BREMERHAVEN - Auf dem Wasser in Richtung Amerika

Bild: Erlebnis Bremerhaven GmbH
In dieser Radioreise nimmt Sie Alexander Tauscher mit nach Bremerhaven. Freuen Sie sich auf einen Hauch Nordsee, auf Salz in der Luft und das Tor zur großen Welt. Bremerhaven war einst der größte Auswandererhafen in Mitteleuropa. Damit verknüpft sind viele Geschichten, die wir in dieser Sendung aufrollen. Bei einer Hafenrundfahrt kommen wir den großen Pötten ganz nah und staunen über riesige Dampfer und Luxusschiffe. Im Klimahaus laufen wir aus den Tropen in die Arktis und mit dem Rad fahren wir entlang des Deiches bis zum Wattenmeer. Außerdem besuchen wir den kleinsten Zoo Deutschlands.

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Bremerhaven Podcast mit Alexander Tauscher

Diesmal sind wir fast an der Nordsee. Wir sind dort, wo sich früher viele Deutsche auf den Weg über die Nordsee und den Atlantik nach Amerika machten. Wir sind dort, wo heute viele Autos und große Güter aus Übersee zu uns kommen und umgedreht. Wir sind dort, wo sich das Süßwasser der Weser mit dem Salz des Meeres verbindet. Wir sind dort, wo wir die große Pötter auf dem Meer als kleine Punkte sehen und wo wir automatisch Fernweh bekommen.


Dörte Behrmann von Erlebnis Bremerhaven begleitet uns durch mehrere Etappen der Sendung. Im Podcast der Radioreise erzählt sie uns, warum Bremerhaven so jung ist und wie es einst entstand.


Wo einst ein Schotterplatz war, ein trostloser Parkplatz, da erheben sich die Havenwelten im Herzen der Seestadt. Es entstand eine eigene Silhouette, sogar mit einem kleinen Wolkenkrazter. Das Sail City, das Klimahaus und das Auswandererhaus geben dem Hafen ein sehr modernes Ambiente.


 
 

Im Radioreise-Interview erfahren Sie auch die Geschichte dieser besonderen Skulptur in Bremerhaven, die Geschichte von Hein Möck.


Die Radioreise geht nun aufs Wasser. Wir legen gemeinsam ab zu einer Rundfahrt durch die Überseehäfen. Direkt neben dem Auswandererhaus legen die Barkassen-Schiffe ab. Teils sind es Glasdachschiffe, teilweise auch ganz offen so wie auf unserer Rundfahrt.


Dabei erleben wir hautnah das Hafenleben mit seinen riesigen Schiffen, Autoumschlagplätzen, Docks und Werften.




Die Hafenbarkassen passieren auf dem Weg vom Neuen Hafen in die Überseehäfen zuerst den Dampf-Eisbrecher Wal und den Kogge-Nachbau „Ubena von Bremen“. Dann tauchen die Motorenwerke und die hoch aufragenden Schwimmdocks auf.



Sie können zu einer Rundfahrt durch den Fischereihafen starten und erleben das Hafenleben mit seinen riesigen Kühlhäusern, Docks und Werften. Während der Fahrt entlang der Kaimauern passieren Sie unter anderem die Marina Nordsee-Yachting. Den Leuchtturm Brinkamahof sehen Sie bei einer Fahrt durch den Fischereihafen. In der Radioreise sprechen wir mit Kapitän Jens Puhlmann und dem Bord-Unterhalter Tim Welter.


Unsere Reise war nur eine kurze, anders als die vielen Reisen, die im 19. Jahrhundert in Bremerhaven starteten. Zwischen 1830 und 1974 war die Stadt der größte Auswandererhafen Kontinentaleuropas.
Bild: Erlebnis Bremerhaven Tanja Mehl
Auch viele, die wir als Promis bezeichneten würden, gingen von Bremen aus auf die lange Reise: Marlene Dietrich startete am 2. April 1930 mit dem Schiff übers große Wasser. Und auch dieser Herr, dessen Enkel uns heute mehr als bekannt ist, den wir uns nicht in dem Amt wünschen, in dem er ist...


Die großen, aber vor allem die kleinen Geschichten, zeigt das Auswandererhaus in Bremerhaven – eines der beliebtesten Museen in Deutschland. Die Besucher erleben darin reale Familiengeschichten von Migranten und die Stationen der Auswanderung im 19. und 20. Jahrhundert.
Bild: Deutsches Auswandererhaus / Kay Riechers
Mehr als sieben Millionen Auswanderer brachen über Bremerhaven nach Übersee auf. Das ist eine abstrakte Zahl. Faher zeigt das Auswandererhaus in der „Galerie der 7 Millionen“ jeden Einzelnen. Von einigen sind nur Namen und das Abfahrtsdatum bekannt, von anderen wissen wir die Biografie.
Die Verabschiedung am Hafen, eine bewegende Szene, die wir auch im Ton festgehalten haben.
Bild: Deutsches Auswanderhaus / Ilka Seer
Drei typische Auswandererschiffe aus den Jahren 1854, 1887 und 1925 werden im Innenland gezeigt. Auf hoher See schnarchen Auswanderer in ihren Betten, während sich eine Mutter um ihre Kinder kümmert.


