Ljubljana - ein kulinarischer Rundang

Ljubljana - ein kulinarischer Rundang


In dieser Radioreise bringen wir Sie in ein kleines Land mitten in Europa. Ein kleines Land, dass viel Schönes zu bieten hat: Schneebedeckte alpine Gipfel, Seen, eine Tief-Ebene und eine Meeresküste. Das haben andere Länder auch – aber in dem Land, in dem wir heute sind, ist alles auf engstem Raum, so als habe Gott wie auf einen Fleck alles Schöne hingeschüttet.

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Wir sind in Slowenien und diesmal ganz speziell in der Hauptstadt Ljubliana. Freuen Sie sich vor allem auf einen kulinarischen Rundgang, den wir auf dem auf dem Schlossberg starten. Von dort überschaut man bei gutem Wetter fast das halbe Land. Ivo Silic zeigt uns stolz sein Slowenien und in der Altstadt übernimmt Mateja Krega Gilcher die Führung. Das alles hören Sie bei uns in der Sendung.

Mitten in der Altstadt habe ich mich mit Lior Kovachi getroffen, denn er hat etwas ganz Besonderes geschaffen: Auf dem zentralen Markt läuft von März bis Oktober immer freitags das Fest „Open Kitchen“. Geboten werden frisch zubereitete Gerichte von Köchen aus dem ganzen Land, jeder mit einem anderen Angebot. In unserer Sendung machen wir Ihnen den Mund wässrig.


Lior Kovachi ist ein junger Mann aus Tel Aviv, den letztlich die Liebe nach Slowenien verschlagen hat. Wir wissen ja, wie heiß beliebte israelische junge Männer bei europäischen Frauen sind...

Bei Lior fällt auf, wie gut er schon Slowenisch spricht, wie weich seine Sprache ist. Denn normalerweise haben Israelis oft eine sehr harte Aussprache, gerade im Englischen. Lior hat sich bereits in einen halben Slawen verwandelt und fühlt sich pudelwohl in Ljubljana, denn hier konnte sein eigenes sehr erfolgreiches Projekt verwirklichen. In unserem Interview spricht Lior über seine Lebensreise vom heiligen Land nach Slowenien.

 

Lior spricht sehr ausführlich über die Kulinarik. Er sagt, Slowenien solle die kulinarische Karte viel öfter ziehen. Beim Rundgang durch Ljubljana zeigte er immer wieder Restaurants, in denen die Leute auch im Winter vormittags draußen mit einem Glas Prosecco saßen. Das eben sei Slowenien, so Lior – und fügte hinzu: „Nichts gegen die Mittelmeerküste von Slowenien, aber da haben die Kroaten natürlich die besseren Strände. Wir haben dieses Lebensgefühl, gemischt mit der Vielfalt der Kulinarik. Das müsse im Ausland noch viel bekannter werden“. Einen winzigen Beitrag dafür leisten wir ja mit der Radioreise.


Wenn man Ljubljana am Alter seiner Bewohner misst, dann ist es eine junge Stadt. Es fällt auf, wie viele junge Leute hier leben und arbeiten. Das merkt man in der Fussgängerzone, im Hotel, im Restaurant, im Cafe oder in der Weinbar. Ich besuche die Movia–Bar in der Haupt-Fussgängerzone, eine Weinbar in alten Gemäuern. Sehr gemütlich, sehr urig, schummriges Licht und loungige Musik. Ein junger blonder BarkKeeper steht vor einem riesigen Weinregal und gibt hier die Weine des Anbaugebietes im Südwesten Sloweniens zum Verkosten und Kaufen. Ich spreche mit dem Chef der Weinbar, Borut Litschen.

Diese Movia-Bar war die erste große Weinbar in Ljubljana. Heute gibt es sehr viele, wie Borut mir erzählt. Auch an Nachtclubs mangelt es in der slowenischen Hauptstadt nicht. Da gibt es die Üblichen mit Elektro-Musik, aber auch besondere wie zum Beispiel die für ihre alternative Szene berühmte Metel-Kova. Lior, der aus Tel Aviv kam, fühlt sich im Nachtleben von Ljubljana wohl. Und das muss was heißen, denn Tel Aviv ist ja ein Mekka für Partyfreunde.

 

Auf unserem kulinarischen Rundgang wird es jetzt deftig: Petra Bitenz hat uns in ihrem gemütlichen Imbiss die Krainer-Wurst in kleine Stücke geschnitten, dazu Senf und geriebenen Meerettich. In der Sendung garnieren wir das noch mit einem der größten musikalischen Aushängeschilder Sloweniens, Slavko Avsenik und seine Oberkrainer.

Wer in die slowenischen Alpen reist, der bekommt dort im Prinzip die Küche von Südösterreich. Es gibt die Mehlspeisen mit vielen leckeren Strudeln und Kuchen – hier in Slowenien ist es der Gibanica, ein Blätterteigkuchen mit Quark-, Nuss-, Mohn- und Apfel-Füllung. Typisch ist auch die Kvasenica, ein Hefekuchen mit Quark. Gepriesen wird auch Potica, ein Nuss-Mohn- und Rosen-Kuchen.

Im Restaurant „Vodnikow Chram“ servierte mir Kellner Gregor Zonta einen Teller mit guter Rinderzunge. Manche hätten ein Problem, Zunge zu essen, sagt Gregor. Daher sei das auch das einzige Gericht auf dieser kulinarischen Tour, dass manchmal von Touristen abgelehnt wird. Ljubljana ist übrigens auch eine musikalische Stadt...


Slowenien ist gerade in den Bergen ein ausgesprochenes Fleischland. Da werden Vegetarier vielleicht nicht immer so glücklich auf die Speisekarte schauen. Aber die Vorspeisen sind zum Glück vegetarisch, ebenso die Beilagen. Für die Gorenjska Region ist der Schganzi typisch: Eine Grütze aus Buchweizen, Mais oder Gerste, die mit Sauerkraut oder Dickmilch serviert wird, manchmal auch als kleine Bällchen.


Auf der kulinarischen Radioreise durch Ljubljana kommen wir zum Dessert. Da erlebe ich den absoluten Höhepunkt. Denn wir nehmen das Dessert im höchsten Haus von Ljubljana ein, im so genannten Wolkenkratzer.


An diesem Spätwintertag waren die schneebedeckten Gipfel der Alpen sehr schön zu sehen, während wir vergnügt in der Sonne saßen.


Mit diesem schönen Ausblick endet unser Rundgang durch Ljubljana. Es wird sicher nicht der letzte Besuch in Slowenien gewesen sein.


Do swidenje! Auf ein Wiedersehen zwischen Bergen und Meer!
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