AQUITANIEN - Frankreichs schöner Südwesten

Radioreise Podcast Frankreich

In dieser Radioreise nimmt Sie Alexander Tauscher mit in den Urlaub nach Aquitanien. Freuen Sie sich auf die endlosen Atlantik-Strände im Südwesten Frankreichs. Wir erkunden eine historische Region zwischen der Mündung der Gironde und der Grenze zu Spanien. Zunächst testen wir die Region kulinarisch auf dem Markt von Léon. Dort wir lernen gemeinsam, wie man die Austern korrekt schlürft und machen den Austern-Schnellstest. Natürlich gibt’s bei uns auch Confit de Canard und als Dessert Pastise Landais. Später bieten wir Ihnen ein romantisches Dinner am See von Biscarosse. Heiß wird es bei einer Course Landais, einem Stierkampf, bei dem aber zum Glück kein Blut fließt. Völlig entspannt ist dagegen unsere Kahnfahrt auf dem Huchet-Fluss. Viele weitere Erlebnisse zwischen Dünen und Pinien erwarten Sie in dieser Radioreise.  Wir wünschen Bon plaisir! 

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Der Begriff Aquitanien ist noch recht jung – die Region selbst historisch. Sie ist die Summe der Départements Dordogne, Gironde, Landes, Lot-et-Garonne und Pyrénées-Atlantiques. Grob gesagt umfasst sie den gesamten Südwesten Frankreichs nördlich von Bordeaux bis zur spanischen Grenze – vom Atlantik bis kurz vor das Zentralmassiv. 

Wer in Aquitanien unterwegs ist, erlebt neben der Metropole Bordeaux die endlosen Strände, die großen Wälder, das Weinbaugebiet des Bordelais, die Austerngärten von Marennes und die vielen malerischen Dörfern rund um Cognac.

Die ersten Etappen dieser Radioreise erleben wir auf dem traditionellen Markt von Léon im Hinterland der Atlantikküste, etwa 50 Kilometer nördlich des Baskenlandes entfernt. Auf diesem Markt kosten wir ein paar der kulinarischen Aushängeschilder Frankreichs, wie zum Beispiel das Entenfleisch Confit de Canard. Im Radioreise-Podcast hören Sie ein Interview mit Entenzüchter Eric La Fenetre, dass uns die  charmante Annika Walther von LMG Management übersetzt. 

Auf diesem Markt geht einfach kein Weg an Pastis Landais vorbei. Manche nennen diesen Kuchen auch Bourrit-Pastis. Diese Spezialität ist von der Form wie ein Kegel und besteht aus einem weichen, goldfarben gebackenen Hefeteig. Darin verbirgt sich ein gelbes Inneres, das besonders hell und fest ist. Manchmal hat der Kuchen Vanille- oder auch Rumaroma.

Pastis Landais ist ein Stück Tradition und stammt aus dem 19. Jahrhundert. Damals war es ein recht simpler Brotteig, der früher zu großen Anlässen wie Hochzeiten oder Kommunionfeiern gebacken wurde. Auf dem Markt von Leon verkauft unter anderem Leticia diesen Kuchen. Zu diesem süßen Kuchen würde auch ein schöner trockener Wein passen. Mehr als 3.000 Weingüter, in Frankreich Chateaux genannt, befinden sich in der Region rund um Bordeaux. Es müssen nicht immer so berühmte Namen wie Rothschild oder Margaux sein. Auf der Landstraße D2, der „Route des châteaux“, findet man die meisten Weingüter wie an einer Perlenkette. Etwas Besonderes ist freilich der Wein, der in den Sand-Dünen wächst, der Vin de Sable. 

Es ist bei Franzosen sehr beliebt, den Mittag am Markt für ein Glas Wein mit frischen Austern zu unterbrechen. Vor mehr als 100 Jahren galt der französische Süssweinklassiker Sauternes als der Austernbegleiter schlechthin. Wir trinken dazu ein Glas Sandwein aus den Dünen. Damit auch keine falsche Auster dabei ist, machen wir vor dem Radioreise-Mikrofon den Austern-Schnelltest. Er ist zuverlässig und schützt – nicht vor Infektionen – sondern vor einem verdorbenen Magen. Wie er funktioniert, zeigt uns Sacha Heidt vom Tourismusverbandes der Region Landes, ein Teil von Aquitanien begleitet uns auf dem Markt. 


Die entscheidende Frage beim Austern-Schnelltest lautet: Bewegt sie sich oder bewegt sie sich nicht? 

 

Das Schlürfen der Austern ist am Anfang gewöhnungsbedürftig. Manch einem kommt es vor wie ein großer Schluck aus dem Hafenbecken. Aber der Geschmack kommt, erst Recht mit dem Glas Wein dazu. 

