DOHA - Auferstanden aus der Wüste

DOHA - Auferstanden aus der Wüste

Bild: Qatar National Tourism Council

In dieser Radioreise nimmt Sie Alexander Tauscher mit nach Doha. Freuen Sie sich auf die Hauptstadt Qatars, zwischen Tradition und Moderne.



Bild: Kurt Sohnemann

Der kleine Wüstenstaat Katar ist spätestens seit der Vergabe der Fußball WM 2022 weltweit in aller Munde. Trotzdem ist Qatar im Vergleich zu Dubai oder Abu Dhabi noch nicht so von den Touristen belagert. Dabei hat auch dieses Land all das zu bieten, was die Emirate haben: Wüste, Strand und viel Luxus – und sogar noch mehr Geld als die Emirate...

Bild: Qatar National Tourism Council
Wir starten unsere Tour durch Doha auf dem Souq Waqif, dem berühmtesten Markt der Stadt und damit dem wohl beliebtesten Ort für die Touristen. Sie können hier bei Kaffee und Schischa die Atmosphäre des Orients ein wenig erleben.


Uns begleitet auf diesem Rundgang Anjabin Siddiqui, die Marketingchefin der Tivoli-Hotels in Doha.


Die Souq Waqif Boutique Hotels liegen im Herzen des historischen Souq Waqif. Die Hotels bestehen aus 9 historischen Gebäuden mit aufwendiger Einrichtung und Architektur. Sie treten aus der Hoteltür und sind damit mitten im Geschehen. Und auch im Hotelzimmer tauchen Sie mit dem hörbaren Klang des Muezzin in die arabische Kultur ein.





Früher war dieser Souk ein Wochenendmarkt der Beduinen, er wurde originalgetreu restauriert.
In den kleinen Geschäften und an den Ständen riecht es orientalisch nach Gewürzen und Parfüm.
Es wird Schmuck und Bekleidung verkauft und sogar lebende Tiere wechseln hier ab und zu den Besitzer. Bei unserem Rundgang entdecken wir immer wieder kleine und größere Perlen, wie dieses persische Restaurant - prunkvolle Räume wie in einem Schloss:






Am Rande des Souq Waguif befindet sich eine eigene Klinik für die Falken, das Falken-Hospital. In die Behandlungsräume dürfen nur die Angehörigen mit rein, wir vermutem, die Falken werden hier wie Privat-Patienten behandelt. Über die Rolle der Falken im Familienleben der Kataris hören Sie im Radioreise-Podcast ein interessantes Gespräch mit unserem guide Hamit.



Fast überall, wo man ein Geschäft oder ein Restaurant betritt, wird man mit einer Tasse Kaffee begrüßt. Es ist kein Kaffee in unserem Sinne, sondern ein würziger, scharfer Tee. Er wird in einer kleinen Schale serviert, die meist nur halb voll eingegossen ist, erklärt unser guide Hamid.



Auf unserem Radioreise-Rundgang über den Souk treffen wir das Schmuckgeschäft von Saad Ismail Khalifa al-Jassim. Der Verkäufer ist weit über 80 Jahre alt. Auffällig ist neben seinem sehr markanten Gesicht die schlanke, sportliche Statur. Er war früher Bodybuilder und ist einer der wenigen noch lebenden Perlentaucher von Qatar.


Ins Radioreise-Mikrofon plaudert Saad Ismail Khalifa al-Jassim von den alten Zeiten, als die Perlen die Haupteinnahmequelle in dem kleinen Landstrich am Golf waren. Das war lange bevor das Gas und das Öl den Reichtum brachten.


In seinem kleinen Geschäft auf dem Souk verkauft er polierte Muschelgehäuse und echte Perlen.
Früher hat er sie selber als Taucher vom Meeresboden geholt. Besonders stolz zeigt er das große Bild über der Theke: Er als junger Mann, mit freiem durchtrainierten Oberkörper. Ein starker Kerl ist er noch heute: Ich sollte unbedingt seine Arme tasten, während er mit seeinen Arm fest zurückte.



Südlich des Souq Waqif liegt der Gold-Souq von Doha. Weil die Goldpreise ja stabil bis steigend sind und als gute Anlage gelten, nehmen wohlhabende Besucher gern echtes Gold mit nach Hause.


Die Mischung aus Tradition und Moderne fällt in Doha besonders auf. Auf der einen Seite dominieren Wolkenkratzer und mehrspurige Straßen das Stadtbild. Gleichzeitig liegen vor der sieben Kilometer langen Uferpromenade Corniche in der Doha Bay die alten Segelschiffe aus Holz. Sie erinnern an Qatars Geschichte als Seefahrer- und Handelsstaat.


Direkt mit Blick auf die Skyline von Doha liegt das Museum für Islamische Kunst. Es gilt als eines der bedeutendsten Museen dieser Art auf der gesamten Arabischen Halbinsel. Der Star-Architekten I.M. Pei hatte es entworfen und im November 2008 eröffnet.
Bild: Qatar National Tourism Council

Das futuristische Gebäude liegt auf einer künstlichen Insel in der Westbay des Hafens. Aus der Altstadt kommt der Besucher über eine von Palmen beschattete Uferpromenade.


In der Radioreise führt uns Selma im Schnelldurchgang durch das Museum, welches als letztes Meisterwerk des Star-Architekten gilt. Auf einer monatelangen Studienreise durch arabische Länder hatte sich Pei inspirieren lassen.




Auf 260.000 Quadratmetern werden wichtige Teile der umfangreichen Kunstsammlung der Emire von Katar gezeigt. Sie besteen aus Keramiken, Textilien, historischen Artefakten und Waffen sowie Büchern und Dokumenten.



