JAPAN-RUSSLAND-UKRAINE-DEUTSCHLAND - VON GRENZGÄNGERN, WELTENBUMMLERN, KÜNSTLERN UND HELFERN
In dieser Radioreise nimmt Sie Alexander Tauscher mit auf eine recht gewagte Tour. Es geht gedanklich von Japan über Russland und die Ukraine nach Deutschland. Freuen Sie sich auf besondere Menschen und ihre Geschichten aus diesen Ländern. Zunächst sprechen wir mit dem Münchner Dachdeckermeister Michel Seidensticker über sein Berufspraktikum in Japan. Dank der Unterstützung von Erasmus+ und der Vermittlung durch die Handwerkskammer für München und Oberbayern hatte der junge Familienvater die Möglichkeit, neue berufliche Erfahrungen in Fernost zu sammeln. Über Unterschiede in der Arbeitsweise, über kulturelle Erfahrungen und kuriose Begebenheiten im Alltag spricht der Handwerker und empfiehlt jedem Auszubildenden und Gesellen, diese Chance zu nutzen. Aus Japan fliegen wir gedanklich westwärts über das größte Land dieser Erde. Wir treffen in Russland die Journalistin und Abgeordnete des Moskauer Statdtparlaments Natalia Borisowna Metlina. Sie berichtet über ihre nicht ganz ungefährliche Reise in die beiden jetzt aus Moskauer Sicht offiziell zu Russland gehörenden Regionen Lugansk und Donezk. In München sprechen wir mit einem jungen russischen Opernsänger, der auf vielen Bühnen in Europa stand und steht und unter anderem im Opernstudio der Bayerischen Staatsoper sang. Aleksey Kursanov spricht über seine Meisterstunden bei Placido Domingo und die Liebe zur deutschen Sprache. Schließlich erinnert sich der einstige oberste Sowjet Oleg Jegorow an die Wendezeit 1989-1990, als er vom damaligen sowjetischen Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow für die Begleitung der Deutschen Einheit nach Berlin entsandt wurde. Er erinnert sich, wie ihn der Mauerfall bewegt hatte, als sich Deutsche aus Ost und West in den Armen lagen. Und er hat eine klare Botschaft im laufenden Ukraine-Krieg. "Stoppt das Schießen, stoppt das Hassen, umarmt Euch und lebt im Frieden". Viel Spaß in dieser besonderen Ausgabe der Radioreise!
Wir haben heute eine Tour vorbereitet, die man ganz sicher in keinem Reisebüro so buchen kann. Beim Blick auf die Seiten des Auswärtigen Amtes würde etliche Sicherheitshinweise erscheinen. Es ist eine Tour, die allein in der Luftlinie gut 13.000 Kilometer lang ist. Die Entfernung ist gar nicht das Problem. Schwieriger ist der Weg selbst, denn er führt über so manch einen eisernen Vorhang und so manch ein Minenfeld. Wir streifen gedanklich das größte Land dieser Erde und das flächenmäßig größte Land Europas. Ausgangspunkt ist das Land der aufgehenden Sonne, Japan. Der Münchner Dachdeckermeister Michel Seidensticker war mit seiner noch ganz jungen Familie mehrere Monate in Japan und ist dort im wahrsten Sinne des Wortes aufs Dach gestiegen.
Reisen widerlegt ja oft Vorurteile. In den Vorstellung vieler ist beispielsweise, dass Japaner den ganzen Tag unermüdlich arbeiten und überhaupt keine Freizeit kennen. Das ist die halbe Wahrheit, hat Dachdeckermeister Michel Seidensticker in Japan herausgefunden. Denn Freizeit zu Hause gibt es wochentags faktisch nicht, aber das heißt nicht, dass die Japaner unermüdlich im Betrieb arbeiten. Michel war mehrere Monate in einem Handwerksunternehmen und hat da viel vom Alltag der Menschen mitbekommen. Im Radioreise-Gespräch erzählt er zum Beispiel über technische Besonderheiten bei japanischen Toiletten. Während bei uns das WC schlicht seinen Zweck erfüllt, wird es dort zum besonderen Erlebnis, oder zur Herausforderung.....