In den Dünen des Atlantik in Aquitanien wachsen Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot, Grenache, Tannat, Chenin und Crouchen. Man fragt sich, wie die Weinreben überhaupt gedeihen können? Die Reben fangen sich aus der Küstenluft die Meeresaromen und Meersalz. Die salzige Luft  legt sich auf die Trauben und gibt dem Sandwein seinen charakteristischen Geschmack. Das Gute: Im Sandboden werden die Wurzeln nicht von der Reblaus angegriffen. Die Kunst, Wein auf Sand anzubauen, zeigt uns Nicolas Tison. Wir besuchten ihn auf seinem Anwesen südlich von Hossegor. Sein Anbaugebiet nennt sich „Les Dunes de la Pointe“. Auf den ersten Blick betrachtet sieht der Weinhang aus, wie jeder andere. Wenn man dann aber auf den Boden schaut, dann sieht man, dass alles auf Sand gebaut ist. 

Léon liegt 8 Kilometer östlich vom Meer entfernt und etwa 45 Auto-Minuten vom Baskenland entfernt. Der See von Léon eignet sich perfekt zum Kanufahrern, Paddeln oder Angeln. Mit seinem Sandstrand ist der See ein idealer Ort für kleine Kinder. Denn der Atlantik ist in diesem Gebiet sehr wild.

Es ist faszinierend zu beobachten, wie die Nebelschwaden der Wellen sich über den heißen Sand bis in die Kiefernwälder ausbreiten. Ein besonderes Erlebnis ist es, mit dem Bike am Strand zu radeln. 

Die Wälder rund um Léon bieten Radfahrern unendlich lange Strecken zum Pedalreiten. Oft sind die Wege hervorragend ausgebaut. An heißen Tagen bieten die Pinien wohltuende Frische. 

In der Region Landes verläuft die längste Strecke des Radwanderwegs La Vélodyssée: Ganze 160 Kilometer liegen zwischen Biscarrosse und Tarnos. 

Die Etappe zwischen den Landes und dem Pays Basque führt zunächst weiterhin inmitten durch die Wälder der Landes, entlang der Strände, bevor die Vélodyssée allmählich in eher städtische Gebiete übergeht. 

Unweit von Leon erstreckt sich das Naturschutzgebiet, das sich bis Moliets erstreckt. Außerdem ist der Fluss von Huchet beliebt für Boots-Ausflüge. 


Francois Morechal führt unseren Kahn durch den idyllischen Wald – bevor der Strom später bei Huchet ins Meer fließt.


Der Fluss entspringt aus dem Weiher von Léon und fließt in den Ozean. Dieser kleine Küstenfluss, eine wahrliche Nabelschnur zwischen dem Weiher und dem Ozean, ist mit seinen sumpfigen Ufern als Naturreservat klassifiziert. Das Naturschutzgebiet wird auch das Amazonien des Departements Landes genannt. 

Die südfranzösische Atlantik-Küste ist bei Surfern sehr beliebt. Ein Hotspot der Surfer ist die Stadt Hossegor. 

Der Mix aus Bäckereien, Cafés und Bars, dazu die unzähligen Surfspots und Surfshops. Alle großen Brands haben hier einen eigenen Laden. Zwischen Seignosse und Hossegor liegt die "Zone d'Activité Pédebert" - ein Industriegebiet mit einer einer großen Shoppingmeile – in der es alles gibt, was der Surfer braucht: Klamotten oder Surfboards. 

Daher sieht man in Hossegor viele junge Männer und zum Teil auch Frauen in den Neopren-Anzügen oder lässig in Shorts, mit Sonnenbrille und nassem Haar.


An wohl keinem anderen Ort in Frankreich gibt es so viele gute Surfspots in einer Stadt. Sandbänke ziehen sich kilometerweit den Strand von Hossegor entlang und sorgen zu fast jeder Uhrzeit für gute Bedingungen.

Entlang des weißen Sandstrandes gibt es sechs verschiedene Surfspots, die alle für unterschiedliche Niveaus geeignet sind. Der südlichste Strand, La Sud ist der Sufer-Einsteiger-Strand.  Am Strand La Nord schlagen die Wellen besonders heftig auf. Hier toben sich die Einheimischen und die erfahrenen Surfer aus aller Welt aus.  Hinter den Dünen liegt eben der mondäne Badeort mit prachtvollen Villen, die zwischen dem Meer und dem See von Hossegor unter Pinien stehen. Entspannung für die Seele ist immer ein Spaziergang  zum Leuchtturm.

Ein ebenfalls bekannter Surfer-Hot-Spot hier am Atlantik ist Biscarosse Plage – Teil von Biscarosse,  am Rand des Beckens von Arcachon. 

