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NIEDERSCHLESIEN - VON BRESLAU NACH WALDENBURG - EINE GESCHICHTSREISE NACH WROCLAW UND WALDBRZYCH



In dieser Radioreise begleitet Sie Alexander Tauscher auf einer Tour von Wrocław nach Wałbrzych, also von Breslau nach Waldenburg. Freuen Sie sich auf besondere Erlebnisse und Geschichten in Niederschlesien, der Woiwodschaft Niederschlesien im Südwesten von Polen. in den ersten drei Etappen der Sendung führt uns Kasia Sroka durch Breslau. Kleine Zwerge spielen eine wichtige Rolle. Wie diese Figürchen einst gegen die mächtige kommunistische Staatsmacht standen und wie sie heute als Maskottchen der Stadt genutzt werden, erzählt uns Kasia. Wir laufen entlang des Neuen und Alten Rathauses, streifen das Toleranzviertel, schlendern über die Dominsel und blicken vom Mathematischen Turm der Universität auf die gesamte Stadt. Ab der vierten Etappe bewegen wir uns in der großflächtigen Gemeinde Wałbrzych an den Ausläufern des Schlesischen Gebirges, den Bergketten der Sudeten. Jacek Drejer, Direktor der Alten Grube in Waldenburg, spricht über eine Regin im Wandel und der frühere Bergarbeiter Brzoza Garard erinnert an die schwere Arbeit unter Tage. Über die wichtige Rolle der Porzellan-Industrie rund um Waldenburg spricht Mayorzata Spara beim Rundgang durch das Porzellan-Museum. Eryk Berdzinski stellt uns das Schmuckstück dieser Region vor, das Schloss Fürstenstein. Eine Oase der Ruhe in dieser großen Gemeinde ist der Kurort Szczawno-Zdrój. Über vier besondere Wässerchen und Winston Churchill spricht Kur-Direktor Krzystof Urbanski. Viel Spaß im Reiseland Polen!


Polens viertgrößte Stadt steht für eine wechselvolle Geschichte, gerade im letzten Jahrhundert. Zum ersten Mal taucht Breslau um das Jahr 1000 in den Quellen auf, als auf der Dominsel ein Bistum gegründet wurde. 


In den ersten Jahrhunderten herrschten hier die polnischen Piasten. Nachdem die Mongolen die Stadt 1241 niedergebrannt hatten, wurde sie mit vielen deutschen Siedlern neu aufgebaut und erhielt deutsches Stadtrecht, ab 1335 gehörte sie zur böhmischen Krone. 


Seitdem wechselten die Besitzer: Böhmische Könige, ein ungarischer König, die österreichischen Habsburger und schließlich die Preußen regierten hier, und jeder von ihnen hinterließ seine Spuren, von gotischen Kirchen über barocke Paläste bis zum preußischen Backstein. 


Reich blieb Breslau dabei immer, denn es lag genau dort, wo die großen Handelswege die Oder kreuzten, und um 1900 war es die Hauptstadt Schlesiens und eine der größten Städte Deutschlands. 


Sogar der Name erzählt diese Geschichte: Vratislavia, Vratislav, Breslau, Wrocław. Es ist immer derselbe Name, nur in der Sprache derer, die gerade das Sagen hatten. Mehr dazu erzählt unsere charmante Kasia im Radioreise-Podcast. 


Nach dem Ersten Weltkrieg ging als Folge des Versailler Vertrags und der Volksabstimmung in Oberschlesien die Provinz Posen und der industrielle Osten Oberschlesiens an Polen. Breslau verlor einen großen Teil des Hinterlands, mit dem es jahrhundertelang Handel getrieben hatte, und viele Einheimische hatten das Gefühl, ihre Stadt sei zu einem vergessenen Außenposten am östlichen Rand Deutschlands geworden.


An die dunkle Zeit der deutschen Nazi-Herrschaft und die Belagerung der Stadt im Zweiten Weltkrieg erinnert Kasia ebenfalls. Wir sprechen über Stolpersteine, die an die Verfolgung der Juden in Breslau erinnert und über das heutige so genannte Toleranzviertel. Und wir erinnern an politische Bewegungen im Untergrund der Zeit der so genannten Volksrepublik Polen. 

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Im Radioreise-Podcast führt sie uns vor allem durch das alte Breslau, zum Beispiel entlang der einstigen Metzgerzeile. 


Natürlich führt der Weg auch am Rathaus vorbei, am Alten wie am Neuen. 


Wir passieren einen der ältesten Ratskeller Europas, eng verbunden mit einem Bier aus dem polnischen  Schweidnitz. 


Warum sich jedes Jahr am 1. Mai tausende Gitarristen um diese kleine Figur versammeln und gemeinsam den Song "Hey Joe" von Jim Hendrix anstimmen, erfahren Sie ebenfalls in der Radioreise. 


Kasia erzählt so manche andere Deutung dieser Figuren, von denen es fast jeden Tag mehr in Breslau gibt. 





