RIESENGEBIRGE AUF TSCHECHISCHER SEITE - WANDERUNGEN IM REICH VON RÜBEZAHL
In dieser Radioreise wandert Alexander Tauscher durch das Riesengebirge auf tschechischer Seite. Freuen Sie sich auf ein Mittelgebirge mit durchaus alpinem Charakter, auf sanfte Hügel und wilde Täler. Gabi Kosakova von der Erlebachova Bouda, der Erlebach Baude, stellt uns ein paar der schönsten Touren durch diese Landschaft vor. Wir sprechen über historische Orte wie die Luční Bouda, die Wiesenbaude, und natürlich über den Aufstieg zur Sněžka der Schneekoppe. Gabi stellt uns Wanderungen zur Elb-Quelle oder auf den Černá Hora, den Schwarzenberg vor. Wir sprechen über Orte wie Vrchlabí, also Hohenelbe, mit seinem berühmten Riesengebirgsmuseum. Jitka Hronešová, die ehrenamtlich für das Tourismusbüro in Špindlerův Mlýn, also Spindlermühle, arbeitet, stellt dieses wichtigste touristische Zentrum Tschechiens vor. An einem Wallfahrtsort, der Statue der Heiligen Maria, treffen wir Jiří Tomášek. Der Gastgeber der Erlebachbaude hat diese Statue schaffen lassen und verrät uns, welche Beziehung es von hier nach Nazareth im Heiligen Land, in Israel, gibt. Zwei weitere urige Bauden stehen auf unserem Programm. Tomáš Kalina, Koch und Kellner in der Josefova Bouda, der Josefbaude, plaudert über deftige böhmische Küche und ebenso deftige Getränke. Und Monika Volková, Gastgeberin der Bouda Bilé Labe, der Weisswasserbaude, stellt uns ihre urgemütliche Hütte im Tal der Weissen Elbe vor. Dort treffen wir Stammgast Steffen aus Dresden. Und Corinna aus Blaustein in Schwaben als Stammgast in der Erlebachbaude erzählt von ihrer Liebe zum Riesengebirge, dem Krkonoše. Viel Spaß im Reich von Rübezahl!
Diese Reise ist für Alexander Tauscher eine Reise in die Vergangenheit. Er entdeckt diese Region, in der er viele Urlaube mit den Eltern verbrachte, nun neu. Damals wanderte er mit dem sowjetischen Transitor-Radio und RIAS auf Kurzwelle durch die Berge. Nun hat er das Mikrofon in der Hand. Damit schließt sich der Kreis vom Mund zum Ohr. Damals war Tschechien Teil der ČSSR und der Grenzweg auf dem Gebirge zur Volksrepublik Polen war für DDR-Bürger leider gesperrt. Heute eine Reise ins Herz Europas. Denn das Riesengebirge ist Teil des bergigen Grenzkamms zwischen Polen und Tschechien.
Einerseits gibt sich die Gebirgskette sanft gewellt mit rundlich-kahlen Gipfeln. Nach Norden, zur polnischen Seite, zeigen sich immer wieder auch steile, felsige Abbrüche und Flanken sowie tief eingeschnittene Täler. Der Hauptkamm verläuft in Ost-West-Richtung auf einer Länge von rund 35 Kilometern und ist zugleich die Wasserscheide zwischen Oder und Elbe.
Nah am Hauptkamm, beginnt unsere Reise an einer der vielen Bauden des Gebirges, der Erlebach-Boude. Rezeptionistin Gabi Kosakova gibt uns einen Überblick über ein paar der schönsten Wanderrouten im zentralen Teil des Riesengebirges.
Das Riesengebirge ist das höchste Gebirge von Tschechien - nicht jedoch von Polen, denn die Gipfel der Hohen Tatra erreichen alpine Höhen. Der höchste Gipfel des Riesengebirges ist die Schneekoppe auf der Ostseite des Gebirges. Sněžka ist der tschechische Name. Sie ist 1.602 Metern hoch und für viele passionierte Wanderer ein absolutes Muss. Allerdings ist der Gipfel mit Liftanlagen und Restaurant recht verbaut. Die höchste Erhebung des westlichen Hauptkamms ist das Hohe Rad mit rund 1.500 Metern.
Unser erste kleine Wanderung beginnt an der bekannten Spindlerbaude.
Sie befindet sich auf dem Kammweg, auf einem Bergsattel. Nach Ost wie nach West steigt der Weg an.
Für ein paar Minuten betreten wir den polnischen Teil des Riesengebirges.
Gleich hinter der Spindlerova-Bauda haben wir uns auf polnischer Seite vor einer Baude in die Sonne gesetzt.
Sie heißt auf polnisch Turistická chata Odrodzenie, übersetzt ist es das Jugendkammhaus Rübezahl.