Der Ort wird vom größten Wald Europas, Forêt des Landes, eingeschlossen. Jahrzehntelang waren die Seen um Biscarrosse Stützpunkt von Wasserflugzeugen. Eine große Flugzeugfirma aus Toulouse betrieb eine Endmontagehalle. Diese Flugboote wurden mit Tiefladern von Toulouse nach Biscarrosse transportiert. Die ganze Geschichte erzählt ein beliebtes Museum der Stadt. Wir radeln auf einem der langen Radwege rund um Biscarosse, die sich durch die Wälder und Dünen bis hin zu den Ozeanstränden ziehen.


Endlose Ozeanstrände mit hellem, feinem Sand, unvergleichliche Süßwasserseen mit klarem Wasser,  Pinienwälder, die sich zwischen Dünen und Hügeln erstrecken, von denen aus sich der Blick auf das einzigartige Panorama der Seen und die Weite des Ozeans öffnet.

Am See von Biscarosse befindet sich ein großer Campingplatz. Hier sprachen wir mit zwei begeisterten Campern: Janine und Frank aus Hannover. 


Auch der Nachwuchs wollte etwas ins Radioreise-Mikrofon sagen...


Die großen Pinienwälder sind der Arbeitsort der so genannten Harzer. Das Harzen ist ein altes Handwerk, um den flüssigen, wertvollen Saft aus dem Stamm des Baumes zu bekommen.


Im Radioreise-Podcast hören Sie ein Gespräch mit Jean Claude Lacrotte. Dabei präsentiert er uns auch seine Gesangskünste, die uns an den legendären Charles Trenet erinnern.


Der Kiefernwald Forêt des Landes ist ein recht junger Wald aus dem 18. und 19. Jahrhundert und heute die größte grüne Lunge Frankreichs. Napoleon III ließ im 19. Jahrhundert riesige Fläche aufforsten. Den Hintergrund erfahren Sie in unserer Sendung. 


In der nächsten Etappe reisen wir in den Süden von Aquitanien nach Vieux Boucau in der Nähe von Bayonne. Hier ist Spanien fast zum Greifen nah. Wir erleben einen Hauch Spanien, einen Stierkampf in der Arena. Dieser Kampf heißt hier: „course landais“ 

Es ist ein traditionelles Spiel zwischen der Kuh und dem Läufer.

Im Gegensatz zu Spanien fließt bei diesem Kampf kein Blut, das Tier bleibt unverletzt, ja es darf nicht einmal berührt werden. Denn die Kämpfer springen über die Tiere.


Die Kämpfer müssen wahre Akrobaten sein. Wir trafen die sportlichen Jungs nach der Show backstage...


Im Radioreise-Interview spricht Emanuel Lataste über sein hartes Training. Dieses und viele andere Gespräche dieser Reise übersetzte damals Thomas Schmidt, der viele Jahre für Atout France gearbeitet hatte. 


An der Atlantikküste Aquitaniens sucht man vergebens betonierte Küsten. Nirgends verstellen Hotel-Burgen die Sicht. Die Badeorte haben melodiöse Namen wie Lacanau, Saint-Jean-de-Luz, Pornic, La Baule, Les Sables d’Olonne, Saint-Jean-de-Monts. Historische Fischerorte haben sich den Charme der Belle-Epoque bewahrt. Auch das Hinterland hat viele Schätze, die man zum Beispiel auf einer historischen Eisenbahn erkunden kann. Etwa 50 Kilometer südlich von Biscarosse steigen wir in Sabres in den Zug fahren durch den riesigen Wald der Region Landes.




Hier drehen wir die Räder der Uhren um fast 200 Jahre zurück. Der historische Zug begleitet uns ins Freilicht-Museum von Marqueze.



Valerie Servain begleitet uns auf der Zeitreise ins alte Frankreich. 


Das schöne Biarritz müssen wir in dieser Sendung leider links liegen lassen. 




Das Abschieds-Dinner dieser Radioreise verbringen wir an einem idyllischen Ort, einer schwimmenden Insel im See von Biscarosse. „Idyll Cafe“ nennt sich diese Location. 


Ein schmaler Steg führt auf diese kleine paradieische Schlemmer-Insel.


Die Tische sind mit Tüchern überspannt. Man sitzt in ganz bequemen Sesseln und wird vom Kellner serviert, in unserem Fall der junge Clement Hof.


Es heißt schon wieder Abschied nehmen...


Doch Sie können den Urlaub in Aquitanien gerne verlängern. Eine andere Radioreise führt Sie von Arcachon bis Contis Plage. 
GIRONDE & LANDES - FRANKREICHS ATLANTIKKÜSTE

Reisen Sie mit uns weiter nach Norden entlang der Atlantikküste bis in die Bretagne.
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Von da aus empfehlen wir die Verlängerung in der Normandie. 
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Natürlich haben wir auch die französische Mittelmeerküste im Programm. 
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Dabei darf die Filmmetropole Cannes auf keinen Fall fehlen. 
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Auf ein Wiedersehen an der französischen Atlantikküste!