SALZBURGER ALMENWEG - ERLEBNISSE VON DEN BEATLES BIS ZU SKILEGENDEN AUF DIESEM FERNWANDERWEG DURCH DIE ALPEN
In dieser Radioreise nimmt Sie Alexander Tauscher mit auf den Salzburger Almenweg. Freuen Sie sich auf Wanderetappen über Berge und Täler, von Hütte zu Hütte, durch interessante Orte im Salzburger Land. Wir starten bei Almwirt Michael Haym auf der Tauernkarleitenalm zur Eröffnung des jährlichen Almsommers. Den feiert auch die Sportskanone Andreas Promegger, die seit mehr als 25 Jahren Hochleistungssportler im österreichischem Snowboard-Nationalteam ist. Auch auf der Wanderstrecke von Zauchensee zur Gnadenalm sprechen wir mit der Biologin Nini Orda aus Obertauern über den nicht nur blau blühenden Enzian. Auf der Oberhütte in Forstau serviert uns Julia Oberkofler hausgemachten Topfenstrudel. Otto Fritsch zeigt uns in den Radstädter Tauern ein Naturspektakel und Herta Palzenberger beschreibt den Blick über diese olympische Kulisse. Michael Walchhofer, Obmann des Tourismusverbandes Altenmarkt-Zauchensee als ehemaliger österreichischer Skirennläufer und Weltmeister im Abfahrtslauf spricht über die Region als Winter- und Sommer-Destination. An einen legendären Auftritt der Beatles und die spannenden Dreharbeiten für den Clip der LP-Aufnahmen aus dem Album Help der Pilzköpfe erinnert Lukas Eisl vom Tourismusverband Obertauern. Und am Ende der Wanderung auf dem Salzburger Almenweg entspannen unsere Füße mit dem Latschenkiefer-Öl aus dem Hofladen von Theresa Warter. Viel Spaß bei dieser aktiven und sehr erlebnisreichen Tour durch die Alpen!
Ob mit dem Auto, Bus oder Zug – der Einstieg ist an vielen Stellen möglich und die Infrastruktur gut ausgebaut. Im Bergdorf Zauchensee im Pongau, etwa eine Autostunde südlich von Salzburg, schnüren wir die Wanderschuhe.
Dort startet für uns die 18. Etappe des Salzburger Almenwegs. Der Weg führt uns bis zur Tauernkarleiten-Alm.
Jedes Jahr wird auf einer anderen Alm der traditionelle Almsommer eröffnet.
Almwirt Michael Haym erzählt uns im Radioreise-Gespräch, wie an diesem Tag rund 150 Besucher auf der Tauernkarleiten-Alm gemeinsam den Beginn der Wandersaison feiern.
Der Wanderweg verläuft auf einer Gesamtlänge von 350 Kilometern und war kurz nach der Jahrtausendwende angelegt worden. 25 Etappen verbinden die Almen des Pongau, man wandert von Hütte zu Hütte.
Dabei ist für jeden etwas dabei - von kurzen Etappe ab 9 Kilometern, für die man etwa drei Stunden braucht, bis zu 21 Kilometer-Etappen, die in etwa acht 8 Stunden reiner Wanderzeit zurückgelegt werden können.
Man kann die Wandertouren individuell, nach eigener Lust und Laune organisieren oder man bucht sich das Wandererlebnis als Paket. Wenn einem das Gepäck zu schwer ist, werden unterwegs Gepäcktransporte organisiert. Wir laufen durch eine Region, die einen langen Winter mit entsprechend viel Wintersport hat.
Wenn der letzte Schnee meist Ende Mai getaut ist, wird der Start in die Sommer-Saison und die jährliche Wiedereröffnung des Wanderwegs gebührend gefeiert. Alles beginnt mit einer Wanderung auf die Alm, Musik begleitet uns und Alphörner weißen den Weg.
Geladene Gäste, Ski-Legenden und Politiker treffen sich. Die Einheimischen genießen diesen Tag und feiern – jeder kann dabei sein. Eva Mayr war 20 Jahre lang Regionalbetreuerin der Salzburger Land Tourismusgesellschaft. Am Ende ihrer Berufslaufbahn hat sie diesen Almenweg ins Leben gerufen.
Bei der Feier auf der Hütte trafen wir auch den Snowboarder Andreas Promegger. Seit über 25 Jahren ist er Hochleistungssportler im österreichischem Snowboard-Nationalteam.
Über einen ausgebauten Wirtschaftsweg steigen wir zur Gnadenalm ab und haben für die nächsten Etappe ein besonderes Wanderziel vor Augen.