Der alte Kammweg führt abwechselnd durch Geröllfelder und über weite Bergwiesen und ist streckenweise gepflastert. Schon Ende des 19. Jahrhunderts bauten Mitglieder des Riesengebirgsvereins entlang der Kammlinie einen Wanderweg.
Die Tageswanderung auf die Schneekoppe ist sowohl von tschechischer als auch von polnischer Seite möglich und sehr beliebt.Vom polnischen Karpacz aus muss man rund 900 Höhenmeter bezwingen und von der tschechischen Seite, von Pec pod Sněžkou, sind es rund 100 Höhenmeter weniger. Das Riesengebirge gilt als das schneesicherste der europäischen Mittelgebirge.
Im Winter steht ein dichtes und gut markiertes Loipennetz zur Verfügung vor allem im tschechischen Harrachov und Špindlerův Mlýn.
Über Spindlermühle sprachen wir mit Jitka Hronešová. Sie arbeitet in der Erlebach-Baude und ist ehrenamtlich für das Tourismusbüro in Spindlermühle tätig.
Jitka stellt im Radioreise-Interview die verschiedenen Ortsteile von Spindlermühle vor und betont die weiße Brücke als eines der Symbole der Stadt.
Die Radioreise nahm es sportlich und bestieg den Gipfel des 12.35 Meter hohen Medvědín zu Fuß. Der Hausberg von Spindlermühle ist im Winter eine beliebte Skiabfahrts-Piste.
500 Höhenmeter in knapp einer Stunde - das ist das sportlich, schweißtreibende Ergebnis.
Von der Gipfelstation des Berges führt ein Weg zunächst über Torf und später über eine asphaltierte nur für Radfahrer offene Straße zur Vrbatova Bouda.
Mit leichtem, aber beständigem Aufstieg muss man nochmal 200 Höhenmeter überwinden.
Von der Vrbatova Bouda aus öffnet sich ein 360 Grad-Panorama. Am Westhorizont ist der Fernsehturm auf dem Ještěd bei Liberec im Isergebirge zu sehen. Am Osthorizont erscheint die Schneekoppe.
Deutlich erkennbar ist der massive Stahlbetonbau der Elbbaude.
Beim Abstieg in Richtung Elbbaude fällt ein Bunker auf, der 1937 gebaut wurde. Er sollte die damalige Tschechoslowakai an der Nordgrenze schützen. Die Geschichte bewies, dass dies ein Wunsch blieb.
Noch vor der Elbbaude liegen die Wasserfälle Pančavský Vodopád und Labský Vodopád. Sie gehören zu den herausragendsten Naturschönheiten des Riesengebirges. Pančavský Vodopád trägt mit einer Höhe von 148 Metern den Titel des höchsten Wasserfalls in der Tschechischen Republik. Am Oberlauf des Wasserfalles legen auch wir einen Stopp ein.
Der Wasserfall teilt sich in vier verschiedene Kaskaden auf, wodurch ein Naturschauspiel entsteht. Oberhalb des Wasserfalls fungiert er als Kneipport.
Auch wir erfrischen unsere Füße und entscheiden uns an dem Ort für die Rückkehr. Es ist doch ein schönes Gefühl, nah der Elbquelle in der Elbe baden zu können....
Einer der Gründe, warum Alexander Tauscher als Kind und früher Jugendlicher sehr gerne im Riesengebirge war, sind die vielen Bauden. So nennt man hier die Gebirgshütten. Schon zu sozialistischen Zeiten gab es eine sehr große Dichte an solchen Bauden, in denen man einfach aber gut essen und trinken und teilweise auch übernachten konnte.
Die Bauden sind heute teils sehr einfach, teils auch sehr modern wie die Erlebach-Baude. Sie ist heute ein Wellness-Resort, dass aus einem einfachen Haus gewachsen ist.
Gemeinsam mit der Josefova Bouda, der Josefsbaude, bildet die Erlebachbaude das Resort Svatý František Špindlerŭv Mlýn. Tomáš Kalina ist in der Josefsbaude Koch, Kellner und vor allem Gastgeber aus vollem Herzen.
Monika Volková betreibt diese historische Baude. Im Radioreise-Interview erinnert sie an die Gründung dieser Baude nach schweren Unwettern.
Die Baude Bílé Labe befindet sich etwa 5 Kilometer vom Zentrum von Špindlerův Mlýn entfernt. Sie liegt an der Kreuzung von vier Wanderwegen.
Von der Erlebachbaude führt ein Wanderweg auf rund 3 Kilometern Länge bergab, jedoch über größere Steine, zur Weißen Elbe.
Der Lehrpfad Čertova Strouha an der Baude bietet Informationen über Flora, Fauna und Geologie.
Traditionell tschechisch, so beschreibt Monika die Küche ihrer Baude.