Anhand 33 realer Familiengeschichten werden 300 Jahre deutsche Migrationsgeschichte vermittelt. Während ihres Rundgangs begleiten die Gäste die Lebensgeschichte jeweils eines Aus- und eines Einwanderers und lernen auf diese Weise die unterschiedlichen Gründe kennen, die Menschen dazu bewogen haben,  ihre Heimat zu verlassen, um in der Ferne ein vermeintlich besseres Leben zu führen. Das gilt früher wie heute.


Es schaukelt an Bord, alle menschlichen Geräusche werden dargestellt, hören Sie dazu unbedingt unseren hier eingestellten Podcast. Darin begleitet uns Dominik Laupichler von der Pressestelle des Deutschen Auswandererhauses akustisch auf der Reise nach Amerika.


Dominik erzählt uns über die anstrengende, teils mehrwöchige Schiffsreise nach Amerika. Und er beschreibt uns die hohe Hürden des Einwanderungstests. Denn nur den besteht, darf weiter nach New York reisen. Im zweiten Ausstellungsteil geht es um die Menschen, die seit dem 17. Jahrhundert nach Deutschland gekommen sind.


Von New York aus erleben die Besucher einen Zeitsprung ins Deutschland des Jahres 1973. In einer Ladenpassage wandeln sie auf den Spuren derjenigen Menschen, die seit 1683 in dieses Land eingewandert sind.


Hier im Auswandererhaus fanden wir auch einen Vorgänger der Radioreise... 


Dominik Laupichler betont, dass auch heute Besucher in der Familienrecherche des Auswandererhauses nach eigenen ausgewanderten Vorfahren suchen lassen können. Zwei internationale Datenbanken stehen hierfür zur Verfügung.

Bild: Deutsches Auswandererhaus
Durch die Verbindung von historischer sowie aktueller Aus- und Einwanderung hat sich das Museum zum bundesweit ersten Migrationsmuseum entwickelt. Im Jahr 2007 wurde es vom Europäischen Museumsforum EMF für sein innovatives Ausstellungskonzept mit dem European Museum of the Year Award als bestes Museum in Europa ausgezeichnet.
Bild: Deutsches Auswanderhaus / Kay Riechers
"Wir alle haben eine Migrationsgeschichte", sagt Dominik Laupichl. Wie Recht er hat!


Das Thema Auswanderer begegnet uns auch direkt auf dem Deich.


In der Hafen-City fällt sofort ein Riesengebäude auf, dass von der Form äußerlich einem Fussball-Stadion ähnelt.

Bild: Erlebnis Bremerhaven / Marcus Meyer
Dieser Riesenbau in Form einer gläsernen Wolke mit einer 10.000 Quadratmeter großen Fassade aus Glas – geformt aus fast 5.000 Glasscheiben - ist das Klimahaus. Die Ausstellung bietet die Möglichkeit einer virtuellen Reise um die Erde in Nord-Süd-Richtung entlang des achten Längengrades, auf dem sich das Klimahaus befindet. 


Von Bremerhaven ausgehend soll die Reise entlang des achten östlichen Längengrads führen. Neun Reisestationen in acht Ländern stellen die unterschiedlichen Klimazonen der Erde dar. Andreas Döll nimmt uns in der Radioreise mit auf eine Klima-Weltreise.


Die Reisestationen befinden sich auf fünf verschiedenen Kontinenten. So läuft der Besucher von der Antarktis mit einer Temperatur von minus 6 Grad Celsius bis nach Niger in Afrika mit rund 35 Grad Celsius. So ist es zu erklären, dass wir mit Shorts im ewigen Eis stehen...


In der Reisestation Schweiz kann modellhaft beobachtet werden, wie der Klimawandel das Leben der Menschen im Isenthal verändert. Einige Ausstellungsräume weiter befindet sich mit tropischer Wärme die Reisestation Kamerun. Der westafrikanische Regenwald bei Nacht wird durch exotische Gerüche und Geräusche veranschaulicht. Das Klimahaus in Bremerhaven ist eine Reise um die Welt mit vielen Aha-Erlebnissen, hoffentlich auch dem einen oder anderen Denkanstoß. Denn für unser Klima sind wir verantwortlich.


Wir empfehlen am Ende des Rundgangs die Dachterasse mit dem grandiosen Blick auf Bremerhaven.



In den täglichen Wettershows erfahren Besucher auf verständliche Art und Weise wie das Wetter funktioniert und welche Extremwetterphänomene es gibt. Natürlich gehört auch ein Blick auf die aktuelle Wetterlage und die Wettervorhersage für die nächsten Tage dazu. Beim Radioreise-Besuch in Bremerhaven standen die Zeichen auf Sonne und lockere Wolken.


