AZOREN - Ein Archipel zwischen Europa und Amerika

AZOREN - Ein Archipel zwischen Europa und Amerika


In dieser Radioreise nimmt Sie Alexander Tauscher mit auf die Azoren. Freuen Sie sich auf Urlaub mitten im Atlantik, auf einem Archipel, dass wir vielleicht aus dem Wetterbericht kennen, vom Azorenhoch. Entdecken Sie mit uns eine Inselgruppe, die bei weitem nicht so bekannt ist wie die Kanaren. Erleben Sie das wilde und das milde Wetter auf der Azoren-Hauptinsel São Miguel.

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Birgit Siegel, ein deutscher Auswanderer, wird uns auf dieser Tour über die Insel San Miguel begleiten. Wir starten dort, wo die Kreuzfahrtschiffe auf ihrem Weg von Europa nach Amerika ab und zu halten, auf dem Weg von Portugal in die Karibik. Wir starten in Ponta Delgada.




Die Azoren gehören zu Portugal, sind jedoch ein autonomes Gebiet. Inzwischen entdecken Kreuzfahrer, Wander-Urlauber immer stärker die Azoren. Wann die Inseln erstmals entdeckt wurden, ist nicht genau geklärt.
Auf Seekarten des 14. Jahrhunderts sind sie jedenfalls zum ersten Mal aufgezeichnet, wahrscheinlich von Seefahrern auf der Rückreise von den Kanaren. Offiziell wurden die Azoren 1427 von Digo de Silves im Auftrag von Heinrich dem Seefahrer angesteuert und dann für Portugal erobert.


Im 15. Jahrhundert brachte der Pater Pedro Gigante die ersten Reben auf die Insel Pico, das war der Anfang des Weinanbaus auf den Azoren. 200 Jahre später wurden die Weine der Azoren bis an den russischen Zarenhof geliefert. Der Wein-Anbau auf den Azoren geht nur mit viel Arbeit und besonderem Schutz. Wegen der zeitweise starken Winde sowie zum Schutz vor dem Meersalz sind die Parzellen oft mit Mauern aus Lava-Steinen umgeben.
Es gibt gerade in Ponta Delgada einige Weinlokale, abends zum Teil mit Live-Musik. Inzwischen landen auf den Azoren auch etliche Billig-Fluglinien und bringen junge Leute in die Stadt, die wollen ja abends etwas erleben. Was Sie in Ponta Delgada abends erleben können, erzählt Birgit in unserer Radioreise, die Sie hier wie immer als Podcast nachhören können. Sie erfahren dort auch, warum hier Schweine einfach so über die Straße getragen werden.



Azoren-Hauptinsel São Miguel ist eine Insel mit Vulkanen und Kraterseen mit etlichen Aussichtspunkten. Ich hatte die Freude, die spektakulären Vulkane im dicken Nebel aber auch bei bestem Wetter zu erleben.




An manchen Regentagen war ich über jeden Lichtblick froh.



São Miguel ist eine Insel mit kochenden Quellen. Wir gehen zunächst ganz in den Westen der Insel zum Ponta da Ferraria, ein Leuchtturm mit heißen Quellen, die ihr Wasser ins Meer auswerfen. Ich war an einem sehr stürmischen Tag hier, wie auf den Fotos sehen und in der Sendung an der Brandung des Meeres hören.


Die Azoren sind sicher nicht die klassischen Bade-Inseln, denn das Wetter ist meist nur im Sommer länger stabil. Es gibt nicht überall lange Sandstrände, oft sind es kleine Buchten oder steinige Strände.



Das Wasser ist im Sommer angenehm warm, das liegt am Golfstrom, der auch für die vielen Fische sorgt. Im Herbst und Frühjahr erwärmt sich das Wasser dagegen nicht weit mehr als über 20 Grad, man sollte also kein Weichei sein, wenn man dann baden gehen will. Sie sehen ja auf dem Foto, wie locker ich hier aus dem kalten Wasser kam....


Die schroffe Küstenlandschaft eignet sich auch zum Schnorcheln und Tauchen. Einen tollen langen Sandstrand hat mir Birgit im Osten der Insel Sao Miguel gezeigt. Hier soll einer der besten Sonnen-Untergänge zu sehen sein. Junge Leute treffen sich hier gern abends beim Drink.



Unsere Reise hat ein besonderer Mensch begleitet, ein drahtiger, trainierter Typ. Er ist kein gewöhnlicher Tourist, sondern Dr. Michael Kumbartsky, der Arzt, der Reisegruppen begleitet, wie hier für den Veranstalter Tour Vital. Das Unternehmen hat sich auf diese medizinisch begleiteten Reisen spezialisiert, nach dem Motto: „Nicht ohne meinen Doktor“. Unser Reisearzt hatte immer seine Laufshorts und Schuhe dabei und joggte, wann immer es ging, gern
auch mal hinter unserem Bus hinterher.


Die Azoren sind ein Archipel weit draußen im Atlantik. Wegen dieser abgeschiedenen Lage wachsen hier allein mehr als 50 Pflanzen, die nirgendwo sonst auf der Welt mehr anzutreffen sind. Weil es so feucht ist, gedeien hier auch mehr als 400 Arten von Moosen. Es gibt viele Farne, dazwischen auch Palmen.





