ST ANTON AM ARLBERG - Sommerfrische in einem Weltdorf


In dieser Radioreise nimmt Sie Alexander Tauscher mit nach St. Anton am Arlberg. Freuen Sie sich auf tolle Bike-Touren und Wanderungen in den Tiroler Alpen.


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St. Anton am Arlberg gilt als die Wiege des alpinen Skisports und schreibt bis heute  Wintersportgeschichte. Dieser Ort ist untrennbar mit der Alpinen Ski-WM und mit tollem Winterurlaub verbunden.
Bild: TVB St Anton am Arlberg / Josef Mallaun   
Wir erleben erleben in dieser Sendung aber vor allem den Sommer in seiner vollen Pracht.  Zunächst schauen wir uns an, wie dieses heutige Weltdorf einst entstanden ist. Dieser Blick zurück führt uns wiederum in den Winter. Denn zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die Menschen dieser Region, die bis dato mit Skifahren nicht viel am Hut hatten, begeisterte Skifahrer. Die ganze Geschichte erzählt uns Martin Ebster, der Tourismusdirektor von St. Anton am Arlberg, im Museum des Ortes.


Eine kleine Gruppe von Menschen gründete vor mehr als 100 Jahren einen kleinen Skiclub, heute hat er tausende Mitglieder in aller Welt. Wir erfahren, wie aus dem Skihelden, Skilehrer und Frauenschwarm Hannes Schneider später ein  Schauspieler wurde. Schneider war oft zu sehen vor dem Traum-Panorama zu sehen. So konnten Kinobesucher auf der ganzen Welt seine Arlberg-Skikünste auf der Leinwand erleben. Kein Wunder, dass viele Menschen später selbst die Pisten erobern wollten.
Bild: TVB St Anton am Arlberg / Josef Mallaun 
Das Museum in St. Anton widmet sich auch den so genannten Schwabenkindern. Das waren Kinder aus Tirol, Vorarlberg, Liechtenstein und der Schweiz, die während des Sommers in Oberschwaben und im Allgäu auf Bauernhöfen und in Bürgerhäusern arbeiten mussten - vom Beginn des 17. Jahrhunderts bis in die 1930er Jahre.  Jedes Jahr mussten hunderte, zeitweise sogar mehrere tausend Kinder und Jugendliche in das Bodenseegebiet. Außerdem erzählt uns Martin Ebster, wie er ein ganz verrücktes Skirennen hier am Arlberg ins Leben gerufen hat, den "Weißen Rausch".


Ob Arlberg-Kandahar-Rennen oder eben „Der Weiße Rausch“: Wer die Piste mag, der kommt kaum an St. Anton vorbei. Aber auch im Sommer gibt es abseits von Biken und Wandern viele Aktivmöglichkeiten. Gerade an Regentagen ist ein Besuch des Sport- und Kletterzentrum arl.rock zu empfehlen. Hier werden unter anderem Tennis, Volleyball, Squash, Kegeln, Klettern und Bouldern angeboten. Der Klettersteig führt auf den 18 Meter hohen Turm des Sportzentrums, zu dem auch eine Trampolinhalle gehört. Darüber sprach ich mit Wilma Himmelfreundpointner vom Tourismusverband.


Wir steigen in dieser Etappe aufs Rad, so wie es viele in dieser Region tun. Die Bergtouren sind zum Teil anspruchsvoll. In den Tälern sind die Radwege teilweise sogar asphaltiert und damit auch für Familien mit kleineren Kindern geeignet. Ein Beispiel ist der Stanzertaler Radweg zwischen St. Anton und Schnann. Anspruchsvoller ist dagegen die Mountainbike-Strecke zur Heilbronner Hütte, von da aus kann man dann auch weiter ins Paznaun oder in die Region Montafon.  An einem sonnig-heißen Tag sind wir mit Bike-Guide Christian Reininger von Pettneu aus auf die Nessler Alm gestartet, natürlich mit Motor-Unterstützung...


Unterhalt der Nessler Alm besuchen wir eine alte Sennerei, die als eine Art Freichlichtmuseum fungiert.

 

Im Innenraum werden historische Sennereigeräte gezeigt.


