MOSKAUER EINBLICKE - ERLEBNISSE UND GESPRÄCHE IN DER RUSSISCHEN HAUPTSTADT ZUM JAHRESWECHSEL 2025-2026
In dieser Radioreise gibt Alexander Tauscher besondere Moskauer Einblicke. Freuen Sie sich auf Erlebnisse und Gespräche in der Hauptstadt Russlands zum Jahreswechsel 2025-2026. Wie immer hat er dank der familiären Wurzeln und der Tätigkeit seiner Cousine Natalia Borisowna Metlina als Journalistin und Moskauer Duma-AbgeordneteZugang zu interessanten Menschen, deren Stimme bei uns im Äther sonst nie erklingen würden. Mit der Biathlon-Olympia-Siegerin und Biathlon-Weltmeisterin Olga Alexejewna Saizewa spricht er unter anderem über dne Ausschluss russischer Athleten von internationalen Wettkämpfen, über Doping und die Erinnerungen an Sotschi 2014. Die Direktorin des Theaters der Russischen Armee Milena Awimskaja trifft Alex bei der Premiere des Musicals "Heilige Anna", in der es um die tragische Nordmeer-Überquerung im Jahr 1914 geht. Der 103jährige Viktor Iwanowitsch Silizki erinnert sich als Veteran des Zweiten Weltkrieges an die blutigen Schlachten von Kursk und Berlin und wird natürlich auch gefragt, wie er den Angriff Russlands auf die Ukraine im Jahr 2022 bewertet. Das biblische Alter von 102 Jahren hat Valentina Iwanowna erreicht. Sie erlebte das Ende des Zweiten Weltkrieges an der Front in Fernost. Wir sprechen mit ihrer Tochter Irina Christ, die seit dem Jahr 1990 in Frankfurt am Main wohnt und ihre Mutter in Moskau regelmäßig besucht. Es geht um zwei Herzen, die in einer Brust schlagen, wenn man in solch einer Konstellation auf das heutige Russland schaut. Um das Leben Hochbetagter kümmert sich Andrey Metzler als Leiter eines Vorzeige-Altersheimes im Moskauer Stadtbezirk Teplij Stan Konkovo. Und um das Projekt "Langes in Moskau" geht es im Gespräch mit Ludmila aus dem Stadtparlament. Bewegend sind die Worte von Sergej Sharikov, der eine Klinik leitet, in der schwer-kranke Kinder während des langen Aufenthaltes schulisch unterrichtet werden. Er spricht von einer engen Kooperation mit Deutschland und der Erkenntnis, dass Medizin keine Grenzen kennt. Wenn die Kinder ihre Wünsche in Bilder malen, könne das die Erwachsenen zum Frieden versöhnen. Auch die Kulinarik baut Brücken über den eisernen Vorhang. Wir testen eine Münchner Weißwurst im Paulaner Bierhaus in Moskau gemeinsam mit dem Abgeordneten der Moskauer Duma Valera Golovchenko. Der kleine Lew Metzler verrät uns seinen Berufswunsch. Das sind ganz sicher Erlebnisse, die Ihnen nur diese Sendung bieten kann. Wir wünschen ein interessiertes Weiterhören!
Wer über Weihnachten und Neujahr in den Urlaub fliegt, den zieht es oft in den Süden ins Warme, zum Beispiel an tropische Strände. Anderen buchen einen City-Trip nach Rom, New York oder Madrid. Wenn man Alexander Tauscher fragt, wo er die Feiertage verbringt, löst seine Antwort "Moskau" meist erhebliches Staunen aus. Es reicht von der Verwunderung bis zum Kopfschütteln und glücklicherweise herrscht auch Interesse an diesen Reisen ins heutige Russland. Alex hat zum wiederholten Male die russische Hauptstadt in einer Zeit besucht, in der das Land einen Krieg gegen die Ukraine führt. Dass er sich vom Krieg distanziert, steht außer Frage.