Was beim Autofahren immer wieder auffällt, sind die vielen Hecken aus Hortensien um die Weideflächen und Felder.



Auf den Azoren befindet sich die einzige Tee-Manufaktur in Europa. Mit unserem guide Birgit besuchen wir die Teefelder „Cha Gorreana“ an der Nordküste direkt am Meer. Impressionen von der Arbeit auf dieser Farm hören Sie bei uns in der Show. Und bei diesem Bild denken Sie bestimmt, das kommt aus den Voralpen - nein ist das Landesinnere von São Miguel.


Weil die Luft auf den Azoren konstant feucht ist und weil hier ein besonderes Mikroklima herrscht, werden die Pflanzen nicht von Schädlingen befallen – also werden Pestizide oder Herbizide nicht eingesetzt. Die Teepflanzen entwickeln trotz Ernteschnitt immer wieder neue Blühten und Samen. Das soll einzigartig auf der Welt sein, erklärt unser guide.


Die Insel Sao Miguel ist auf den Azoren die Heimat der Ananas. Ich empfehle Ihnen diese Früchte zum Dessert. Sie sind äußerst süß und eigentlich viel gesünder als jeder süße Kuchen, der Ihnen dort gern zum Nachtisch serviert wird. Die meisten Ananas-Plantagen befinden sich im Süden der Insel

Faja de Baixo, um Lagoa und Vila Franca do Campo. Häufig sieht man die Gewächshäuser bereits von Weitem, jedenfalls im Sommer. Denn sie sind meist weiß angestrichenen, zum Schutz vor zu starker Sonne. Auf dem Markt in Ponta Delgada ist die Ananas die verbreiteste Frucht.


Auf São Miguel dampft und sprudelt an dutzenden Stellen heißes Wasser aus der Erde. Überall verstecken sich Löcher und Spalten im Boden, in denen die Erde kracht und ächzt.




Am See oberhalb des Kurortes Furnas kochen die Einheimischen das auf den Azoren beliebte Gericht „Cosido das Caldeiras“, eine Art Fleisch-Gemüse-Eintopf.


Es riecht wirklich ziemlich streng an diesen dampfenden Erdlöchern – da hat man nicht sofort Apettit. Aber als mittags die schweren Töpfe mit Eisenstangen aus den dampfenden Erdlöchern gehoben wurden, hat uns der Hunger überkommen. Als ich aus dem Restaurant herauskomme, habe ich das Gefühl, das ganze Dorf riecht nach Mittagessen....



Nach dem Essen geht es zum Feiern: Ab und zu hat man als Tourist die Gelegenheit eines der Feste in den Städten und Gemeinden zu besuchen.


Diese Feste werden häufig von Musikvereinen begleitet. Das betrifft nicht nur die Musik, sondern auch den Tanz und die Trachten. Als ich im Ort „Ribeira Grande“ war, zogen hunderte Schüler in festlicher Kleidung auf einen Platz – dort spielte eine große Kapelle und es versammelten sich viele Menschen in Tracht zum Tanzen und Herumalbern. Was man hier feierte? Den „Tag der geistigen Gesundheit“, verriet mir Victoria. In unserem Podcast lernen Sie einige skurile Typen kennen....schauen wir uns lieber diesen Ort an....



Von hier aus starten wir an die Nordostküste: Einen ganzen Tag sind wir mit dem Bus von einem Aussichtspunkt zum nächsten gefahren, von einem ponte zum nächsten. Viele dachten, die Ausblicke ähneln sich. Macht nichts, die Ausblicke waren oft malerisch.



Die Radioreise ist auf São Miguel, die keine ausgesprochene Badeinsel ist, eher etwas für Wanderer und vor allem auch für Menschen, die Ruhe suchen. Dieses kombiniert finden Azorenurlauber im Ort Furnas. Dort ziehen schwefelhaltige Dunstschwaden durch den Park „Terra Nostra“. Wenn Sie dort sind, gehen Sie ruhig im großen Teich baden. Er sieht zwar ziemlich braun und damit uneinalend ein. Aber dieses Natur-Thermalbad hat heilende Kräfte, erklärt Birgit uns im Interview.


Man kriegt die braune Farbe sehr schwer aus den Badesachen raus, also ziehen Sie nicht unbedingt Ihre Lieblings-Badebekleidung an. Inmitten der Insel befinden sich weitere schwefelhaltige Naturseen.




Die Parks sind oft große botantischer Gärten: Riesige Araukarien und Sicheltannen werfen Schatten über die Kanäle, aus Grotten plätschern Wasserfälle und unter den Wedeln von Palmen haben sich Fledermäuse eingenistet.


Wir hatten nur ein paar wenige Naturidylle auf dieser Azoren-Insel besucht. Weitere Impressionen für mehr Reiselust geben Ihnen diese Bilder:




Viele weitere Radioreisen, auch auf Atlantik-Inseln finden Sie auf dieser Website im Podcast zum Nachhören. Zum Beispiel eine Reise nach Teneriffa oder La Palma, Reisen auf die Inseln Curacao oder auf die Bahamas. Aber allein dieses Archipel mitten im wilden Atlantik lohnt sich für eine neue Reise.


Auf ein Wiedersehen auf den Azoren!

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