HAMBURG TASTING - DER KULINARISCHE STREIFZUG DURCH DIE HANSESTADT

Bild: Henning Angerer / Brauereiwerkstätten Überquell
In dieser Radioreise nimmt Sie Alexander Tauscher mit auf einen kulinarischen Streifzug durch die Freie und Hansestadt unter dem Motto "Hamburg Tasting". Unsere Tour verläuft vom Altonaer Fischmarkt bis zum Isemarkt, vom Mutterland-Stammhaus bis zur urbanen Brauerei Überquell. Freuen Sie sich auf junge, aufstrebende Menschen in der Hamburger Gastro-Szene,  auf Koch-Charaktere und Restaurant-Chefs, die traditionelle Orte zu trendigen Plätzen machten.

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Wir wollen in dieser Sendung die große Bandbreite der Hamburger Kulinarik aufzeigen. Es geht um das Nordische, um die vielen Restaurants am Wasser und die „Grünen Michelin Sterne“. Unseren kulinarischen Citytrip an Elbe und Alster starten wir an dem Ort, an dem Hamburg kulinarisch besonders maritim wirkt, auf dem Altonaer Fischmarkt. Nicht nur Touristen lieben dieses Flair am Sonntagmorgen. Auch für viele Hamburger ist es Tradition, sich hier an der Elbstraße mit Fangfrischem einzudecken, zu schnacken und den Schnack der Händler zu hören.


Seit Ende der 1950-iger Jahre preist Aale Dieter hier seinen Fisch an. Dieter Bruhns ist ein Hamburger Urgestein, eine Institution auf diesem Markt direkt an der Elbe. Im Radioreise-Interview erzählt er von seinen vielen Talenten. Denn Dieter ist nicht nur Verkäufer, Dieter ist ausgebildeter Sänger und trat schon in der Hamburgischen Staatsoper auf.


Mit vielen Hamburger Stars war und ist Dieter persönlich befreundet. Eine enge Freundschaft verband ihn mit Heidi Kabel. Kein Wunder, dass Aale Dieter vor dem Radioreise-Mikrofon auch Heidis berühmtestes Hamburg-Lied sang.


Was der „Verteiler“ für den Fisch ist, sagt Ihnen Dieter ebenfalls in unserer Show. Rund 70.000 Besucher kommen normalerweise sonntags an die Elbe auf den Fischmarkt mit seiner über 300-jährigen Geschichte. Es gibt hier nicht nur Fisch: Obst, Blumen und Klamotten sowie Souvenirs – ein Supermarkt unter freiem Himmel mit dem Panoramablick auf den Hafen und die Docks und auf die Fischauktionshalle.


Hamburg-Guide Tomas Kaiser wohnt unweit des Altonaer Fischmarkts. Im Radioreise-Interview spricht er über diesen Hamburger Kultort und die Entwicklung der Stadt zu einem Ort für Gourmets.


Unser Tipp: Nach einem Besuch des Fischmarkts einfach den Weg oberhalb der St. Pauli Hafenstrasse laufen, passenderweise „bei der Erholung genannt“, bis zum so genannten Portugiesen-Viertels. Dort einen echten portugiesischen Galao-Milchkaffee schlürfen und die süßen Natas essen – das ist Urlaub mit Hafenblick! Dieser Weg ist schattig und bietet den Blick von oben auf die Skyline des Hafens.  


Und falls Sie zeitig früh zum Fischmarkt kommen, dann kann es sein, dass Sie noch die letzten Kiez-Besucher und Partygänger von der Reeperbahn treffen. Die trinken hier mitunter ihr letztes Bier, bevor sie sich auf den Heimweg machen.


Um 09.30 Uhr schließt der Fischmarkt, damit die Fischer und Verkäufer früher noch rechtzeitig zur sonntäglichen Messe konnten.


Nicht nur der Fischmarkt bietet frisch gefangenem Fisch und Meerestiere, die die Restaurants der Stadt für ihre Spezialitäten verwenden. An der etwas weiter westlich gelegenen Großen Elbstrasse finden sich Fischgroßhändler wie Hummer-Petersen, die auch an private Kunden verkaufen. Ein äußerst beliebter Markt für Einheimische wie Touristen ist aber auch der Hamburger Isemarkt. Das über die gesamte Länge von rund 700 Meter verlaufende Hochbahn-Viadukt zwischen den U-Bahnstationen Hoheluftbrücke und Eppendorfer Baum ist ein Schutz vor Sonne und Regen.


Unter dem Viadukt trifft man dienstags und freitags einen waschechten Hamburger Jung aus den Vierlanden mit seinen Kräuterburschen. Malte Jahn und seine Jungs verkaufen seit Anfang der 2.000 Jahre Kräuter und Salate. Es sind die Jungs mit der grünen Schürze und den gelben Hüten.


Woher die Idee der Hüte kam und was das Besondere an den Kräutern im Hamburger Umland ist, erfahren Sie im Podcast. 


Regale voller Gewürze oder Honig aus der Heide - die Auswahl an den etwa 200 Ständen ist riesig.
Kaum einem Besucher gelingt es, die Strecke zurückzulegen, ohne etwas gekauft oder gleich vor Ort gegessen zu haben. Jessica mit dem musikalisch wohlklingenden Namen Fitzgerald von „Fisch Schloh“ ist seit Jahrzehnten in Hamburg ein Begriff.


Auch der Bio-Hofladen Gut Wulfsdorf aus Ahrensburg hat auf dem Isemarkt seinen Stand, der von Daniel Pascal geführt wird.