Beginnen wir recht unpolitisch mit dem Sport, im Speziellen mit Wintersport. Wobei sich auch der Sport leider nicht mehr von der Politik trennen lässt, jedenfalls im Zusammenhang auf Russland. Am Rande einer Musical-Premiere im Theater der Russischen Armee traf er in einer kurzen Pause die Biathletin Olga Alexejewna Saizewa-Augusti. Sie ist zweifache Olympia-Siegerin und dreifache Weltmeisterin im Biathlon.
Mögen die Länder gegeneinander kämpfen, hart kämpfen, unerbittlich kämpfen, aber nur im sportlichen Wettstreit. Und wenn es Kanonen in dieser Welt noch geben sollte, dann nur solche wie diese im Moskauer Kreml, die nie einen Schuss abgegeben hatte.
Wer in diesen Zeiten nach Russland fliegt, der muss schon einen besonderen Grund haben. Im Fall von Alexander Tauscher sind es familiäre Wurzeln. Seine inzwischen verstorbene Mutter stammt aus Moskau.
Er ist seit seiner Geburt fast durchgehend jedes Jahr zur Verwandtschaft in die damalige Sowjetunion, ins heutige Russland geflogen. Heute pflegt er eine enge Bindung zu seiner Cousine Natascha.
Alex kennt die Sowjetunion und das heutige Russland. Dies gleichzusetzen, wäre nicht nur historisch falsch, es würde die Realität überhaupt nicht widerspiegeln.
Erstens äußerlich: Moskau hatte schon immer prächtige Gebäude, aber die Beleuchtung hat sich dermaßen verändert, wie man schon an der nächtlichen Fahrt vom Flughafen in die City erkennt.
Zweitens das westliche Antlitz. Moskau ist die Stadt, die niemals schläft.
Supermärkte haben oft rund um die Uhr geöffnet. Es wimmelt an Cafes und Restaurants, an Fitness-Studios und Ähnlichem.
Drittens die Menschen: Sie sind modern angezogen. Jeder hat wie bei uns ein Smartphone in der Hand. Das fällt gerade in der Metro auf. Und auch Rentnerin, die nah an der 90-Jahre-Grenze leben, nutzen selbstverständlich diese neuen modernen Kommunikationskanäle.

Viertens: das kulturelle Angebot. Zu den damals schon großen Theaterbühnen sind viele neue hinzugekommen. Ein großes Theater bestand schon zu Sowjetzeiten. Damals hieß es: Theater der Sowjet-Armee – heute ist es das Theater der Russischen Armee.
Bei dem Namen erschrickt man vielleicht und denkt an den Ukraine-Krieg. Aber auch hier ist ein differenziertes Bild angebracht. Denn auf dieser Bühne werden klassische Opern genauso gespielt wie moderne Interpretationen.
Wir waren zur Premiere eines Musicals geladen, in dem es um ein im arktischen Meer vor Russland festgefahrenes Schiff geht, die "Heilige Anna". Das Stück spielt Anfang des 20. Jahrhunderts.
Wir sprachen mit der Theater-Direktorin Milena Awimskaja über das breite Repertoire dieses Hauses und die gigantische Fläche der beiden Theater-Bühnen.
Dabei erzählte Milena von ihren Verwandten in Deutschland und der Hoffnung, dass sich bald wieder mehr Menschen zwischen beiden Ländern begegnen.
Der Weg ist das Ziel, heißt es. In diesem Fall aber ist der Weg ein großer Umweg. Denn Moskau kann man seit Beginn des Ukraine-Krieges im Februar 2022 per Flugzeug nur über Drittstaaten erreichen.
Das Visa ist das geringste Problem: Inzwischen kann man problemlos online ein elektronisches Visum beantragen. Da Russland seit Beginn der Invasion vom SWIFT-Zahlungsverkehr abgekoppelt ist, kann man weder Geld nach Russland überweisen, noch in Russland mit westlichen Kreditkarten an den Automaten Geld abheben. Also muss man ausreichend Bargeld mit sich führen, um vor Ort stets flüssig zu sein.