Der Salzburger Almenweg erstreckt sich als Rundkurs oder Streckenwanderung vorbei an Orten wie Werfen, Wagrein, Flachau und Filzmoos. Er streift auch das Gasteinertal. Auf dem Weg laden mehr als 120 Hütten zur Einkehr ein.
Die Bilderbuch-Kulisse für die Wanderer sind die steilen Hänge, die grünen Almen und bewaldeten Berghänge. Besonders beeindruckt der seinerzeit von Heino so gepriesene blaue Enzian. Die Blüten leuchten dunkelblau und scheinen direkt aus dem Boden zu sprießen. Auf den grünen Wiesen fällt diese Farbe besonders auf.
Auch auf der Strecke von Zauchensee zur Gnadenalm blühte links und rechts vom Weg der Enzian. Auf dieser Etappe begleitet uns die Biologin Nini Orda aus Obertauern.
Wir haben schon einige Kilometer in den Beinen und die nächste Alm ist in Sicht. Damit ist auch eine Stärkung angesagt. Den Enzianschnaps heben wir uns für den Abend auf, denn wir müssen ja später noch trittsicher den Berg absteigen. Dafür steigen wir ein in die regionale Bergküche: Die meisten Hütten bieten die typischen kalte Speisen, die bekannten Brettlejausen mit lokalem Käse, Speck, Wurst, Butter und Brot an.
Aber so manch eine Alm hat ihr eigenes „Almenweg Schmankerl“. Das finden wir in der Küche von Julia Oberkofler auf der Oberhütte in Forstau.
Ihr Markenzeichen ist der Topfenstrudel – den man auf Hochdeutsch unter dem Begriff Quarkstrudel kennt.
Im Radioreise-Gespräch plaudert Julia über Kulinarik und Gastfreundschaft.
120 Almen verbindet dieser Wanderweg. Er schlängelt sich vom Tennengebirge zum Hochkönig über die Salzburger Sonnenterrasse. Später geht er ins Großarltal, mitten durch die Salzburger Sportwelt bis nach Obertauern.
Wir wandern weiter, ruhen uns aber zunächst einmal auf der Gottschallalm aus und legen hier die müden Beine hoch.
Ganz in der Nähe der Gnadenalm befindet sich der Johannes-Wasserfall als ein besonderer Ort. Er ist in zweierlei Hinsicht majestätisch.
Der Habsburger Erzherzog Johann, der Bruder des Kaiser Franz des Ersten, fand diesen Wasserfall so beeindruckend, dass er ihn nach sich benannte. Aber auch die Fallhöhe des Wassers ist majestätisch. Das kühle Nass stürzt zwischen den Felswänden 60 Meter in die Tiefe.
Der Salzburger Almenweg führt direkt hinter den Wasserfall und bietet daher eine ganz besondere Perspektive auf die Landschaft. Die Berge sind in dieser Region nach Radstadt benannt, in der viele einen Pausentag auf dem 350 Kilometer langen Fernwanderweg einlegen.
Und dennoch geht es sportlich zu in dieser kleinen Stadt: Im Ortskern wurden die Olympiasieger, Welt- und Europameister sowie die bekannten Sportler dieser Region in Form von Sternen verewigt. Es ist der so genannte „Walk of Sports“ – angelehnt an den „Walk of Fame“ in Holywood.
Im Radioreise-Podcast konzentrieren wir uns auf die tiefere Geschichte von Radstadt und erklären die damalige Bedeutung der Stadtmauer.
Wer in Radstadt endet, sollte sich noch den Aufstieg zum Hausberg, dem Rossbrand, nicht entgehen lassen. Er bietet einen 360 Grad Blick über die Region und eine gute Küche in der Radstädter Hütte.
Die Kenner der Szene übernachten auf der Hütte und genießen en Sonnenuntergang und den Sonnenaufgang fast allein.
Wir sind fast immer auf der Höhe, schnuppern damit gesunde Bergluft. Der Tag beginnt stets mit einem guten Frühstück auf einer Hütte. Das Angebot reicht von urigen Selbstversorger-Hütten über die größeren Schlafsäle bis zu kleinen familiengeführten Pensionen.
Für eine Station im Tal reicht oft ein Anruf am Tag zuvor, um sich entlang des Salzburger Almenweges eine Unterkunft zu besorgen. Wer lieber nicht so spontan unterwegs ist, kann sich vorab eine Route heraussuchen, muss dann aber auch bei Wind und Wetter wandern oder einfach den bequemen Radstädter Wanderbus zum nächsten Einstieg nehmen.
In dieser Etappe begleitet uns Michael Walchhofer, Obmann des Tourismusverbandes Altenmarkt-Zauchensee. Er ist nicht nur Touristiker. Michael ist ehemaliger österreichischer Skirennläufer. Michael wurde im Jahr 2003 Weltmeister im Abfahrtslauf und gewann dreimal die Weltcupwertung in dieser Disziplin und war im Super G erfolgreich.