Insgesamt erwarten Bergradler rund um St. Anton am Arlberg etwa 350 Kilometer Radwege. Alle Strecken sind ausgeschildert und markiert.


Die Markierungen sind in ganz Tirol einheitlich und weisen den Schwierigkeitsgrad - wie bei Skipisten - aus. Wenn der Akku leer ist: In St. Anton und dem Stanzertal gibt es mehrere Schnell-Ladestationen für E-Bikes. Leere Akkus werden dort innerhalb von 20 Minuten aufgetankt.


Nicht nur Bikern, Nordic Walkern oder gar den Bergläufern und Triathleten stehen diese Strecken offen.


Die Durchtrainierten bewegen sich auf grenzüberschreitenden Serpentinen. Die Hobbywanderer nehmen zur Unterstützung gern eine Gondel. Mühelos per Bergbahn erreichbar ist zum Beispiel der Panoramaweg Mutspuren am Galzig auf rund 2.000 Meter. Der Weg wird auch als Familienweg gepriesen, weil hier die Geschichte der Region beiläufig erklärt wird. Zum Pflichtprogramm eines St. Anton-Urlaubs zählt zweifellos die Fahrt auf die Valluga.


Die Valluga ist mit 2809 Metern der höchste Gipfel im Arlberggebiet. Um die Valluga dehnt sich im Winter ein großes Skigebiet aus. Von dieser Zwischenstation für die Vallugabahn II zum Gipfel mit der Aussichtsplattform. 


Nur wenige Minuten vom Ortskern von St. Anton entfernt beginnt das Tal, dass uns in dieser Kurzreise am meisten gefallen hat: das autofreie Verwalltal.


Hier werden Mythen und Sagen erzählt, hier ist aber auch Action und Adrenalin angesagt. Martin Ebster hatte uns zu einer kleinen Runde durch dieses Tal begleitet. Die einzelnen Stationen hören Sie im Radioreise-Podcast. Hier eine kleine Bildergalerie unseres Nachmittagsausflugs.


Der Verwallsee ist ein kleiner Stausee. Dessen Staumauer dienst der Energieerzeugung. 


Auf dem Weg zum Verwallsee passiert man die neue Hängebrücke, die einen atemberaubenden Blick auf das reißende Wasser der Rosanna bietet. 


Die 35 Meter lange Hängebrücke führt die beiden Ufer 20 Meter über der Rosanna zusammen.


Besucher erhalten an vier Stationen Einblick in die Mythen und Sagen der Region. Spielerisch, interaktiv und mit allen Sinnen lernen die Kinder über: "Der Schatz auf Arlen", "Die Hexe von Stiegenegg", "Der Schnanner Drajer" und "Der Geist des Ehemannes".  In rund 7 Meter Höhe ist der Startpunkt des neuen Hochseilgartens. Kinder bis 8 Jahre können sich im Niederseilgarten unter Aufsicht der Eltern austoben.


Der Parcours verläuft über acht Stationen und verlangt den Kletterern einiges an Koordination ab. Auf Baumstämmen balancieren und über Strickleitern wandeln zählt zum Einstiegsprogramm.


Im autofreien Verwalltal können sich die harten Mountainbiker austoben. Das Bike-Gelände „EldoRADo“ bietet einen Pum-Track-Parcours, in dem es rasant zugeht. 


Durch das Hochdrücken des Körpers am Rad versucht man am Beginn der Strecke Geschwindigkeit aufzubauen und diese, durch die weitere Körperbewegung, den ganzen Track zu halten ohne einmal auf der Strecke die Pedale treten zu müssen.


Für diejenigen, die noch nicht genug haben, gibt es noch drei unterschiedlich schwierige Drop Offs, wo Flugfeeling garantiert ist. Wer seine Fähigkeiten im Pumptrack und Northshore Trail trainiert und perfektioniert hat, kann sich mit ruhigem Gewissen an die Sprünge wagen. Da heißt es nur mehr „Ride & Jump“ Diese kleine Schanze wartet auf die Mutigen!


Trotz all dieser vielen touristischen Angebote hat sich St. Anton am Arlberg viel von seiner Ursprünglichkeit bewahrt. Es ist ein traditionelles Bergdorf, dass zugleich modern und weitläufig ist.
Über die weiteren Angebote dieser Region sprachen wir mit Barbara Kahlhammer vom Tourismusverband.


