STARNBERGER SEE - AUF DEN SPUREN VON SISSI UND KÖNIG LUDWIG II - TRADITIONEN UND BRAUCHTUM
Die am Nordende herausfließende Fluß Würm gab dem Gewässer seinen ursprüglichen Namen Würmsee. Erst in den 1960iger Jahren wurde er mit dem Namen benannt, mit der er heute weit über seine Region bekannt ist - der Starnberger See.
20 Kilometer lang und bis zu knapp fünf Kilometer breit ist der Starnberger See. Seine Tiefe reicht bis zu 127 Meter. Deswegen ist er bei Tauchern sehr beliebt.
Für alle, für die dieser See noch geografisches Neuland sein sollte, skizziert Christoph Winkelkötter zu Beginn der Radioreise diese Region. Er ist Vorsitzender Geschäftsführung der Gesellschaft für Wirtschafts- und Tourismusentwicklung (gwt) im Landkreis Starnberg.
Für die Münchner ist der Starnberger See die große Badewanne neben den vielen anderen Badewannen und Pools im Umland. Rund 30 Kilometer südlich der bayerischen Landeshauptstadt gelegen, bietet der See eine gute Aussicht auf die Alpen. Besonders bei Föhnlagen ist das Zugspitzmassiv klar zu sehen.
Segeln, Surfen, Standup Paddeln - der Starnberger See ist ein Eldorado für Wasserliebhaber.
Mehrere Surfschulen und Bootsanlegestellen befinden sich am Ufer des Gewässers.
Der See lässt sich mit dem Rad problemlos umrunden.
Am Westufer führt der Radweg nicht durchweg am Ufer entlang. In einigen Abschnitten muss man auf Straße oder Forstwege ausweichen. Dafür lockt immer wieder der Sprung ins kühle Nass.
Der Starnberger See ist ein Vogelschutzgebiet. Er friert fast nie zu und zählt deshalb neben Ammersee und Chiemsee zu den wichtigen Überwinterungsplätzen für Wasservögel im Alpenvorland.
Das Wasser, die Lage und das Ambiente machte den See seit jeher als Wohngegend attraktiv. Keine andere Gegend in Bayern besitzt unter ihren Immobilien so viele alte Villen und Schlösschen. Kaum eine Region hat so viele Millionäre, die sich entlang des Ufers angesiedelt haben.
Wir nehmen die Reichen und Prominenten vergangener Tage ins Visier. Michaela Scharf führt wie andere Gästeführer regelmäßig mit verschiedenen Touren auf Sissis Spuren. Im Radioreise-Interview erklärt sie uns zunächst die Tour, bevor wir ihr in einer Gruppe folgen.
An Heiligabend 1837 wurde Elisabeth im Palais des Prinzen in der Münchner Ludwigstraße geboren. In diesem Palais hatte es an nichts gefehlt. Es gab fast 30.000 Bücher, ein eigenes Theater und eine eigene Manege. Doch mehr als das Palais in München liebte die Familie die Sommer-Residenz am Starnberger See.
Sissi verbrachte mit ihren Geschwistern und später mit ihrer eigenen Familie so viel Zeit wie möglich.
In der idyllischen Ruhe im Wald nah am Wasser konnte sie dem Wiener Hofzeremoniell für ein paar Wochen entfliehen.
Das Schloss Possenhofen ist heute in Privatbesitz und damit nicht zu betreten.
In die Hecke vor dem Schloss Possenhofen wurden eigens kleine Löcher geschnitten, so dass Besucher durch diese Öffnungen einen Blick auf das Anwesen werfen können.
Doch im Gegensatz zu Kaisers Zeiten kann man heute als Besucher durch den einstigen Schlosspark spazieren. Michaela Scharf zeigte uns unter anderem diesen prächtigen Golfplatz. Übrigens hat der Landkreis Starnberg, wohl auch wegen vielen Millionäre, die größte Golfplatzdichte Deutschlands.
Die Tour mit Michaela Scharf beginnt am schmucken Bahnhof Feldafing.
Dieser im K&K-Stil erbaute Bahnhof ist wie sein Schwesterbahnhof in Passenhofen ein prächtiges Gebäude jener Zeit.
Im Bahnhof Possenhofen kann man die royale Geschichte im Kaiserin Elisabeth Museum Possenhofen erleben. Rosemarie Mann-Stein leitet dieses kleine Museum und skizziert im Radioreise-Podcast die vielen Angebote für Kinder und Jugendliche bei einer Sissi-Schnitzeljagd im Garten Possenhofen.
Der Weg führt uns weiter zur Kirche St. Peter und Paul in Feldafing. Das Glasfenster der Heiligen Elisabeth an der Nordseite war von Kaiser Franz Josef zur Erinnerung an seine Gemahlin, Kaiserin Elisabeth, gestiftet worden. Das Glasfenster der Kaiserin Helene, ebenfalls an der Nordseite, war von Fürst Albert von Thurn und Taxis zur Erinnerung an Helene, Schwester der Kaiserin Elisabeth, gestiftet worden.
König Maximilian der Zweite kaufte im Jahr 1850 von einer Fischerfamilie die Insel Wörth ab - die einzige Insel im Starnberger See. Man könnte sie fast übersehen, denn sie liegt nur 200 Meter vom Ufer entfernt und ist auch nur rund zwei-einhalb Hektar groß.
Der König ließ eine Villa im damals modischen Pompejischen Stil bauen, allerdings mit bayerischen Akzenten wie zum Beispiel die Gamsjagd, die an den Wandgemälden verewigt wurde.
