BREMER STADTMUSIKANTEN: Auf der Spur der vier Tiere

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In dieser Radioreise folgt Alexander Tauscher vier berühmten Tieren: Hahn, Katze, Hund und Esel. Sie alle wollten einst nach Bremen und dort Musik machen. Unterwegs aber kamen sie an die Beute einer Räuberbande und eroberten deren Haus. Laut Märchen der Gebrüder Grimm kamen sie nie in Bremen an. Und trotzdem haben sie an verschiedenen Stellen der Hansestadt ihre Abdrücke hinterlassen: Die Bremer Stadtmusikanten. Jeder denkt sofort an die Bronze-Statue vor dem Rathaus – die bekannteste Darstellung dieser vier Tiere. Aber es gibt viel mehr Spuren der Stadtmusikanten in Bremen, wie wir auf unserem Radioreise-Rundgang mit Monika Kunze sehen werden. Wir beginnen die Tour aber an dem Ort, den jeder Tourist in Bremen ansteuert.



Die Bremer Stadtmusikanten
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Wer sich beizeiten auf den Weg macht, so wie einst die vier Tiere im Märchen, der kann beobachten, wie sich die Strahlen der Morgensonne in den vielen Fenstern rund um den historischen Marktplatz brechen. Die Bronzefigur der Märchentiere wird in glänzendes Licht getaucht. Wir schauen auf unserer Spurensuche nach den Stadtmusikanten in der zweiten Etappe nach unten, auf das Kopfsteinpflaster neben dem Rathaus. Hier suchen wir einen bestimmten Gulli-Deckel. Denn darunter haben sich die Tiere auch versteckt. Man muss sie mit etwas Geld locken, wie Sie in der Sendung hören werden...
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Der Bildhauer und Grafiker Gerhard Marcks hatte die berühmte Skulptur der Stadtmusikanten vor dem Bremer Rathaus geschaffen.Wie es dazu kam erzählt uns Arie Hartog im Radioreise-Interview. Er ist der Direktor des Gerhard-Marcks-Hauses in Bremen. Ari betont: Die Bronzefigur mit den ausgeprägten Linien von Hals, Rücken und Schwanz unterstreicht den Charakter der Tiere. Das zeige, so Arie, die Fähigkeit von Gerhard Marcks, Tiere genau zu beobachten  und diese Eigenheiten der Tiere mit wenigen Mitteln auf den Punkt zu bringen.


Die Bremer Stadtmusikanten trat ihren Siegeszug durch die ganze Welt an. Von Shanghai bis Chicago kennt man die Geschichte und überall sind die abenteuerlustigen Vier das Aushängeschil für die Hansestadt: Schließlich sind sie pfiffig, teamfähig, kreativ und vor allem sympathisch. Die Spuren der Bremer Stadtmusikanten führen uns jetzt aber nicht in die weite Welt, sondern in die legendäre Böttcherstraße. Einst war es das Zuhause der Fassmacher. Auch die Stadtmusikanten haben sich an der einen oder anderen Stelle niedergelassen, so zum Beispiel vor und in der Bonbon-Manufaktur.
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In der Böttcherstrasse und im Schnoor herrschen Betriebsamkeit: Durch die Fenster blickt man direkt in die Manufaktur, wo die Bonbonmasse gekocht wird.
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Die Bremer Stadtmusikanten sind inzwischen posthum um die halbe Welt gereist. Kopien dieser Bronze-Statue von Gerhard Marcks stehen zum Beispiel im Park der Harvard-Universität in Cambridge in der lettischen Partnerstadt Riga. Eine Plastik einer Bremer Künstlerin ging vor Jahren nach Kawasaki in Japan und im indischen Pune gibt es eine Gedenktafel an die vier tierischen Freunde. Ein Freizeitpark in Belgien besitzt eine eigene Stadtmusikantenfigur und selbst in Namibia kent man diese Figuren. Wir kommen im Radioreise-Rundgang an einer Weltuhr-Scheibe vorbei, die uns die Welt aus Sicht der Stadtmusikanten zeigt. Später laufen wir durch den Schnor, Bremens ältester Stadteil.
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Der Schnor mit seinen denkmalgeschützten Häusern und autofreien Gassen ist ein familienfreundliches Viertel, in dem es viel zu erleben und entdecken gibt. Künstler, Kunsthandwerker und Gewerbetreibende wohnen und arbeiten hier seit dem Mittelalter. Heute beherbergt der historische Schnoor in seinen schmalen Straßen, gesäumt von Jahrhunderte alten Gebäuden, viele Kunsthandwerksbetriebe, kunstvolle Brunnen und Plastiken. Auch im Schnor finden wir immer wieder ein paar Spuren der Stadtmusikanten. 
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Wir wissen nicht, ob die Stadtmusikanten damals auch im Hafengelände waren. Hier dürften die Spuren aber verwischt sein. Denn die Hafen- und Überseestadt ist ein Gebiet, in dem sich Bremen sehr stark verändert. In alte Lagerhallen oder Silos, in brach liegende Flächen, kommt neues Leben.

