kleinen französischen Frühstück ist das Gästehaus Le Prieuré de Buffon.
Auch hier sind die Zimmer liebevoll individull eingerichtet.
Viel mehr praktische Tipps für den Urlaub in der Bourgogne gibt es auf den Websiten der Tourismusregion.
Gerne verlängern wir den Urlaub in der Bourgogne mit einer anderen Radioreise, in der wir zum Beispiel die bunten Hühner von Bresse treffen.
Aus der Franche Comté hätten wir auch eine Sendung, in der es von Montbéliard nach Besançon geht.
Im Angebot der Radioreise finden sich viele weitere Touren, vom Elsass bis in die Gironde – von Toulouse bis in die Ardèche, von Nizza bis Monaco – von der Bretagne bis in die Normandie.
Mit uns geht es auch an die südwestliche Atlantikküste mit dieser und dieser Radioreise.
Eine Vendée Voyage empfehlen wir wärmstens Diese Radioreise streift ebenfalls die Vendée.
Außerdem bietet unser Frankreich-Reisekatalog eine Sendung aus der Region Auvergne-Rhone-Alpes.
Auf ein Wiedersehen in der Bourgogne!


































































