Heiße Quellen und eiskalte Gletscher: Island

Heiße Quellen und eiskalte Gletscher: Island


In dieser Radioreise nimmt Sie Alexander Tauscher mit auf eine einzigartige Insel mit einer überwältigenden Landschaft. Wir lernen die Gewalten der Natur kennen, wenn vor riesigen Vulkanen stehen und Geisire beobachten. Es geht um heiße Quellen und eiskalte Gletscher.

 
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Gleich nach der Landung nehme ich ein Bad im heißen Wasser, in der blauen Lagune. Sie liegt nur ein paar Minuten vom Airport entfernt und ist deshalb für viele gleich die erste Anlaufstation auf Island.


Auf der ganzen Insel gibt viele Bäder und Freibäder mit dem herrlich warmen Thermalwasser, wie zum Beispiel die so genannten „Hot Pots“ des Heiswassedorfes Hvegeroi. Das warme Wasser kommt direkt aus der Erde durch die Rohre ins Bad – normalerweise kontrolliert durch ein Rohr. Aber es kann schon mal passieren, dass man ungewollte eine heiße Dusche in der Wohnung bekommt, erzählt unser guide Arthur im Radioreise-Gespräch.


 
Vulkane prägen das Bild in Island – Vulkane und viel Wasser. Es gibt zahlreiche Flüsse, Seen und Wasserfälle. Oft ist die Landschaft sehr karg und schroff. Wenn die schrofften Berge mit etwas Schnee bedeckt sind, ist das Bild besonders beeindruckend, erst Recht wenn sich eine kleine grüne Lunge in die Berge hinein schlängelt. So ein Bild hat sich mir auf der Fahrt von Reykjavik nach Osten geboten.


Viele Vulkane auf Island gelten noch als aktiv, aber das hört sich gefährlicher an, als es ist. Denn Vulkane gelten noch tausende Jahre nach ihrem letzten Ausbruch als aktiv. Doch es ist immer Vorsicht geboten: Einige aktive Vulkane könnten auch als schlafende Vulkane angesehen werden. Einer dieser Vulkane ist ziemlich heftig aus dem Schlaf gerissen worden. Es ist der berühmte Vulkan mit dem so schweren Namen „Eyjafjallajökull“. Er brach im April des Jahres 2010 aus und hat den halben Flugverkehr in Europa lahmgelegt. Denn die Aschewolke dieses Vulkans war so riesig, dass in Mittel- und Nordeuropa die Flugzeuge am Boden bleiben mussten. 


Viel schlimmer traf der Vulkan die Menschen auf Island, vor allem die Bewohner direkt unterhalb des Eyjafjalljökull. Mehrere hundert Tonnen Asche flogen damals pro Sekunde aus dem Vulkan. Asche und Schlamm ergoss sich auf das Tal legte sich wie eine schwarze Schicht auf die Häuser, auf die Felder. Olafur Eggertson lebte damals auf einem Bauernhof unterhalb des Vulkans. In einem von ihm gebauten Museum zeigt er heute, wie damals der Vulkan ausbrach und das ganze Leben veränderte. 



Wenn die Vulkane auf Island schweigen, dann kann es gut sein, dass sich die Erde bewegt. Denn Island befindet sich auf dem so genannten Mittel-Atlantischen Rücken und damit sowohl auf der Nordamerikanischen wie auch auf der Euro-Asischen Platte. Diese Plattengrenzen ziehen sich diagonal über die Insel. Die Platten entfernen sich jedes Jahr etwa zwei Zentimeter.



Unser guide Arthur hat mich zu dem Punkt gebracht, den jeder Tourist einmal gesehen haben will. Es ist der Ort, an dem die Platten aufeinanderstoßen. Hier bebt die Erde besonders oft, aber mich hat an diesem Tag eher der extrem starke Wind umgehauen. In unserer Radioreise erzählt Arthur sehr bewegend, wie er einmal ein schweres Erdbeben erlebt und wie die Bewegung der Erdplatten einst sogar US-Präsident Reagan verunsichert hatte.