Wir haben auch guten alten Beat im Wander-Gepäck. Und dazu drehen wir die Uhren zurück: Am 13. März 1965 landeten die Beatles kurz vor halb drei am Nachmittag in Salzburg. Tausende vor allem weibliche Fans kreischten, als die Pilzköpfe die Gangway hinabstiegen. Andere wollten die Jungs am liebsten zurück auf die Insel schicken. Es herrschte Ausnahmezustand, denn die Beatles waren für eine Woche nach Obertauern gekommen, um hier für den Song „Help!“ die Schneeszenen zu drehen.
Da aber keiner der Beatles wirklich Skifahren konnte, mussten Doubles her: Nur John Lennon konnte ein bisschen Ski fahren, erzählt seit dem gerne der Hotelier Herbert Lürzer, einer der vier Doubles von Ringo Starr, Paul McCartney, John Lennon und George Harrison. Er war wie sein Kollege als Skilehrer für den Video-Clip eingesprungen und das war die Rolle seines Lebens. Ihr Vorteil: sie sprachen Englisch. Das konnten damals nur ganz wenige hier in Obertauern. Heute erinnern drei Denkmäler an die Fab Four: John, Paul, George und Ringo.
Obertauern hatte nicht nur einen musikalischen Schatz, sondern auch eine Geschichte im Silber- und Kupferbergbau. Das heutige Seekarhaus befindet sich auf den Grundmauern des einstigen Berg- und Knappenhauses und etwas oberhalb auf der Piste. Dort steht noch eine zweite Hütte, die heute noch von den Spuren des Bergbaus zeugt.
Das Salzburger Land hat von allen österreichischen Bundesländern die größte Dichte an Almen. Rund 550 Hütten stehen Wanderern im Sommerhalbjahr offen.
An vielen dieser Hütten führt der Salzburger Almenweg vorbei. Jede einzelne Hütte hat sich extra ein „Almenweg-Schmankerl“ überlegt.
Das kann ein Fischgericht oder ein zünftiger Wildgulasch sein. Manchmal fällt das spezielle Gericht nicht gleich auf der Karte ins Auge, daher sollten man nachfragen.
Nicht nur der Magen braucht auf so einer langen Wanderung Nahrung, auch die Glieder brauchen mitunter Ruhe und Pflege. So geht es in dieser Etappe auf das Mandlberggut in Mandling, dass sich in der Nähe von Radstadt befindet.
Eine enge Straße schlängelt sich ein wenig den Berg hoch und endet vor den Toren der Destillerie. Eingebettet in das Bergpanorama des Dachsteins im Hintergrund und der Radstädter Tauern im Vordergrund begrüßt uns Theresa Warter im kleinen Hofladen.
Sie führt uns in eine kleine Holzhütte, wo das Latschenkiefernöl auf unsere müden Füße wartet.
Auf dieser Hütte werden nicht nur Latschenkiefern verarbeitet, auch Zirben – nicht der ganze Baum, versteht sich. In ihrer eigenen Destillerie stellt Theresa Whisky, Gin und andere Brände her.
Die Gesamtstrecke des Salzburger Almenweges von 350 Kilometern auf 25 Etappen ist am Stück schon eine ganz schöne Leistung. Nicht jeder wird die ganze Runde laufen. Manche Etappen sind kurz und gemütlich, manche haben es in sich und können schon hier und da mal in den Waden zwicken.
Damit der gesamte Urlaub entspannt bleibt, bekommen wir in der Finalletappe der Radioreise noch ein paar Tipps.
Denn man soll ja dem Motto der Berge folgen, in dem es heißt: „Raufgehen zum Runterkommen“.
Gerne verlängern wir den Urlaub mit Wanderungen in anderen Regionen des Salzburger Landes. Wir haben Sendungen aus dem Großarltal und dem Gasteinertal, aus dem Raurisertal oder vom Fuschlsee.
Mit uns geht es an den Wolfgangsee. Und Radstadt, dass ja auf dem Almenweg liegt, gibt es in einer separaten Sendung. Ebenso eine Tour nach Zell am See oder in die Leonganger Steinberge.
Und das wäre unser Angebot aus Salzburg. Einmal der klassische Stadtrundgang. In dieser Sendung besuchen wir das weihnachtliche Salzburg. Außerdem hätten wir einen kulinarischen Rundgang durch die Mozartstadt. Schließlich bieten wir eine Radioreise mit Salzburger Originalen.
Auf ein Wiedersehen auf dem Salzburger Almenweg!
















