Das baut natürlich eine weitere Hürde fürs Reisen derzeit auf. Alex ist diesbezüglich ein olympischer Hürdenläufer und trifft damit Menschen, die sonst nicht in unsere Ohren durchdringen würden. Ein Beispiel ist der 103-jährige Viktor Iwanowitsch Silizki.
Der Veteran des Zweiten Weltkrieges lebt in einer winzigen Wohnung im Moskauer Südwesten im Bezirk Teplij Stan–Konkowo. Eine Pflegerin schläft mit ihm im gleichen Zimmer und kümmert sich um das Wohlergehen des Hochbetagten.
Alex traf ihn, als die Abgerdnete Natalia Metlina ihn zum Jahreswechsel mit einem kleinen Präsent-Korb besuchte.
Kinder des Krieges waren zu Sowjetzeiten die Menschen, die die Schrecken des Zweiten Weltkrieges erlebt haben. Heute sind es Millionen Kinder auf beiden Seiten der Front. Fast vier Jahre kämpfte die damalige Sowjetunion gegen Hitlerdeutschland, dass die UDSSR überfallen hatte. Der Krieg in der Ukraine hat diese Zeitspanne leider übertroffen. Also lag es nah, einen Zeitzeugen des Zweiten Weltkrieges zu fragen, wie er die heutigen Dinge sieht. Seine Antworten hören Sie im Radioreise-Podcast. Seinen herzlichen Gruß an die Radioreise-Hörer ist hier im Video auf den Facebook- und Instagram-Seiten der Radioreise zu sehen.
Ein Jahr jünger ist Valentina Iwanowna, die als Veteranin des Zweiten Weltkrieges den 9. Mai 1945 im Fernen Osten Russlands erlebt hatte. Die Moskauer Duma-Abgeordnete Natalia Metlina überreichte auch ihr zum Jahreswechsel einen kleinen kulinarischen Gruß. Ihre Tochter Irina Christ, die seit 1990 in Deutschland lebte, sprach mit uns über den Vorzug, Russland und Deutschland aus zwei Perspektiven zu sehen.
Mehr als eine halbe Million Menschen sind in Moskau über 80 Jahre alt. Wenn sie nicht zu Hause betreut werden, leben sie in Altenheimen wie diesem Vorzeigehaus im Moskauer Südwesten, dass von Andrey Metzler geleitet wird.
Hier ist der kurze Video-Gruß von Andrey Metzler.
Ein russischer Dichter sagte einmal: Russland ist so schön, da muss man alt werden.
Über das Projekt "Langes Leben in Moskau" sprachen wir mit der Duma-Mitarbeiterin Ludmila.
Der 11-jährige Lew steht mit dagegen erst am Beginn seines Lebens. Im Radioreise-Gespräch erzählt er von seinen beruflichen Träumen.
Einer seiner Träume besteht darin, Journalist zu werden und von der Kriegsfront zu berichten. Wir wünschen ihm die Erfüllung des Journalismus-Traumes, jedoch an friedlichen Orten, wenn es keine Kriege mehr gibt.
Oft wird Alexander Tauscher gefragt, ob man denn in Moskau den Krieg spürt. Wenn man es nicht aus der Perspektive der Familien betrachtet, deren Angehörige an der Front im Einsatz sind, dann sind die Folgen des Krieges vergleichsweise überschaubar. Denn das ganz normale Leben nimmt in Moskau seinen Lauf.
In den Jahren 2022 und 2023 war der Krieg rein optisch betrachtet recht weit weg. Dann jedoch erreichten die Drohnen aus der Ukraine auch Moskau. Trotz einer guten Luftabwehr gab es einzelne Einschläge in der Stadt. Inzwischen ist das Moskau selbst sicher. Jedoch wird der Flugverkehr immer wieder gestört, wenn Drohnen auf Moskau oder andere russische Städte fliegen
Die Airports bleiben dann, wie es auf Russisch heißt, im "Teppich-Modus". Flugzeuge dürfen eine gewisse Zeit nicht starten und landen.