Europäische Metropolen, wie Rotterdam und London, haben vorgemacht, wie brachliegende Hafenareale zu neuem Leben erweckt werden. Das Projekt „Überseestadt Bremen“ ist tatsächlich eines der größten städtebaulichen Projekte Europas. Das zieht auch Unternehmer mit ihren pfiffigen Geschäftskonzepten an und macht diesen Teil Bremens für Besucher besonders interessant. Wir besuchen in der Radioreise zunächst Birgitta Schulze van Loon in der Hoerneckestraße. "Piekfeine Brände" gießt Birgitta nicht nur ihren Gästen ein. Sie brennt hier verschiedenste Schnäpse und das auch immer wieder gemeinsam mit ihren Gästen.
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Brigitta sieht sich als „Botschafterin der Feintrinkkultur“ für Norddeutschland. Aus einer eigenen Leidenschaft machte sie sich den Beruf, von dem sie lange geträumt hat. Leidenschaft zeichnet auch den Konditormeister Nick van Heyningen aus. Sein Handwerk übt er im ehemaligen Gebäude von „Use Akschen“ aus.


Seine nach ihm benannte kleine Konditorei ist nicht sofort zu finden. Über einen Fahrstuhl und durch einen langen Gang erreichen wir die süße Welt von Nick. Hier fertigt er in Handarbeit feinste  Pralinen, Schokoladentafeln und Schoko-Löffel in verschiedensten Kreationen.  Schokolade hält ihn fit und schlank und vor allem auch jung. Der Konditor, der längst in den 30-igern ist, wird nicht selten als Teenie geschätzt...


Die Bremer trinken nicht nur viel Kaffee, sie rösten auch viel. Die Kaffeerösterei hat in Bremen eine lange Geschichte – ob bei Münchhausen oder Lloyd. Ein noch vergleichsweise junges Unternehmen ist „Cross Coffee“: Erst im Jahr 2013 öffnete diese Manufaktur in der Überseestadt im gleichen Gebäude wie der Konditormeister. Ein paar Stockwerke unter Nick arbeitet sein Geschäftsfreund Oliver Kriegsch.


„Cross Coffee“ ist, wie Oliver betont, die erste Rösterei für nachhaltigen Spezialitätenkaffee in Bremen. Diesen Kaffee veredelt er im so genannten Trommelröstverfahren und verpackt  ihn in luftdichte, aromaschützende Ventilbeutel. Als ich Oliver zum Gespräch trat, macht er sich als erstes   natürlich eine Tasse Kaffee...
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Sie alle mögen ihre Produkte: Birgitta das Hochprozentige; Nick das Süße und Oliver das Anregende.

Sie waren start ups und sind inzwischen schon ein Stück Bremer Tradition. Wer noch tiefer ins Thema einsteigen möchte: Die Bremer Touristik-Zentrale vermittelt die unterschiedlichsten Touren und Seminare. Mehr Infos unter www.bremen-tourismus.de und von mir schon einmal: Guten Appetit!

Noch mehr Bremer Typen und Traditionen lernen Sie auf unseren anderen Radioreisen in die Hansestadt kennen.

Folgen Sie uns zum Beispiel in die Bremer Szene:
BREMER SZENE - Angesagte Orte in der Hansestadt

Oder laufen Sie mit uns entlang der Weser:
WESER-REISE: Geschichten von kleinen und großen Schiffen

Erleben Sie die Bremer Wissenswelten:
WISSENSREISE - Einmal um die ganze Welt

Oder machen Sie den klassischen Stadtrundgang:
BREMEN – Stadt mit vielen Facetten

Auch in der Hansestadt gibt es noch mindestens 1.000 zu entdecken...

Auf ein Wiedersehen mit den Bremer Stadtmusikanten!

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