GÖTEBORG - EIN KULINARISCHER TRIP ZWISCHEN SCHÄRENGARTEN UND FISCHKIRCHE
In dieser Radioreise nimmt Sie Alexander Tauscher mit nach Göteborg in die zweitgrößte Stadt von Schweden. Freuen Sie sich auf einen vorwiegend kulinarischen Trip, der sich zwischen den weiten Schärengärten der Westküste und der Fischkirche im Herzen der Metropole bewegt. Wir treffen Händler, Gastronomen, echte Meister ihres Fachs und erleben dabei ein pulsierendes Gothenburg, wie es international genannt wird, mit verschiedensten Gesichtern. Mit dem Skipper Lasse von Kastor Boat Trips, der seit mehr als 20 Jahren auf dem Wasser unterwegs ist, schippern wir vom Hafen Hönö Klåva um diese Insel und halten Ausschau nach Robben. Am Hafen treffen wir Thomas vom Verein Hönö Ölagille. Hier sind rund 80 Hobby-Bierbrauer der Insel versammelt. Wir schauen einem der Brauer, Lasse, in seinem Haus über die Schulter und erleben auf der Veranda eine Bar mit rund zehn Zapfhähnen, vom Pilsner bis zum Pale. Ab dann schlängelt sich unser kulinarischer Weg durch die Stadt. Feskekörka ist die große Fischhalle der Stadt, die einer Fischerkirche nachgebaut wurde. Über die Geschichte und vor allem das Angebot dieser Halle sprechen wir mit der gastronomischen Leiterin Roberta Derkintis. Später treffen wir in der zentralen Markthalle Stora Saluhallen am Stand von Hugo Ericson Cheese die Betreiber Glenn Moberg und dessen Gattin Jenny Svensson. Sie erzählen von der Geschichte des ältesten Verkaufsgeschäfts dieser historischen Halle. Einen ganz kurzen geschichtlichen Einblick vor allem in die deutsche Zeit der Stadt gibt uns Håkan Strömberg im Museum of Gothenburg, dem Stadtmuseum. Zwei kulinrische Meister ihres Fachs stehen anschließend auf dem Programm. Wir treffen Schwedens besten Konditor Kalle Bengtsson von Konditori Kampanilen und Schwedens besten Koch Martin Moses vom Fine-Dining-Restaurant Human. Wie man in Schweden aus deutschen Weintrauben guten Gerstensaft macht, erklärt uns Christian Leksell. Er ist Chairmann von Wine Mechanics in Göteborg. Und wie man Gin oder Wodka völlig neu erfinden kann, verrät später David De Courcy von der Bar und Destillerie Ego Distillers. Durch eine der grünen Lungen der Stadt, die The Garden Society of Gothenburg, führt uns die Gärtnerin Emmelie Georgii und zeigt stolz das Rosarium. Es ist nach Sangerhausen das zweitgrößte Europas. Gleich in der Nähe des Parks liegt unser unser Basiscamp, das Hotel Royal. Über die Geschichte dieses ältesten Hotels der Stadt spricht Hotelchef Henrik Lind. In seinem Haus ist zum Beispiel an der Wand ein Gemälde, dass ein Künstler damals malte, um die Rechnung fürs Zimmer zu begleichen. Viel Spaß mit unseren vielen Geschichten aus Göteborg.
Fischfang und Schiffbau haben die Region Göteborg historisch geprägt. Später entwickelte sich die Automobilindustrie und machte Göteborg zur Heimat von Volvo Cars. Die Fischerei-Tradition ist heute noch an vielen Orten spürbar, in erster Linie in den in den vielen Fischrestaurants. So reicht die Auswahl von gehobenen Lokalen bis hin zu einfachen Bistros und Fischbuden am Wasser.
Die Tradition spürt man vor allem auf den Inseln vor der Stadt, in den Schärengärten. Auf einer vielen Inseln vor Göteborg, auf Hönö, startet unser Urlaub. Auf einem Holzboot aus den 1960iger Jahren schippert Lasse das ganze Jahr seine Gäste übers Wasser, auch an diesem regnerisch-windigen Tag. Der Skipper sitzt seit rund 25 Jahren am Steuer.
Lasse bietet regelmäßig Touren an, auf denen die Gäste versuchen, Robben zu sichten.
Die Tour führt uns an dieser Insel vorbei, auf der etliche Wikinger begraben wurden. Sie starben an einer Krankheit, die Lasse uns im Podcast erklärt.
Auf dieser Tour haben wir einige interessante Lebensweisheiten des Skippers kennengelernt und behalten Lasse als fröhlichen Zeitgenossen in Erinnerung - ein Junge vom Wasser, wie er leibt und lebt.
Die Robben, die wir eigentlich sehen wollten, ließen sich an diesem Mittag nicht sehen. Aber das war egal, denn der Weg ist das Ziel, auch auf dem Wasser.
Der Göteborger Schärengarten erwartet Besucher mit Stränden, Naturschutzgebieten und Wanderwegen in der Natur.