Zum Glück gibt es Projekte, die auch in Zeiten des Ukraine-Krieges zwischen Ost und West laufen. Abgesehen von den ersten Monaten nach Kriegsbeginn besteht nämlich eine enge Partnerschaft zwischen den Kinderkrebs-Kliniken in Hamburg und Moskau. Hier geht es um die schulische Betreuung von Kindern und Jugendlichen, die wegen ihrer schweren Erkrankung oft monatelang in der Klinik liegen müssen.
Sergej Sharikow leitet die Kinderklinik Dima Margatschowa im Moskauer Südwesten. Seine Gedanken im Radioreise-Podcast sollten unbedingt gehört werden.
Hier ist seine kurze Videobotschaft an seine Kollegen in Deutschland.
Wenn man denkt, mit dem Beginn des Ukraine-Krieges wurden schon die meisten Brücken zwischen Ost und West abgerissen, so wurde man im Laufe des Jahres 2025 eines Schlechteren belehrt. Bisher konnte Alexander Tauscher mit seinen Verwandten und Freunden in Moskau problemlos über westliche Messenger-Dienste kommunizieren.
Sprach- und Videocalls über whats up, Facebook, Telegramm waren eine Verbindung, die ihn durch den neuen eisernen Vorhang ein wenig getröstet haben.
Doch seit dem Spätsommer 2025 werden diese Messenger-Dienste in Russland zunehmend blockiert und sind nur noch mit vpn-Verbindungen sicher erreichbar.
Lassen wir also die Gastronomie und Kulinarik eine Brücke zwischen Ost und West bauen.
Mehrere Brauhäuser laden in der russischen Hauptstadt dazu ein, Schmankerl aus Bayern zu probieren.
Paulaner ist damit längst auch in Moskau ein Begriff.
Zum Münchner Weißwurst-Test trafen wir uns mit Valera Golovchenko zum Beispiel. Er ist wie Natalia Metlina parteiloser Abgeordneter der Moskauer Duma.
Eine Kostprobe der bayerisch-deutschen Verkostung gibt es hier - das komplette Video auf den sozialen Kanälen der Radioreise.
Bayerische Küche in Moskau. Echt? Oder täuschend echt?
selbst das stille Örtchen ist stilecht....
Die touristischen Sehenswürdigkeiten der Stadt haben wir in etlichen anderen Radioreisen beschrieben. Dennoch stehen sie immer wieder, auch in dieser Dezember-Reise 2025, auf der Agenda.
Auch wenn das orthodoxe Weihnachtsfest erst im Januar gefeiert wird, war es auch an Heiligabend in Moskau schon sehr festlich.
Natürlich bestand die Moskau-Reise in erster Linie nicht aus Interviews, sondern aus vielen privaten Begegnungen.
Seit mehr als 15 Jahren produziert Alexander Tauscher regelmäßig Radioreisen aus Russland, insbesondere aus Moskau.
Mit Beginn des russischen Einmarsches in die Ukraine haben sich die Vorzeichen dieser Sendungen leider verändert. So stehen die Themen Frieden und Krieg häufig im Mittelpunkt der Gespräche. Seit Dezember 2022 entstanden eine Reihe Sondersendungen der Radioreise. Hier sind sie noch einmal aufgelistet:
https://www.radioreise.de/2023/01/moskauer-notizen-persoenliche-begegnungen-zur-jahreswende-2022-2023.html
https://www.radioreise.de/2024/01/moskauer-ansichten-begegnungen-in-der.html
https://www.radioreise.de/2024/05/moskauer-momente-gesprache-und.html
https://www.radioreise.de/2025/01/moskauer-perspektiven-begegnungen-in.html
https://www.radioreise.de/2025/05/russia-inside-unterwegs-in-russland-von.html
Auf ein Wiedersehen in Moskau in einer hoffentlich endlich friedvolleren Zeit!





















































