In der nächsten Etappe machen wir uns auf einen Weg, der alles andere als einfach ist. Wir laufen über ein politisches heißes Pflaster, wenn es über Russland gedanklich in die von Russland besetzten Gebiete der Ost-Ukraine geht. Auf einer Autofahrt durch Moskau sprach Alexander Tauscher ich mit Natalia Metlina. Sie engagiert sich ehrenamtlich in der Lokalpolitik und ist Abgeordnete des Moskauer Rathauses, der Mosgorduma. Natalia ist eine der wenigen parteilosen Abgeordneten. Für ein paar Tage war sie im Jahr 2025 in den beiden Regionen Lugansk und Donezk. Dort organisierte sie vor allem medizinische Hilfe.
Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine sind ja viele Brücken zerstört worden und es wird dauern, bis die wieder aufgebaut sind. Wer weiß, ob sie alle wieder aufgebaut werden. Auch Künstlerinnen und Künstler fielen unter die Sanktionen. Umso erfreuter waren wir, als wir durch großen Zufall einen jungen russischen Tenor-Sänger trafen, der zwischen Ost und West pendelt. Aleksey Kursanov ist in seiner Heimat schon ein kleiner Star. In Deutschland, Österreich und der Schweiz singt er sich in die Herzen der Menschen. Kursanov ist Absolvent der Viktor-Popov-Chorkunstakademie in Moskau. Er lernte später unter anderem bei Plácido Domingo. Im Jahr 2021 gab er sein Debüt als Tamino in der Zauberflöte im fernen Sibirien - am Opern- und Balletttheater Nowosibirsk.
Er ist Sieger des Internationalen José-Carreras-Grand-Prix-Gesangswettbewerb. In exford in Irland stand er kurz darauf erstmals beim Festival auf der Bühne. Und im Jahr 2022 nahm Alexey an der Sommerakademie von „Opera For Peace“. Aleksey nahm an den Young Artists Opera Programmen des legendären Moskauer Bolschoi-Theaters teil. Später war er Mitglied im Opernstudio der Bayerischen Staatsoper und sang hier zum Beispiel die Tschaikowski-Ouvertüren des Bayerischen Staatsballetts. Dann gastierte er beim Rossini Opera Festival im italienischen Pesaro in der „Pique Dame“.
Die bisherigen Geschichten aus Russland handelten in Zeiten der zweiten Eiszeit zwischen Ost und West. Dabei liegt die erste noch gar nicht so lange zurück, sie ist erst 1989 und 1990 aufgetaut. Wir trafen in Moskau Oleg Jegorow, der damals für den sowjetischen Staats- und Parteichef Michael Gorbatschow die Vereinigung Deutschlands in Deutschland begleiten sollte. Oleg Jegorow war in jener Zeit Mitglied im Obersten Sowjet. Im Radioreise-Gespräch beschreibt er bewegend, wie er überwältigt von den Szenen an der Berliner Mauer war. Es sei ihm in dem Moment klar geworden, dass die zementierte Teilung Deutschlands ein fundamentaler Fehler war.
Viele ähnliche Gespräche hat Alexander Tauscher auf seinen unzähligen Moskau-Reisen geführt und in der Radiroeise wiedergegeben. Es sind Sendungen, die vor dem Einmarsch in die Ukraine und auch während des Ukraine-Krieges geführt wurden. Hier sind ein paar Beispiele:
https://www.radioreise.de/2022/01/russischer-winter-mit-heissen-gruessen-von-vaterchen-frost.html
https://www.radioreise.de/2025/12/moskauer-einblicke-erlebnisse-und.html
https://www.radioreise.de/2025/05/moskauer-ruckblicke-erlebnisse-rund-um.html
https://www.radioreise.de/2025/01/moskauer-perspektiven-begegnungen-in.html
https://www.radioreise.de/2024/05/moskauer-momente-gesprache-und.html
https://www.radioreise.de/2024/01/moskauer-ansichten-begegnungen-in-der.html
https://www.radioreise.de/2023/01/moskauer-notizen-persoenliche-begegnungen-zur-jahreswende-2022-2023.html
https://www.radioreise.de/2021/05/moscow-nightlife-das-wilde-moskauer-nachtleben.html
https://www.radioreise.de/2025/05/russia-inside-unterwegs-in-russland-von.html
https://www.radioreise.de/2016/11/inside-moscow.html
https://www.radioreise.de/2018/12/nostalgiereise-moskau.html
https://www.radioreise.de/2018/12/moskau-eine-zeitreise.html
Auf ein Wiedersehen in einer friedvolleren Welt.