Wer in den Alpen wandert, der stößt unweigerlich auf das Edelweiß. Aber nur an einem Ort werden Ihnen mehr als 20.000 Pflanzen auf einmal entgegenlächeln. Unterhalb der Sennhütte, wo auch der WunderWanderWeg beginnt, blüht ab Juli auf einem anerkannten Energieplatz ein Riesen-Edelweiß.


Alles begann vor mehreren Jahren mit 1.600 handgepflanzten Edelweißstöcken, nun ist die Sennhütte offiziell Inhaber der weltweit „größten Blütenanordnung nach Anzahl der Blüten“: 107.126 Stück zählte die Jyri des „Guinness World Records“ im Jahr 2017 zur Prüfung. Weil einige Pflanzen vergehen, müssen immer wieder neue nachgepflanzt werden. Mittendrin im Blütemeer stehen hölzerne Energieliegen zum Ausruhen, weil im Alpenraum Edelweiß seit jeher als kraftvolles Symbol gilt. Auf solch einer Liege hat uns Tanja Senn, die Wirtin auf der Sennhütte, von ihre Blütentraum erzählt.


Tanja berichtet uns stolz, dass sie im Jahr 2007 den bisherigen Spitzenwert aus der Türkei nahezu verdoppeln konnte. 


 Mehr Informationen zu diesem "Wunder der Natur", wie Tanja sagt, bietet der Edelweissweg.


Auf den Hütten gibt es in Tirol meist gute Hausmannskost zu fairen Preisen. Auf der Sennhütte wird besonders mit Kräutern gekocht.


Wir fügen in der Radioreise noch ein paar Gault Millau-Punkte hinzu: Sternekoch Paul Markovics, Chef de Cuisine im Hotel Gletscherblick, zaubert kleine Kunstwerke auf die Teller. Hier sind nur ein paar Beispiele...



Im Radioreise-Interview spricht der Sternekoch über seine Philosophie und sein privates Lieblingsgericht.


In der Radioreise trafen wir Urlauber, die zum ersten Mal nach St. Anton gekommen sind und begeistert von der Sommer-Destination sind.
Bild: TVB St Anton am Arlberg
Wir grüßen an dieser Stelle auch sehr herzlich Tom Carlos Kupfer, der seit seiner Kindheit immer wieder nach St. Anton reist. Inzwischen hat er die große Ehre, bei der prämierten Agentur Angelika Hermann-Meier PR die Werbetrommel für diese Urlaubsregion zu rühren.
Bild: TVB St. Anton am Arlberg
Tom empfahl uns, mit der Bahn anzureisen - ein guter Rat: Denn Sie sparen sich Stau, Zeitdruck, Vignetten, mögliche Pannen und vieles mehr. Vor allem, Sie reisen ökologisch. Es gibt mit ICE, Eurocity, ÖBB-Railjet oder auch dem Nightjet dutzende Verbindungen nach St. Anton.


Von München aus beispielsweise steigen Sie am besten in Kufstein, Wörgl oder Innsbruck um. Von Innsbruck aus schlängelt sich der Zug durch talaufwärts durch eine beeindruckende Natur. Sie passieren die Eingänge um Ötztal und Pitztal und erreichen ganz sanft den Bahn in St. Anton am Arlberg.


Für die akustische Bahnlektüre empfehlen wir Ihnen unser großes Podcast-Angebot mit dutzenden Reisen in die Tiroler Alpen. Wie wäre es mit einem Abstecher nach Ischgl?
ISCHGL - Kulinarischer Jakobsweg im Paznaun

Erleben Sie mit uns den goldenen Herbst auf dem Mieminger Plateau:
INDIAN SUMMER: Vom Mieminger Sonnenplateau zu den Leoganger

Starten Sie Ihren Urlaub in St. Anton am Tor von Tirol:
KUFSTEINERLAND - Das Tor zu Tirol

Oder verbringen Sie den gesamten Urlaub auf dem Bauernhof:
URLAUB AUF DEM BAUERNHOF - Tierisch gute Ferien

Auf ein Wiedersehen in St. Anton am Arlberg!
Bild: TVB St. Anton am Arlberg / Wolfgang Burger