Die Kunstgegenstände stammen aus der gesamten arabischen Welt des Mittelalters, die damals von Spanien bis nach Indien reichte. Auch die ersten Aufzeichnugnen arabischer Schriftenn sind zu sehen. Selma erklärt uns, wie vor der Einführung von Papier einst auf Tierhaut geschrieben wurde.



Wer Doha besucht, denkt meist zunächst an Dubai, denn die 400 Kilometer entfernte Metropole war die erste Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate, die sich dem Westen öffnete. Doch Doha ist anders, entwickelt sich gezielter und will ein Stück weit exklusiver bleiben. Ungebremstes Wachstum moderner Glas- und Stahltürme soll es nicht geben, wie wir vor Ort hören. Wir lassen bei einer abendlichen Bootsfahrt vor der Kulisse der Skyline die „Vision Qatar 2030“ erklären.





Immer wieder ist vom Zwergenstaat Qatar die Rede, jedoch geht es den Zwergen vergleichsweise gut. Ein Katari bekommt im Monat umgerechnet mindestens 12.000 Euro, hören wir. Und wir hören fast schon fassungslos, dass der Steuersatz bei null Prozent liegt...


Allerdings ist nur jeder Neunte in dem Staat ist auch ein Katarer. Viele Gastarbeiter und Einwanderer sorgen tagtäglich für den Wohlstand in dem Golfstaat.1950, damals noch von Großbritannien kontrolliert, lebten in Katar gerade einmal 25.000 Menschen, heute sind es rund drei Millionen.

Einer dieser Einwanderer ist Mohammed Al Sadak, der Besitzer des Restaurants Al Maursan.


Sein Restaurant zählt zu den Top Locations in Doha, bietet es doch direkt am Wasser gelegen, den 360 Grad-Blick auf die Stadt.


Die Landwirtschaft in Katar ist zwar wegen der Hitze und Trockenheit spärlich. Trotzdem hat die Küche viel zu bieten, denn fangfrischer Fisch kommt direkt aus dem Golf. So wie Qatar dank der vielen Gastarbeiter und Einwanderer ein Schmelztiegel der Nationen ist – so ist auch die Küche geprägt von diesen vielen Elementen. Das sind Einflüsse aus dem benachbarten Iran, aus Nordafrika und Indien, aber auch aus Europa. Die Fülle an Gewürzen und Aromen geben den Gerichten, die gerne mit Reis und Brot serviert werden, eine typisch orientalische Note. Grundlage ist in den meisten Fällen die libanesische Küche. Das kosteten wir bei Mohammed Al Sadek im Restaurants Al Maursan in Doha.



Kein Essen in der arabischen Welt ohne das efrischende Getränk „Lemmon Mint“!


Geld spielt bei vielen Dingen in Qatar keine Rolle, auch bei Tieren nicht. Für die schönsten und besten arabischen Renn-Pferde ist den Besitzern kein Geld zu viel. Sie stammen vom Gestüt „Al Shaqab“ am Westrand von Doha, in der so genannten Education City. Neben seinen reinrassigen Bewohnern beeindruckt diese Anlage durch die moderne Architektur. So ist zum Beispiel die Reithalle wie ein gigantisches Hufeisen geformt. Das hier selbst die Reitstelle eine moderne Klima-Anlage haben, ist nur eine Randnotiz. Mr. Saifudeen erzählt uns im Radioreise-Interview über die Bedeutung dieser besonders schönen Pferde.


Rund 400 Pferde bekommen hier eine Wellnessbehandlung, von der manch ein Mensch nur träumen kann.



Als wir auf dem Rückweg vom Gestüt nur kurz in einer Moschee beim Mittagsgebet zuschauen wollen...


...landeten wir gleich in einem größeren Vortrag über den Islam. Denn die Moschee gehört zum Islamic Cultural Center von Doha. Ahmed informiert die Besucher über die Geschichte und Kultur von Qatar.


Wenn man Zeit hat, lohnt es sich, hier etwas länger zu bleiben, und mit den Gastgebern über den Islam und den Islamismus zu diskutieren, ein weites Feld...


Wer Urlaub in Doha macht, ist mitten in der arabischen Welt – aber bekommt auf normalem Weg sicher nur wenig vom Leben der Einheimischen mit. Deswegen wurde von Einheimischen das Projekt „Embrace Doha“ ins Leben gerufen. Menschen wie Amal Al Schamavi erzählen den Besuchern vom Leben im Islam, vom Ramadan, der Ehe, dem Schleier, was auch immer die Besucher interessiert.


Für die Radioreise war es ein nettes Wiedersehen nach Jahren.


Eine wichtige Frage, die gern demonstriert wird: Wie begrüßt man sich in Qatar? Ein Kuss? Zwei Küsse? Drei Küsse?



Viele andere Menschen, die wir auf dieser Reise in Doha getroffen haben, konnten wir in der Sendung gar nicht portraitieren. Unvergessen bleibt zum Beispiel der verrückte türkische Eisverkäufer...



Die katarischen Hausfrauen, die auf dem Souk ihr local streetfood verkaufen...


Toll auch unsere eine Nacht im Four Seasons Hotel Doha. Das Luxus-Haus mit hauseigenem Privatstrand und einen exklusiven Yachthafen verfügt über 5 verschiedene Pools, darunter einen Grotten-Pool und ein preisgekröntes Spa- & Wellnesscenter.



Auf ein Wiedersehen in Doha!
Bild: Qatar National Tourism Council
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