Unsere Reise geht nun zu den Meerestieren: Der "Zoo am Meer" hat sich auf Tiere im Wasser und auf Tiere des Nordens spezialisiert. Er liegt direkt am Deich der Unterweser am Willy-Brandt-Platz nahe dem Großen Leuchtturm in den Havenwelten des Neuen Hafens. Er ist der kleinste wissenschaftlich geleitete Zoo Europas.
Bild: Erlebnis Bremerhaven / Bernd Ohlthaver
Bild: Erlebnis Bremerhaven / Bernd Ohlthaver
Die Geschichte des Zoos begann im Jahr 1912 mit einem Nordseeaquarium. 1928 wurden die  „Tiergrotten“ eröffnet. Damals wie heute gehörten Eisbären, Seehunde und Seelöwen zu den Attraktionen.



Viele einmalige Zuchterfolge gelangen den Zoologen aus Bremerhaven, etwa bei den Brillenpinguinen. In der Radioreise erleben Sie diesen Besuch im Zoo hautnah mit. Dörthe Behrmann beschreibt uns den Anblick der süßen Freunde, die sich in der Sendung selbst auch immer wieder zu Wort melden.


Der Zoo am Bremerhavener Weserdeich entstand übrigens nach dem Vorbild des Hamburger Tierparks  „Hagenbeck“. Eis-  und  Braunbären,  Rentiere,  Füchse  und Dachse, verschiedenste Vogelarten, aber auch schon immer Affen – das alles auf gerade mal 2.000 Quadratmeter. Und wie Affen hierherkamen, das erfahren Sie nur, wenn Sie bei uns reinhören.


Die Stadt an der Wesermündung hat viele Gesichter: Die Häfen mit den großen Pötten und der entsprechenden Atmosphäre. Wir empfehlen Ihnen eine Radtour durch die Überseehäfen und weiter hinaus über Weddewarden in Richtung Wremen. Dort haben Sie absolute Ruhe, weite Wiesen, der Deich, das Wattenmeer und am Horizont der Blick auf die Hafenwelt von Bremerhaven. Die Bilder einer abendlichen Radpartie haben wir hier zusammengefügt.











Auf dem langen Deich in Bremerhaven halten die Jogger gern ihren Körper in Form. Nachmittags liegen hier die Sonnenanbeter und bräunen ihren Luxuskörper und abends sitzen Verliebte und schauen gemeinsam zum Horizont, bis die rote Murmel im Meer untergeht.





Wir haben neben dem Sonnen auf dem Deich noch einen weiteren Tipp für Ruhe und Entspannung: Thieles Garten – eine kleine Märchenwelt. Thieles Garten ist eine kleine Parkanlage im Stadtteil Leherheide. Zu dem Ensemble gehören exotische und heimische Bäume, mehrere Teiche, zahlreiche Skulpturen, eine Moorkate und ein Haus im maurischen Stil. Ursprünglich war die Anlage ein privater Skulpturengarten der Künstlerfamilie Thiele. 




Die Besucher laufen durch die kleine Märchenwelt, die das Künstler-Trio Gustav, Georg und Grete Thiele in jahrzehntelanger Schaffenszeit auf den ehemaligen Kartoffelacker gezaubert hatte. In einem schmucken Mehrzweckhaus mit großer Terrasse inmitten der Anlage bemüht sich der Förderverein, mit vielfältigen Veranstaltungen, kulturelle Akzente in der Seestadt zu setzen. Wir sprachen dazu im Radioreise-Interview mit Doris Baumgart-Ackermann, der Vorsitzenden des Fördervereins.


Dank öffentlicher Mittel und Spenden, die für die Wiederherstellung zur Verfügung gestellt wurden, konnten Verein und Gartenbauamt wesentlich schneller als geplant die wichtigsten Arbeiten beenden.
Bei allen geplanten Aktivitäten soll der Naturschutz jedoch nicht vernachlässigt werden. Gerade der hintere Bereich des Gartens, in dem sich in den Teichen, auf Bäumen, Büschen und Wiesen eine vielfältige Tierwelt entwickelt hat, soll auch weiterhin unangetastet bleiben. Dort gibt es keine festen Wege, sondern nur die alten Trampelpfade aus der Gründerzeit.



In das einstige Wohnhaus der Thieles im maurischen Stil ist der Gartenverwalter eingezogen.



Verlängern Sie Ihren Urlaub in Bremerhaven doch am besten in Bremen. Von Norden einreisend empfehlen wir die Erkundung des Bremer Nordens:
Bremer Norden — Auf dem Wasser Richtung Amerika 

Dann schippern wir auf der Weser in Richtung City:
WESER-REISE: Geschichten von kleinen und großen Schiffen

An der Schlachte beginnen wir den klassischen Stadtrundgang:
BREMEN – Stadt mit vielen Facetten

Dabei tauchen wir auch in die Bremer Szene ein:
BREMER SZENE - Angesagte Orte in der Hansestadt

Was wäre Bremen oder seine Stadtmusikanten?
BREMER STADTMUSIKANTEN: Auf der Spur der vier Tiere

Für den seltenen Fall eines Regentages in Bremen....haben wir ein tolles Museumsprogramm:
WISSENSREISE - Einmal um die ganze Welt

Schließlich starten wir von Bremen aus ins Universum:
HIMMEL & ERDE: Von Bad Aibling über Bremen ins Universum

Auf ein Wiedersehen in Bremen und Bremerhaven!