BAIERSBRONN - Der Kurzurlaub zum Herunterkommen

Bild: Hotel Engel Obertal
In dieser Radioreise nimmt Sie Alexander Tauscher mit nach Baiersbronn. Die zweitgrößte Gemeinde in Baden-Württemberg gilt als das Wanderzentrum des Schwarzwalds. Um sie spannt sich ein Wanderwege-Netz von mehr als 550 Kilometern. Wir stellen Ihnen in dieser Sendung ein paar der schönsten Routen vor und machen auch Lust auf Baiersbronn im Winter.


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Bild: Baiersbronn Touristik
Ein grüner langer Schal liegt senkrecht über dem Südwesten Deutschlands, auf rund 150 Kilometern zwischen Pforzheim im Norden und Basel im Süden. Der Schwarzwald! Im Westen wird der Schwarzwald von der oberrheinischen Tiefebene begrenzt, dahinter steigen schon die Vogesen in Frankreich auf. Bei klarem Wetter kann man auch von den Gipfeln bei Baiersbronn die Vogesen und sogar die Schweizer Alpen sehen.
Bild: Torsten Bernauer
Baiersbronn ist zwar eine Gemeinde, erstreckt sich jedoch über ein sehr weites Gebiet, so dass Sie bis zu einer halben Stunde mit dem Auto von einem Ortsteil zum anderen unterwegs sein können. Die Gemeinde erstreckt sich vom Murgtal in 450 Metern Höhe bis zum Dreifürstenstein auf einer Höhe von mehr als 1.100 Metern. Der Dreifürstenstein ist zugleich der höchste Punkt in Württemberg.

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Auf etlichen Etappen dieser Radioreise begleitet uns Willi Seid. Er ist der Erste Vorsitzende des Schwarzwaldvereins Oberes Murgtal und Wanderführer für die Gäste des Hotels Engel Obertal.
Radioreise Podcast mit Alexander Tauscher im Schwarzwald
Bild: Torsten Bernauer
Die Wanderwege rund um Baiersbronn reichen von familienfreundlichen Erlebnispfaden über Genießerpfade bis hin zu anspruchsvollen Tal- und Höhenwanderwegen. Einige dieser Wege führen entlang von Seen, durch tiefe Tannenwälder zu schönen Aussichtspunkten. Mehr über diesen besonderen See erfahren Sie in unserem Radioreise-Interview mit Willi Seid.
Bild: Torsten Bernauer

Rund um Baiersbronn verlaufen gut markierte Weitwanderwege. Außerdem führen Tages- und Halbtagestouren zu Hütten und Berggasthäusern. Im Prinzip können Sie das Auto in Baiersbronn stehenlassen. Busse und die S-Bahn bringen Sie zum Ausgangspunkt der Tour und holen Sie am Ende der Wanderung auch wieder ab. Was auf den Hütten kulinarisch serviert wird und was Sie nach einer Wanderung im 5-Sterne-Hotel „Engel Obertal" serviert bekommen, das sagt uns im Radioreise-Interview der Restaurantleiter und Sommelier im Engel, Klaus Wöhlk.

Bild: Torsten Bernauer
Die Küche in den gemütlichen Restaurant-Stuben ist schwäbisch und international geprägt.
Bild: Hotel Engel Obertal
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Wir nehmen uns eine kleine Vesper mit für die nächste Wander-Etappe. Vesper hat im Schwarzwald eine lange Tradition. Mit im Gepäck ist selbstgemachtes Bauernbrot, Käse, Speck, Leberwurst und Zwiebeln.
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Die selbstgemachte Vesper ist viel schöner als jeder Hüttenbesuch, meint Wanderführer Willi Seid. Hauptsache, gemeinsam vespern! Und warum nicht einmal bedienen lassen, schließlich ist es Urlaub.
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Auf den Wanderungen sehen wir schnell: der Schwarzwald hat viele freie Flächen. Dies liegt an der intensiven Waldnutzung, die hier bereits im elften Jahrhundert begann. Ab dem 14. Jahrhundert wurden größere Flächen zum Weiden der Tiere benutzt und dafür Gebiete abgebrannt und Bäume gefällt. Ab dem 16. Jahrhundert ritzten Harzer die Bäume im Fischgrätenmuster an, um Harz zu gewinnen. Später fällten Köhler die Bäume, um daraus Holzkohle herstellen zu können.
Bild: Torsten Bernauer
Auf den Höhen des Nordschwarzwaldes sind häufig die so genannten Grinden zu sehen. Das sind feuchte, nahezu waldfreie Heideflächen über Buntsandstein. Diese alte Kulturlandschaft ist über Jahrhunderte hinweg so gewachsen: die Flächen wurden von den Menschen gerodet und von Tieren beweidet. Vom 14. bis 19. Jahrhundert wurden die Hochlagen als Weideflächen für Rinder und Ziegen verwendet. Um ein Zuwachsen mit Bäumen zu verhindern, wurden Bäume gefällt und die Flächen abgebrannt.
Bild: Torsten Bernauer
Auch durch diese Kulturlandschaften führt Willi Seid sehr gern seine Besucher, wie er uns im Radioreise-Interview erzählt.
Bild: Torsten Bernauer
Rund zwei Drittel der Fläche des Nationalparks Schwarzwald gehört zu der Riesen-Gemeinde Baiersbronn. Der erste Nationalpark Baden-Württembergs zieht sich entlang der Schwarzwaldhochstraße auf den Höhen zwischen Plättig und Alexanderschanze. Die Natur soll sich in diesem Schutzgebiet in den nächsten Jahren und Jahrzehnten völlig frei entfalten. Wanderer können damit seltene Tier- und Pflanzenarten und weitgehend unbeeinflusste natürliche Prozesse erleben. Politisch war und ist dieser Park nicht unumstritten. Wir lassen die Politik beiseite und befragen den Biologen Torsten Bernauer zu seiner Arbeit im Nationalpark.