Vor der Elisbeth-Kirche stehen zwei Miniatur-Feuerwehrmänner bereit mit dem Lösch-Schlauch. Denn die Kirche hatte zwar den Zweiten Weltkrieg fast schadlos überstanden. 


In den 1970-iger Jahren löste jedoch ein Kabelbrand ein vernichtendes Feuer aus. Rund 20 Jahre später hatte der polnische Papst Johannes Paul der Zweite die Kirche neu gesegnet.


Beslau ist ein Sehnsuchtsort für viele, die hier Heimat hatten und sie verloren.


Gleichzeitig steht Breslau auch als eine der europäischen Kulturhauptstädte, als Stadt, in der einst eine Fußball-EM gemeinsam mit der Ukraine ausgetragen wurde.


Auf unserem Rundgang liegt auch die Universität Breslau, die Anfang des 18. Jahrhunderts als Jesuitenkolleg gegründet wurde. Als wichtigstes akademisches Zentrum Niederschlesiens beherbergt sie prächtige Barocksaale wie das Oratorium Marianum....


... und die Ala Leopoldina mit ihrer prächtigen barocken Wand- und Deckengestaltung. 


Vom Mathematischen Turm der Universität aus ist am Horizont die Kuppel der Jahrhunderthalle zu sehen. Sie war 1913 vom Architekten Max Berg errichtet worden.


Vor der Halle breitet sich ein großer Fontänen-Park aus, an dessen Ufer die Menschen an sonnigen Tagen entspannt das Wasser-Spiel beobachten.


Vorbild für die Gesamtarchitektur einschließlich der Rotunde war das antike Pantheon in Rom. 


Nach Eröffnung der Jahrhunderthalle fand im Mai 1913 in den Pavillons und auf dem Freigelände die Jahrhundertausstellung zur Erinnerung an die preußischen Befreiungskriege gegen Napoleon statt. 


Im Jahr 2006 war die Jahrhunderthalle in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen worden. In der Begründung wurde das Bauwerk als „Pionierarbeit der modernen Technik und Architektur“ bezeichnet. Die Jahrhunderthalle sei ein „kreatives und innovatives Beispiel für die Entwicklung der Bautechnik in großen Stahlbetonkonstruktionen.“ Auch die Bauwerke im Umfeld sind Zeitgeschichte. 


Sollte das Wetter in Breslau nicht mitspielen, kann im Hotel Mercure Wrocław Centrum auch vor dem Stadtplan auf dem Laufband durch die Metropole joggen. 


Niederschlesien breitet sich rund um den Mittellauf der Oder aus, während Oberschlesien rund um das bekannte Krakau im südöstlichen Polen liegt.  Die Region blickt auf eine mehr als tausendjährige, von Polen, Böhmen, Österreich und Preußen geprägte Geschichte zurück. Eine jahrhundertelange Tradition hatte der Kohlebergbau in Niederschlesien. 


Walbrzych, auf Deutsch übersetzt Waldenburg, war einst das Zentrum des Steinkohlereviers. 


Ende der 1990iger Jahre schlossen nach der politischen Wende die Gruben. Mehr als 4,5 Hektar historischer Gebäude machen das Alte Bergwerk von Wałbrzych zu einer der größten postindustriellen Touristenattraktionen Polens.  


Jacek Drejer ist Direktor der Alten Grube in Waldenburg und rollt diese Geschichte im Radioreise-Interview noch einmal ausführlich auf.

Eine Besichtigung der Anlage ist eine Attraktion für Erwachsene und Kinder. Ehemalige Bergleute aus den örtlichen Minen führen durch die Anlage. Die Tour umfasst den Stollen, die Bäder, den Lampenraum, die historischen Fördermaschinen, die Werkstätten und den Aussichtsturm. 


Das Wissenschafts- und Kunstzentrum Alte Grube in Wałbrzych, also in Waldenburg, ist die größte Attraktion des Industrie-Tourismus in Polen. 


In ihrer Blütezeit gruben hier mehrere Tausend Mitarbeiter nach dem schwarzen Gold.  Brzoza Garard war einer von ihnen. Mit fast 90 Jahren führte er uns fit und temperamentvoll durch das Gelände. 


Vom Turm aus lässt sich das gesamte Areal überblicken. Die Sicht reicht auf die Hausberge von Waldenburg, die im Winter bei entsprechendem Wetter zur Skiabfahrt einladen. Man spricht hier vomm Waldenburger Bergland. Der frühere Bergarbeiter beschreibt im Radioreise-Podcast den Ausblick. Dabei erfahren Sie auch, welchen Anteil er am Ausbau der ICE-Schnellstrecke von Frankfurt am Main nach Köln hatte.