Duftende Blumen, knackiges Gemüse oder selbst gemachte Bonbons, hier und da auch Schmuck – das ist die Palette auf dem Isemarkt. Am Ende dieser Etappe halten wir noch beim Konditor Jens Heimlich. Er stammt aus dem sächsischen Grimme und war im Herbst 1989 über die Prager Botschaft von der DDR in die Bundesrepublik ausgereist.


Hamburg ist bekanntermaßen das Tor zur Welt. Einlaufende Schiffe aus fernen Kontinenten brachten und bringen seit Jahrhunderten Gewürze, Kaffee, Fisch und andere Spezialitäten in den Hafen. In Hamburg wurde daher nicht nur gehandelt, sondern auch geschlemmt. Wobei das Bewusstsein für hochwertige Lebensmittel in Hamburg wie auch andernorts in Deutschland erst in den vergangenen zwei bis drei Jahrzehnten entstand.


Wer am Hamburger Hauptbahnhof aus dem Zug steigt, wird das sicher nicht gleich spüren. Aber nur ein paar Schritte hat sich das „Mutterland Stammhaus“ auf Delikatessen und nachhaltige Lebensmittel spezialisiert – in einem Ambiente, dass durchaus an Mutters Zeiten erinnert, aber natürlich auch Moderne verkörpern will. Das "Mutterland Stammhaus" erstreckt sich auf zwei Etagen mit einem Delikatessenshop. Rund 5.000 handgemachte Delikatessen von mehr als 200 heimischen Manufakturen sind in den Regalen zu finden. Außerdem kann der Besucher in der Arbeit der gläsernen Schokoladenmanufaktur zuschauen.


Außerdem kann man die handgemachten Pralinen probieren. Wir sprachen mit Mutterland-Gründer Jan Schawe.


Beim nächsten Besuch im Mutterland sollten wir mit Jan einen Gin probieren...


Hamburg kann sich inzwischen übrigens offiziell zu einer der beliebtesten Vegan-Städte der Welt zählen. Einen Steinwurf vom Hamburger Rathaus entfernt liegt fast ein wenig versteckt im Kern im Keller eine kulinarische Perle in Hamburg: Mutterland Cölln´s.


Das Besondere sind hier die Räumlichkeiten. Denn die Gäste werden in den separaten Speisezimmern mit antikem Mobiliar bedient, an warmen Tagen auch vor dem Restaurant. 


Küchenchef Marco Kaluscha bietet auf seiner Speisekarte Hamburger Küche und Meeresfrüchte an. r Es finden sich zeitlose Gerichte wie Nordsee Seezunge mit Krabbenschaum sowie saisonale Angebote wie Gin and Tonic Austern oder für Fleisch-Liebhaber Tatar vom Husumer Rind.


Im Radioreise-Interview spricht Marco einerseits über die rund 300-jährige Geschichte dieses Hamburger Traditionsrestaurants sowie über seine Philosophie der modernen Interpretation hanseatischer Gerichte.


Auch Thomas Sampl ist nicht mehr aus der Hamburger Gourmet-Szene wegzudenken. Er leitet das „Hobenköök“ im Hamburger Oberhafen und hat das Konzept dieses Hauses mitentwickelt – eine Mischung aus Markthalle und Restaurant. Dort arbeitet Thomas mit Bauern aus dem Hamburger Umland zusammen. Daher kocht er auch nur das, was gerade vom Feld kommt oder was gerade aus dem Hafen geliefert wurde.


In dem früher zum Teil schummrigen Oberhafen direkt hinter der modernen HafenCity entwickelt er nun Stück für Stück eine trendige Location. Denn im Oberhafen, wo früher nur Züge aus und einfuhren, baute Thomas mit Kollegen eine alte Lagerhalle zu einem Gourmet-Tempel um. Hobenköök steht nicht für Haubenküche, sondern ist Hamburger Platt und heißt so viel wie Hamburger Hafenküche.


Am Ende unserer kulinarischen Tour durch die Freie und Hansestadt haben noch einen Tipp für einen lässigen Abend nah am Hafen – mit Craftbier und neapolitanischer Pizza aus dem Steinofen. Die Brauwerkstätten Überquell sind ein guter Ausgangspunkt für das Nachtleben auf St. Pauli und beherbergen gleichzeitig das vielleicht kleinste Museum Hamburgs.
Bild: Brauereiwerkstätten Überquell
Tina Küster hatte dieses Unternehmen mitgegründet und leitet heute den Betrieb.


Das typische Hamburger Fischbrötchen haben wir diesmal nicht gekostet – das gibt’s bei uns in der kostenfreien Urlaubsverlängerung.


Denn unsere Radioreise „Maritimes Hamburg“ ist zu Gast an der Brücke 10 – in der legendären Fischbrötchen-Bude an den Landungsbrücken. Von da aus geht’s mit dem Rad bis nach Blankenese und in die Speicherstadt.
MARITIMES HAMBURG - Mit dem Rad unterwegs in der grünen und wasserreichen Hansestadt


Unsere Radioreise „Hamburg on stage“ erlebt ein paar der vielen kulturellen Angebote der Hansestadt  und erklärt, wo man in St. Pauli feiern gehen kann.
HAMBURG ON STAGE - KUNST UND KULTUR IN DER HANSESTADT


Unsere vierte Radioreise durch Hamburg ist eine klassische Stadttour vom Hamburger Rathaus bis zum Silbersack.
Städtereise nach Hamburg

Noch mehr Infos zum Urlaub in Hamburg und eine große Übersicht der kulinarischen Vielfalt der der Hansestadt unter https://www.hamburg-tourism.de/

Auf ein Wiedersehen in Hamburg!