Hier noch ein paar Regeln für Wanderungen im Nationalpark Schwarzwald: Die Wege dürfen niemals verlassen und Hunde müssen an der Leine gehalten werden. Es dürfen keine Pflanzen oder Pilze gesammelt und auch keine offenen Feuer entzündet werden. In den Bächen oder Seen darf nicht gebadet werden. Es ist an sich eine Selbstverständlichkeit, dass kein Müll im Wald hinterlassen werden darf.
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Winter können im oberen Schwarzwald schneereich und lange sein, hat uns der Biologe Torsten Bernauer gesagt. Er lebt seit einigen Jahren im benachbarten Freudenstadt und berichtete von Tagen, an denen er tagelang faktisch eingeschneit war und nicht zur Arbeit kam. Freilich, nicht in jedem Winter bieten sich solche Bilder.
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An sich wäre Baiersbronn eine unscheinbare Gemeinde im Schwarzwald, wenn nicht so viele kulinarische Sterne über dieser Gemeinde hängen würden. Baiersbronn hat sich über Jahrzehnte zu einem Hotspot der Spitzengastronomie entwickelt. Leider gab es auch tragische Rückschläge wie den Brand in der Traube Tonbach im Januar 2020. Auf diesen kulinarischen Sternen kann sich Baiersbronn dauerhaft nicht ausruhen, es muss auch in puncto Wellness Spitzenleistungen bieten. Das sieht Uta Kappel so, sie ist Gastgeberin im Hotel Engel Obertal.
Bild: Torsten Bernauer
Uta Kappel ist als stellvertretende Direktorin maßgeblich an der künftigen Ausrichtung des Hotels beteiligt. In puncto Wellness spielt das Haus eine Vorreiterrolle in Baiersbronn.
Bild: Hotel Engel Obertal
Das 5-Sterne-Superior-Wellnesshotel will sich in den nächsten Jahren noch stärker auf die Urlauber von morgen konzentrieren, junge Menschen. Dabei profitiert das Haus auch von der guten Nachfrage in Frankreich und der Schweiz, wie uns Uta Kappel erzählt.
Bild: Hotel Engel Obertal
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Mehr Bilder und Infos finden Sie auf: engel-obertal.de
Bild: Hotel Engel Obertal
Unser Favorit ist die Salzgrotte, das kleine "Tote Meer" im Schwarzwald.
Bild: Hotel Engel Obertal
Das familiengeführte Haus ist Teil der ebenfalls privat geführten Fährhaus Hotel Collection.
Bild: Hotel Engel Obertal
Das Hotel ist in die sanfte Hügellandschaft des Buhlbachtals eingebettet. Saunagäste können ganzjährig den Naturbadeteich nutzen.
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Uta Kappel erzählt im Radioreise-Interview ebenfalls, wie sie nach vielen Auslandsjahren in Paris wieder zurück in der Idylle Baiersbronn ist.
Bild: Torsten Bernauer
Und der Biologe Torsten Bernauer spricht über seine große Leidenschaft, seine große Liebe - die digitale Archivierung alter Platten aus Schellack und Vinyl. Torsten Bernauer hat auch ein paar der Hintergrundmusiken dieser Radioreise zugeliefert.


Torsten Bernauer treffen wir auch auf einer anderen Radioreise nach Baiersbronn. Diese Sendung betrachtet neben dem Nationalpark auch den kulinarischen Sternen-Himmel über Baiersbronn.
SCHWARZWALD: Die kulinarischen Sterne über Baiersbronn

Auf ein Wiedersehen im Schwarzwald!
Bild: Torsten Bernauer