Hier zeigt Arthur stolz eines seiner Bücher. Arthur Bollasson ist nicht nur Vertreter einer großen isländischen Airline. Er war Fernsehmoderator, Reporter, er kennt die meisten Politiker in dem Land persönlich. Es ist ja auch ein kleines Land....


Wir wagen uns aufs Eis über dem Vulkan. Adalstein Birgisson führte unsere Gruppe über einen Gletscher auf den Talgletscher Solheimajökull. So locker läuft der sportliche junge Kerl über den eisglatten Parcours.

Ich versuche es auch. Das Laufen auf dem Eis geht nur mit speziellen Gletscherschuhen, so genannten Steigeisen.

 
Auf der Eiswanderung entdecken große Wasserkessel, Wasserwege und all die Eisformationen auf dem Gletscher, die verschiedenenn Farben des Eises von weiß bis blau. 


 Zum Schluss der Reise laufen wir durch die Hauptstadt Reyjkjavik. Typisch für die Stadt ist eine ungewöhnlich lebendige Künstler-Gemeinde. In den letzten Jahren ist die Stadt bekannt geworden für ihre angesagte Musikszene. Es gibt verschieden Festivales – eines der bekanntesten ist das Festival „Iceland Airwaves“ mit den neuesten Trends der isländischen und internationalen Rock- und Popmusik. 


Rund um den Hafen hat sich eine beachtliche Szene entwickelt, mit Bars, Restaurants und Clubs. Einar Thor Barbardson vom Tourismusbüro der Stadt spricht in der Radioreise über heiße Nächte im kalten Norden.

Wir sprechen auch über Island als Land der Sagen. Die berühmteste soll die Laxdoela Saga sein: Sie beginnt mit der Auswanderung einer ganzen Sippe von Norwegen nach Island in der Zeit von König Harald, genannt Harald Schönhaar. Denn er hatte versprochen, sein Haar solange nicht zu pflegen, bis er das gesamte Reich unter seiner Herrschaft vereinigt hätte. Ich traf in Reykjavik Einar Karason. Er ist einer der bedeutendsten Autoren Islands und sieht sich als Brückenbauer zwischen der alten und neuen Kultur.


Auf unserem Rundgang durch Reykjavik fiel mir eine weiße Villa auf. Eigentlich ist nie in keinem besonderen Baustil errichtet. Aber wenn man sich an die Welt der 80-iger Jahre erinnern kann, dann wird einem dieses Haus bekannt vorkommen. Denn hier trafen sich US-Präsident Reagen und der sowjetische Staatschef Gorbatschow zu den Abrüstungsverhandlungen. Die ganze Welt schaute damals gebangt und hoffnungsvoll auf diesen Ort.


Im Gespräch mit Arthur und in historischen Tönen rufen wir uns diesen Gipfel von Reykjavik noch einmal in Erinnerung – in der Radioreise.


Island ist ein kleines Volk, dass musikalisch schon ein paar mal gezeigt hat, dass es europäische Spitzenklasse sein kann - beim Eurovision Song Contest. Ich habe in Reykjavik die isländische Vorentscheidung zu einem Wettbewerb erlebt.

 
Während dieser Vorentscheidung zum Lied für Island konnte ich den Kollegen vom isländischen Radio kurz über die Schulter schauen.


Einen besonderen Ort in Reykjavik möchte ich Ihnen noch vorstellen. Es ist auf den ersten Blick ein schlichter Ort. Aber er hat es in sich, denn dieser Hot-Dog-Stand ist der berühmteste im ganzen Land. Selbst US-Präsident Bill Clinton hat hier schon in die Wurst gebissen.   


Eine Zeittafel zeigt alle besonderen Ereignisse der Wurst, die es in dieser Welt gab und ganz beiläufig noch ein paar Termine wie die erste Mondlandung...


Island ist ein sehr kleines Land – es kann gut sein, dass sie den Staatspräsidenten auf der Straße treffen. Ich habe seinen Hund getroffen.


Sind Sie auf den Hund gekommen? Dann ab auf die Insel!

Und bitte den Regenschirm nicht vergessen....

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