Waldenburg ist reich an Kontrasten: Die grüne Landschaft ist die Kulisse für historische Bauwerke und die Spuren der industriellen Geschichte. Immer wieder kommen Nachfahren der Deutschen, die einst in dieser Region leben, zu Besuch. Sie wollen wissen, wie ihre Väter und Urgroßväter einst lebten. Das Verhältnis zu den Deutschen sei hier völlig entspannt und positiv, betont Jacek Dreier. Von den Spannungen, die es an anderen Orten in den deutsch-polnischen Beziehungen gab, sei hier fast nichts zu spüren gewesen.


Schlesien war seit dem 19. Jahrhundert eine der wichtigsten Regionen der europäischen Porzellanproduktion.  Schlesische Hersteller eroberten mit ihren Produkten die ganze Welt.
Zu den bedeutendsten Fabriken zählen unter anderem Krister, Tielsch, Ohme, Schlegelmilch oder Königszelt. Im Herzen von Waldenburg befindet sich in einem prachtvollen Alberti-Haus aus dem frühen 19. Jahrhundert das Porzellan-Museum.


Es ist das einzige Museum in Polen mit einer so außergewöhnlichen Sammlung europäischer und schlesischer Porzellane.


Mayorzata Spara führt uns am Radioreise-Mikrofon durch die Ausstellung.  


Schmuckstück der Waldenburger Region ist das Schloss Fürstenstein, das größte Schloss Niederschlesiens und drittgrößtes Polens. Der majestätische Bau beeindruckt durch seine monumentale Größe, mannigfaltige Architektur und märchenhafte Lage im Herzen des Landschaftsschutzparks Fürstenstein.


Das Schloss wurde mehrmals beschädigt, wiederaufgebaut und umgebaut. Über die Jahrhunderte gehörte er vielen verschiedenen Besitzern und den größten Einfluss auf sein heutiges Erscheinungsbild hatte die Familie Hochberg. Eryk Berdzinski, Guide in diesem Schloss, stellt uns das Schmuckstück im Radioreise-Rundgang vor. 


Die Anfänge Fürstensteins werden auf das Ende des 13. Jahrhunderts datiert. Erbaut wurde es von Bolko I. von Schweidnitz, dessen Familie – die Piasten von Schweidnitz und Jauer – zahlreiche schlesische Schlösser errichtet hatte. 


Im 14. Jahrhundert ging das Schloss in die Hände der Rittergeschlechter über. Später gehörte es mehr als 4 Jahrhunderte den Hochbergs, bis es von den Nazis konfisziert wurde. 


Die Besichtigung des Schlosses erfolgt mit einem Audioguide-Set. 


Für Kinder bis zum 4. Lebensjahr ist der Eintritt frei.


Direkt am Schloss wurden im Barock- und Renaissancestil mehrstufige Terrassen angelegt, die mit Blumenbeeten, Springbrunnen und Skulpturen geschmückt sind. Der Schlosspark ist ein beliebtes Ausflugsziel auch der Einheimischen. 


Der Park geht nahtlos in ein großes Naturschutzgebiet im tief eingeschnittenen Tal des Flusses Pełcznica  über. Er bietet zahlreiche Wander- und Radwege mit Blick auf steile Felswände.


Das beliebteste Fotomotiv auf das Schloss bietet sich von dieser kleinen Waldschneise. 


Auf dem Schlossgelände befinden sich einige kleine Hotels. 


Gerade im Abendlicht wirkt die Schlossanlage besonders romantisch. 


In der ehemaligen Bibliothek lädt nun ein vornehmes Restaurant zum Dinner. 



Chefkoch Jan Jakocki Chefkoch hat eine Reihe traditioneller Rezepte seiner Großmutter gesammelt und versucht, die polnische Küche modern zu arrangieren. 


Mehrere tausend Objekte aus Porzellan und historisches Möbel sind in diesem kleinen Haus ausgestellt. 


Ein Teil des großen Ortes Waldbrych ist der Kurort Szczawno-Zdrój. 


Ende des 16. Jahrhunderts wurde erstmals die heilende Wirkung des Wassers erforscht. Rund 200 Jahre später entstand das erste Sanatorium und wenig später die Trinkhalle.


Das Szczawieńskie-Wasser war so berühmt, dass damals sogar aus China eine Bestellung eintraf.


In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden zwei Parks im englischen Stil angelegt.


Kur-Direktor Krzystof Urbanski zeigt uns diesen Ort.


Warum sich Winston Churchil mit der Fürstin Daisy in diesem Gebäude traf, erfahren Sie in unserer Sendung.  


Außerdem verraten wir Ihnen, welches Wässerchen Chancen auf ein langes und gesundes Leben bringt.


Gerne verlängert die Radioreise den Urlaub in Polen mit einer Radtour von Krakau ins Vorgebirge der Hohen Tatra. 

Mit dem Rad erkunden wir auch Warschau. 

Die zweite Radioreise ist ein kulinarischer Rundgang durch die polnische Hauptstadt. 

Auf unserer Ostseekreuzfahrt legen wir unter anderem im polnischen Gdynia an. 

Auf ein Wiedersehen im Reiseland Polen!