JERUSALEM MARATHON - Schwitzen auf heißem Pflaster

JERUSALEM MARATHON - Schwitzen auf heißem Pflaster

Bild: Jerusalem Marathon Presse


In dieser Radioreise nimmt Sie Alexander Tauscher mit zum Jerusalem-Marathon. Folgen Sie uns auf einen schweißtreibenden Lauf über ein heißes Pflaster.
Bild: Jerusalem Marathon Presse

Der Jerusalem-Marathon ist ein Lauf, bei dem keiner den Weltrekord schaffen will und kann. Denn der Marathon ist einer der anstrengendsten, es geht ständig bergauf und bergab. Diesen Lauf läuft man nicht wegen des Laufes, sondern wegen der Stadt, durch die er führt. Wir laufen und tanzen durch die heilige Stadt im heiligen Land.


Der Jerusalemer Bürgermeister Nir Barkat ist selbst jedes Mal mit am Start. Er trainiert, wie er im Radioreise-Interview sagte, mehrfach in der Woche mit seinen Freunden aus der Arme.


Nir Barkat ist ein säkularer Jude, der für die Trennung von Staat und Religion steht. Es geht ihm um den Sport als Werbetrommel für Jerusalem. Nir Barkat ist langjähriger Marathonstarter, hat bei vielen Läufen in aller Welt Ideen gesammelt und Läufer aus aller Welt nach Jerusalem eingeladen.


Nir Barkat war unter anderem beim Marathon in New York und Paris am Start. Das Rennen in Berlin ist für ihn das Vorbild, sagte er meinem Kollegen Sebastian Leber vom renommierten Berliner Tagesspiegel.


Nir Barkat sagt, dass man in Berlin eben ganz gezielt entlang von Sehenswürdigkeiten entlang läuft und genau das wollte er in Jerusalem adaptieren. Natürlich geht es da nicht durch die Grabeskirche und an der Klagemauer entlang, aber doch ein Stück durch die historische Altstadt.

Bild: Jerusalem Marathon Presse

Auch Alexander Tauscher hat Laufschuhe und running shorts mit nach Jerusalem genommen und ist einen klitzekleinen Teil des Marathons gelaufen.


Schon um 5.30 Uhr machte er sich auf den Weg zum Startpunkt dieses Jerusalem-Marathon. Um 6.40 Uhr startet immer der Halb-Marathon, 20 Minuten später der richtige Marathon. Warum so früh?

Weil es in Jerusalem tagsüber sehr warm werden kann und für die Läufer die kühlen Temperaturen früh besser erträglich sind. An diesem März-Morgen war es jedoch früh sehr frisch, fast schon kalt in der Stadt, die auf rund 800 Metern Höhe liegt. Aber die richtigen Läufer stört das nicht. Sie standen in kurzen Turnhosen bereit, machten sich warm, sammelten sich in einem großen Park, es war wie ein Fest vor dem großen Fest.


Die äußerst durchtrainierten sportlichen Jungs der israelischen Armee starten in einem Extrablock. Durch die harte Sportausbildung im Militär gelten sie als äußerst gute Läufer.


In der Radioreise sind wir am Start dieses Rennens, unweit der Knesset, dem israelischen Parlament. Der Lauf führt über den Mount Scopus und die Altstadt und endet am Sacher Park. Wir dokumentieren dies in einem dicken Atmo-Paket. Hier ein paar Bilder.







Die richtigen Laufschuhe sind bei einem Marathon das Wichtigste. Aber es geht auch ohne Schuhe – zumindest für Rick Roeber. Er ist einer der wenigen Barfuss-Marathon-Läufer. In der Radioreise sprechen wir mit ihm darüber. Und wir beobachten die atheltischen Israelis bei ihren professionellen Dehnübungen.



Als die ersten Läufer dort den Eingang der Altstadt erreichen, haben sie bereits die Hälfte der Strecke geschafft. Und da ist das Feld auch schon ausgedünnt, nur die Harten meistern den bergigen Parcour in schneller Zeit. Alexander Tauscher hat deshalb die 5 Kilometer-Teststrecke gewählt. Über die Berge fühlte sie sich mindestens doppelt so lang an...


Dabei sein ist alles - und durch das Ziel laufen - das Größte!


Die Stadt ist für einen Marathon sicher ein schwieriges Pflaster, nicht nur wegen der schweren Strecke bergauf und bergab, auch mit Blick auf die drei Welt-Religionen in Jerusalem. Gerade deshalb sieht der Bürgermeister Nir Barkat diesen Lauf auch als einen Weg, Menschen verschiedenen Glaubens zusammen zu bringen. Nach dem Zieleinlauf trafen wir ihn zum Radioreise-Kurzgespräch.


Die Sonne hat inzwischen erbarmungslos auf die Stadt und damit auf die Läufer gestrahlt, der Schweiß lief den Meisten die Stirn und den ganzen Körper herunter. Ach dem Mann, der diesen Lauf ins Leben gerufen hat, Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat. Er sagte uns, dass er die Halbmarathon-Strecke in 2 Stunden und 21 Minuten gelaufen sei.



An dem Tag waren knapp 200 Deutsche mit am Start. Am Rand des Marathons stand unter anderem Christian Seybold. Er vertreibt besondere Laufkleidung in Israel und er beobachtet, dass die Israelis eine andere Mentalität des Laufens haben. Was er damit genau meint, sagte er uns im Radioreise-Interview.


Der Jerusalemer Marathon ist eines der aufregendsten jährlich stattfindenden Events in Jerusalem und zieht Tausende Jerusalemer und Touristen genauso an wie Profis und Amateure verschiedenster Leistungsniveaus. Einzigartig ist der Marathon durch seine besondere Lage inmitten herrlicher umliegender Schauplätze, die die 3000-jährige Geschichte Jerusalems beherbergen. Für uns war dieser Marathon natürlich auch wieder ein Anlass, durch die heilige Stadt zu laufen. Wir erlebten Jerusalem am Shabat - hier sind einige Eindrücke dieses unvergesslichen Abends rund um die Klagemauer.






Natürlich durfte auch ein Ausflug ans Tote Meer nicht fehlen...




Dabei trafen ein Handwerker-Ehepaar aus dem Erzgebirge, dass sich in ganz besonderer Weise in Israel engagiert. Die ganze Geschichte hören Sie bei uns im Podcast!


...und ein Ausflug in die Läufer-Stadt Tel Aviv war natürlich mit im Programm...





Aber am meisten hat uns wie immer die heilige Stadt bewegt, die bewegendste Stadt der Welt.





Die Stadt will den Marathon in den kommenden Jahren weiter ausbauen, ihn zu einem der Marathons machen, die jeder ambitionierte Sportler wenigstens einmal in seinem Leben gewagt haben muss. In diesem Sinne - erst Recht: Auf ein Wiedersehen in Jerusalem!

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