Die kleinen Ortschaften überraschen durch gemütliche Gassen mit Restaurant oder auch einer Brauerei.
Auf der Insel Hönö haben wir eine kleine Privatbrauerei in einer Garage eines Insulaners besucht. Lasse braut hier verschiedenste Biere.
Rund 80 Hobby-Brauer leben auf dieser Insel. Sie sind im Verein Hönö Ölagille organisiert, als ein Zusammenschluss eines nicht-kommerzielles Projekts.
Im Verein kann jeder mitmachen, der privat Bier braut oder wer sich besonders stark fürs Bierbrauen interessiert.
Die Hobbybrauer füllen ihr Bier in Flaschen und Dosen ab.
Auf der Veranda von Lasse gönnen wir uns mit Thomas ein Frischgezpaftes.
Eines der Wahrzeichen im Zentrum von Göteborg ist die historische Fischmarkthalle Feskekôrka. Gebaut ist sie im Stil einer alten Fischerkirche, wie man sie beispielsweise auch in Norddeutschland in den Küstendörfern sieht.
Der Name Kirche hat mit dem Inneren wenig gemein, außer dass man das Angebot der Fischmarkthalle als himmlisch beschreiben kann.
Neben Fischverkaufsständen laden mehrere Restaurants und eine Bar die Gäste zum Verweilen ein.
Bei gutem Wetter ist die Außenterasse äüßerst beliebt. Man sitzt auf einem Ponton am Kanal.
Die aus Litauen stammende Roberta Derkintis leitet alle Restaurants und die Bar in dieser Halle und beschreibt im Radioreise-Gespräch die verschiedenen kulinarischen Angebote.
Auch rund um die Fischmarkthalle laden etliche Außenterrassen ein, sofern die Temperaturen es zulassen....
Einer dieser Plätze, wo man sehr entspannt draußen sitzen kann, ist vor der Göteborger Markthalle „Stora Saluhallen“ am Kungstorget. Auch wenn es draußen so entspannt ist, man sollte unbedingt durch die Verkaufsgassen dieser historischen Halle laufen.
Am Käsestand von Hugo Ericson Cheese sprachen wir mit dem Betreiber Glenn Moberg und dessen Gattin Jenny Svensson. Sie führen das älteste Geschäft dieser traditionellen Halle.
Im Radioreise-Podcast erfahren Sie auch mehr über die Tradition der schwedischen Hartkäse.
Auf dem kulinarischen Rundgang durch Göteborg treffen wir Schwedens besten Konditor Kalle Bengtsson, der die Konditorei Kampanilen führt.
In den Vitrinen warten Zimtschnecken, die mehrlagige Prinzessinnentorte, umhüllt von grünem Marzipan, oder Semla, eine Hefeteigkugel, deren Deckel aufgeschnitten und deren Inneres reichlich mit marzipanähnlicher Creme und Sahne gefüllt wird. Mit Kalle sprechen wir auch über die schwedische Fica, als Kaffeepause mit sozialem Aspekt. Sie ist fester Bestandteil des täglichen Lebens. Meist werden süße Sachen gereicht, aber auch die mit Fisch belegten Schnittchen oder der Krabbensalat zählen zu den Klassikern.
Gleich neben der Konditorei verkauft Kalle sein selbst produziertes Eis.
Das Gelato kostet Kalle nur beim Herstellen, sondern steht er überhaupt nicht auf Süßes – als Koch früher war es genau umgekehrt.
Ein Meister seines Faches ist auch der Michelin-Sternekoch Martin Moses. In einer ruhigen Wohnstraße hinter der Festung Skansen Kronan aus dem 17. Jahrhundert hat er sein stilvoll eingerichtetes Restaurant mit neutralen Farbtönen und Vintage-Möbeln eingerichtet.
Human Restaurant und Human Bar sind Martin Moses' erstes eigenes Projekt, in dem er sich auf, wie er im Radioreise-Interview sagt, die neue nordische Küche konzentriert. Zur Auswahl stehen abends ein kleines oder großes Degustationsmenüs. Aus dem kleinen Menü sind hier ein paar Eindrücke als Appetitanreger...
Der Göteborger Stadtteil Gamlestaden heißt auf Schwedisch übersetzt „Altstadt“. Genau das Gegenteil ist äußerlich der Fall. In einem ehemaligen Industriezentrum haben sich neue Restaurants, Mikrobrauereien und Vintage-Läden in ziegelroten Fabrik-Gebäuden angesiedelt.
So werden in einer ehemaligen Halle, wo Kugellager hergestellt wurden, nun besondere Schnäpse gebrannt und entsprechende Coctails gemischt - in der Bar „Ego Distillers“.
David De Courcy beschreibt uns im Radioreise-Podcast, wie er aus ganz unterschiedlichen Zutaten völlig neue Brände und damit auch Coctails kreiert.