Der Radioreise-Tipp: Svíčková na Smetaně! Rinderfilet oder ein anderes Bratenfleisch vom Rind wird in einer sahnigen Sauce gemeinsam mit dem Fleisch geschmortem Gemüse zubereitet. Rund 30 Gäste haben in der Baude Platz.
Im Radioreise-Gespräch erzählt Stammgast Steffen aus Dresden, wie man hier übernachten kann und warum für ihn das Riesengebirge die beste Wahl ist.
Wir wandern entlang der Weißen Elbe flussabwärts durch dieses ruhige, abgeschiedene Tal.
Kein privater Autoverkehr stört die Ruhe in diesem Tal.
Weiter flussabwärts fließt die Weiße Elbe in die Elbe.
Die Geschichte des Gebirges ist eng mit dem Rübezahl verbunden. Als Herrscher über Wetter und Natur schützt er sein Gebirge vor Wilderern und anderen Bösewichten. Die Sagengestalt wurde Mitte des 16. Jahrhunderts erstmals erwähnt.
Die Märchenfigur erscheint als Riese, Zwerg oder Zauberer und ist ein kulturelles Symbol. Daher werden in der Region überall Figuren und andere Andenken als Souvenir verkauft.Die jetzige Beschützerin der Wanderer ist auch die Statue der Jungfrau Maria. Sie gilt als Königin der Berge – und ihre Statue befindet sich unterhalb der Erlebach-Baude. Die aus dieser Skulpturengruppe stammende Version hatte Jiří Tomášek offiziell als Friedensbotschaft in die historische Basilika nach Nazareth in Israel gebracht. Darüber erzählt uns der Gastgeber der Baude, den wir mit seiner Gattin vor der Statue trafen.
Das Riesengebirge ist für Tschechien ein Gebirge der Superlative. Es ist das höchste und das einzige Gebirge in dem Land, dass den Charakter eines Hochgebirges hat.
Die Landschaft ist einerseits geprägt von rauen Gipfeln und Tälern, die aus Gletschern geformt sind.
Auf der anderen Seite erstrecken sich weitläufige Wiesen mit Moorseen.
Dabei ist das Riesengebirge nicht nur ein Wandergebiet, sondern auch bei Mountainbikern sehr beliebt.
Durch die Landschaft verlaufen gut markierte Radwege mit Steigungen und langen Abfahrten.
Kurz vor einer neuen Wandertour trafen wir Corinna aus Blaustein in Schwaben. Sie ist inzwischen Stammgast in der Erlebach-Baude und spricht über die Faszination des Riesengebirges und die gastliche Atmoshäre in diesem Haus.
Das Riesengebirge besteht aus einem Mosaik von Ökosystemen, die als Erinnerung an die letzte Eiszeit zurückgeblieben sind.
Das Tor zum Riesengebirge und gleichzeitig der Endpunkt des Elbradweges ist die Stadt Vrchlabi, übersetzt Hohenelbe. Einst war die Stadt ein wichtiges Zentrum der Textilindustrie. Wenn man auf der Hauptstraße in Richtung Spindlermühle fährt, fallen die Giebelhäuser mit den Laubengängen auf. Sie sind die ältesten volkstümlichen Bauwerke aus dem 16. Jahrhundert. Mitten in der Stadt steht das ehemalige Schloss der Grafen Czernin-Morzin mit seinen vier achteckigen Türmen. Hinter dem Schlosspark befindet sich das Renaissance-Rathaus, das später im Stil des Barock umgebaut wurde. Im Augustinenkloster ist heute das Riesengebirge-Museum angesiedelt. Es stellt die Geschichte und die Natur der Region vor.
Mehr Informationen zur Region: www.hkregion.cz, mehr Informationen zu Tschechien: www.visitczechia.com.
Gewissermaßen im Vorhof des Riesengebirges liegt das Böhmische Paradies, welches wir in dieser Radioreise vorstellen.
https://www.radioreise.de/2023/09/bohmisches-paradies-von-aussichtsturmen.html
Als City-Trip empfehlen wir unsere Sendung aus Brno.
https://www.radioreise.de/2024/11/brno-tschechiens-zweitgrosste-stadt.html
Wie wäre es mit einer Tour von Prag in den Karneval von Ostböhmen?
https://www.radioreise.de/2017/02/tschechien-von-prag-nach-ostbohmen.html
In dieser Sendung stellen wir die Musikstadt Prag vor.
https://www.radioreise.de/2023/03/musikstadt-prag-auf-der-notenspur-durch-die-tschechische-hauptstadt.html
Auf ein Wiedersehen im schönen Reiseland Tschechien, gerne wieder im Riesengebirge.






















