Die Ausblicke von der Insel sind mit dem oft zitierten Wort malerisch sicher nicht übertrieben.
Als Besucher setzt man mit einer historischen nachgebauten Fähre zur Roseninsel über.
Bernhard Zillner ist einer der Fährmänner und erzählt den Besuchern bei der Überfahrt einige Anekdoten zur Geschichte der Insel und den Gästen der Insel.
So hat er zum Beispiel einmal einen Junggesellinnen-Abschied eine halbe Stunde lang über den See gefahren. Die Dame habe 20 Steine gehabt, jeder Stein stand für eine verflossene Liebe. Jeden Stein habe sie mit einer langen Geschichte ins Wasser geworfen. Blieb noch der Stein des Verlobten. Ob der nach vielen Jahren auch im Wasser gelandet ist? Am besten sollte man ihn fragen: Hermann, den Fährmann!
Im Strandbad Feldafing genießen wir eine frisch gefangene Starnberger Renke.
Wir erleben in dieser Sendung nicht nur eine Tour auf den Spuren von Kaiserin Sissi, sondern auch ein besonderes historisches Spektakel. Die Fischerhochzeit erinnert an die Ursprünge Tutzings als Fischersiedlung und spielt im Jahr 1812, zur Zeit Napoleons. Erzählt wird in einer fiktiven Geschichte die Heimkehr des Bauernsohns Michael Gröber aus dem Russlandfeldzug und seine Hochzeit mit Veronika Bierbichler, der Tochter einer Fischerfamilie vom anderen, also dem östlichen Seeufer.
1929 wurde diese Fischerhochzeit erstmals aufgeführt und später mehrfach wiederbelebt. Seit 1975 wird sie in regelmäßigen Abständen gefeiert – als ein Zeichen für gelebtes Brauchtum, das von Vereinen, Betrieben und Familien gemeinsam getragen wird.
Die Geschichte dieser Region wird in einem historischen Ambiente dargestellt. Anfang des 19. Jahrhunderts gründeten kulturbegeisterter Bürger der Stadt Starnberg das Museum Starnberger See. Die Gründer legten die Trägerschaft in die Hände eines Vereins, dem auch etliche Prominente jener Zeit angehörten.
Bayerns letzter Monarch, Ludwig der Dritte, kam noch selbst als Gast ins Museum. Davon zeugt eine Esche im Innenhof des Museums, die damals gepflanzt wurde. Museumsleiter Benjamin Tillig erklärt, wie man in seinem Haus zum Beispiel den den rätselhaften Tod von Märchenkönig Ludwig selbst ein Stück weit aufklären kann.
Das Museum sei nicht nur etwas für Schlechtwetter-Tage, schmunzelt Benjamin.
In Basis-Camp dieser Radioreise, dem Hotel Vier Jahreszeiten Starnberg, kann man Sissi auch kulinarisch erleben, in Form des Sissi-Menüs. Dieses Menü zaubert Sternekoch Maximilian Moser immer wieder auf die Teller. Da auch der beste Sternekoch hin und wieder eine Auszeit von der Küche braucht, sprachen wir mit Hoteldirektor Tobias Baumann über ein Angebot für Urlauber, dass sich „Auf den Spuren von Sissi“ nennt.
Das Vier-Sterne-Superior-Hotel beherbergt 114 Zimmer und 8 Suiten. Zwei Restaurants und eine Bar sind das gastronomische Angebot dieses Hauses.
Das Gourmetrestaurant Aubergine verteidigt seit dem Jahr 2014 stolz einen Michelin-Star und zwei schwarze Gault&Millau-Hauben.
Das Restaurant Oliv’s hat eine wechselnde Saisonkarte und ist täglich geöffnet.
Die Hemingway Bar, so betont es Tobias Baumann im Radioreise-Gespräch, bietet die größte Rumauswahl Süddeutschlands. Die Barkeeper sind leidenschaftlich auf der ganzen Welt unterwegs und bringen immer wieder ausgefallene Sorten mit nach Starnberg.
Jährlich Ende Juli / Anfang August geht das „Food-Festival“ im Hotel „Vier Jahreszeiten“ über die Bühne. Diese Feinschmecker-Reise reicht von der heimischen Renke und Münchner Käse bis hin zu internationalen Spezialitäten und Food-Kreationen. Das können zum Beispiel Gazpacho Andaluz, Mini-Langos, levantinisches Kalbstartar und Garnelen-Wan-Tan sein.
Das Hotel, so betont Tobias Baumann, ist ein oft gebuchtes Tagungshotel und sieht sich als Basis-Camp für Urlauber, die von hier aus das Fünf-Seen-Land erkunden möchten.
Wir konnten in dieser Sendung nur einen kleinen Teil der Region Starnberg Ammersee vorstellen.
Gerne verlängern wir den Urlaub am Starnberger See mit dieser Radioreise.
Aus dem Pfaffenwinkel, der im Osten an den Starnberger See grenzt, haben wir eine Sendung, die sich der Kunst widmet und eine Tour entlang der Romantischen Straße.
Südlich des Starnberger Sees empfehlen wir die Radioreise aus dem Tölzer Land und eine Sendung speziell aus Bayerns größter Gemeinde Lengriess.
Die Zugspitz Arena Bayern Tirol stellen wir in dieser Radioreise vor.
Durch die Tiroler Zugspitzarena führt diese Ausgabe unserer Show, die im Podcast-Angebot hunderte Folgen bereithält.
Auf ein Wiedersehen am Starnberger See!














