Göteborg hat inzwischen eine Craftbeer-Szene von Weltklasse und sogar eine Weinkellerei. Obwohl Göteborg nicht als Weinbaugebiet bekannt ist, wird hier der edle Rebensaft in Flaschen abgefüllt.
Wie das funktioniert, haben wir uns auf der anderen Seite der Straßenbahnlinien im Gewerbegebiet Gamlestaden erklären lassen und sprachen mit Christian Leksell als Chairmann bei „Wine Mechanics“.
Nur fünf Gehminuten vom wuseligen zentralen Bahnhofsplatz gleicht Göteborg einem kleinen schwedischen Dorf mitten in prächtiger Natur.
Der Park aus dem 19. Jahrhundert, der ins Englische übersetzt „Garden Society“ heißt, ist einer von Europas besterhaltenen dieser Zeit.
Emmelie Georgii arbeitet hier als Gärtnerin und spricht über eine Welt aus Rosen im Freien und tropischen Pflanzen in historischen Gewächshäusern.
Im Park befindet sich das nach Sangerhausen zweitgrößte Rosarium Europas.
Im Radioreise-Gespräch erfahren Sie auch mehr über das Haus der früheren Garten-Direktoren.
Eine der wichtigsten Figuren der schwedischen Geschichte war König Gustav Adolf. Er hatte Göteborg im 17. Jahrhundert gegründet, zunächst als Außenposten des Landes, um den Zugang zum Meer zu sichern. Später prägten holländische Baumeister das maritime Bild der Stadt.
Göteborgs Innenstadt wird von Gräben aus dem 17. Jahrhundert durchzogen, die einst Teil der Stadtbefestigung waren. Diese Kanäle können bei Bootstouren erkundet werden.
Nach dem holländischen Einfluss prägte der Handel der Ost-Indien-Kompanie das Stadtbild. In einem Gebäude aus dieser Zeit befindet sich das Stadtmuseum, durch das uns Håkan Strömberg am Radioreise-Mikrofon führt.
Göteborgs Himmel befindet sich im 23. Stockwerk eines der beiden Gebäude des Gothia Towers. Ein Außenlift aus Glas führt in das oberste Geschoß und lässt Göteborg unter den Füßen schrumpfen. Der Blick aus dem Lift fällt auf den Liseberg-Vergnügungspark.
In einer Cocktailbar mit angedocktem Restaurant namens "Heaven 23" ist der Krabben-Sandwhich Pflicht.
Der Sandwhich könnte als Skandinaviens größter einen Preis gewinnen.
Preisverdächtig ist vor allem der Ausblick auf Schwedens zweitgrößte Stadt.
Götheborg ist eine grüne Stadt.
Es ist eine Stadt, in der Industriegeschichte auf Moderne trifft.
Und es ist eine Stadt, die immer wieder das Fernweh weckt.
Hier ein paar weitere Eindrücke der Spaziergänge durch Göteborg.
Das Basis-Camp dieser Radioreise ist das älteste Hotel in Göteborg in der Drottninggatan.
Das Hotel Royal aus der Mitte des 19. Jahrhunderts hat noch die originalen Deckengemälde, handgeschmiedete Jugendstiltreppen und gemusterte Steinböden.
Manches Kunstwerk hatten die Gäste selbst geschaffen, so wie beispielsweise dieses Wandgemälde.
Wie es dazu kam, erzählt uns Hotelchef Henrik Lind.
Zwar sind die Zimmer recht klein und vor allem auch das Bad historisch bedingt sehr eng, jedoch überraschen im Treppenhaus kleine künstlerische Details.
Gerne verlängern wir den Urlaub in Göteborg mit einer Reise auf der historischen Juna über den Götakanal nach Stockholm.
https://www.radioreise.de/2025/10/schweden-idylle-mit-der-juno-uber-den.html
Weiter südwärts schließen sich unsere Wintererlebnisse in der Region Skane an.
https://www.radioreise.de/2025/01/schweden-wintererlebnisse-in-der-region.html
Im Herbst hatten wir die östliche Provinz Smaland, die Heimat von Astrid Lindgren, besucht.
https://www.radioreise.de/2020/10/schweden-smaland-in-der-heimat-von-astrid-lindgren.html
Spätsommerliche Erlebnisse aus Östergötland finden sich hier.
https://www.radioreise.de/2018/09/schweden-ostergotland.html
Ebenfalls im Spätsommer entstanden diese Eindrücke auf der Insel Gotland.
https://www.radioreise.de/2019/09/schweden-gotland.html
Stockholm ist eine der neun Stationen einer unvergesslichen Ostseekreuzfahrt.
https://www.radioreise.de/2020/03/ostseekreuzfahrt-neun-lander-auf-einer-Schiffsreise.html
Auf ein Wiedersehen in Göteborg!








































































