FJORD-NORWEGEN Von Stavanger bis nach Hardanger

FJORD-NORWEGEN Von Stavanger bis nach Hardanger


In dieser Radioreise nimmt Sie Alexander Tauscher mit auf eine Tour durch Fjordnorwegen. Freuen sie sich auf atemberaubende Landschaften, auf Gletscher, Felsen und Wasser. Freuen Sie sich auf saftige Wiesen und idyllische Holzhäuser, auf Norwegen at its best!

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Starten wir unsere Reise durch Fjordnorwegen in Stavanger, der vierten größten Stadt Norwegens. 


Stavanger ist das Tor für den berühmten Lysefjord. Stavanger war vor Jahren europäische Kulturhauptstadt und ist nach wie vor europäische Hauptstadt für Öl und Energie. Das Öl ist für die Menschen hier die wichtigste Einkommensquelle geworden. Das Öl hat diese Region so multi-kulti gemacht. Menschen unterschiedlichster Nationalitäten haben sich hier angesiedelt. In unserer Sendung plaudern wir mit Gunhild Vevik vom Tourismusbüro der Region Stavanger über diese Stadt im Süden Norwegens. 




Die Altstadt von Stavanger ist die Kulisse für die am besten erhaltene Holzhaussiedlung Europas. Sie besteht aus mehr als 170 weißen Holzhäusern. Dort legen die kleinen und großen Dampfer auf ihrer Tour durch Fjordnorwegen an. 


Im September 2012 wurde das Konzerthaus von Stavanger eröffnet und ist inzwischen das Herz des kulturellen Lebens. Hier treffen sich Klassik, Rock, Pop und Jazz in zwei sich ergänzenden Hallen – direkt am Wasser, nah am Hafen.


Der Architekt hatte es damals so umschrieben: eine Halle sollte für natürliche Akustik sorgen. Vor allem für das Repertoire von Symphonie-Orchestern. In unserer Sendung hören wir einen kurzen Ausschnitt aus einem Konzert des Stavanger Sinfonie-Orchesters. Es untermalt das Gespräch mit Cecilia Christ, die mit uns über die Musikszene in Stavanger spricht.


Wir haben noch einen Tipp aus dem Kultur-Kalender in Stavanger: Das Straßenkunst-Festival "Nuart", immer Anfang September. Hier können sich Pflastermaler und Graffiti-Sprüher austoben - ebenso wie Artisten, Pantomimen oder Straßenmusikanten. Zum Festival kommen Künstler aus Norwegen und aller Welt.


Mit dabei ist zum Beispiel Beispiel Mike aus Norwegen, der uns durch das farbig-freche Stavanger führt. Er betont, dass die Bilder der Künstler durchaus auch provozieren sollen. Vor alle sollen sie soziale und gesellschaftliche Themen aufgreifen, gemäß der norwegischen Weisheit: „Wir erben die Erde nicht von unseren Vorvätern - sondern leihen sie von unseren Kindern.“



Wir verlassen Stavanger und tauchen nun ein in die atemberaubende Welt der Fjorde. Ein kleines Panorama-Schiff startet dazu im Hafen von Stavanger. 




Einer der bekanntesten Fjorde ist der Lyse-Fjord, der gleich hinter Stavanger beginnt. Er ist mehr als 40 Kilometer lang. Hier ragen die Felswände an den Ufern bis zu 1 Tausend Meter in die Höhe..


An beiden Seiten des Fjordes läuft ein markierter Wanderweg. Höhepunkt ist natürlich der Preikestolen. Das ist das Bild, dass Sie sicher alle aus Norwegen-Prospekten kennen. Allerdings kennen es die meisten von oben - wir schauen von unten auf diese mächtige Felskanzel. 


Der Preijkestolen – gekürt von Lonely Planet zu einem der wetlbesten Aussichtspunkte. Unser Schiff hat sich auf dem Fjord mit theatralischer Musik dem Fuss dieser gigantischen Felskanzel angenähert. Alle Passagiere standen mit ihren Kameras draußen an Deck.


Einige der Passagiere schildern uns ihre Gefühle beim Anblick dieser Felsformationen - und wir halten die Emotionen und die Atmosphäre im Radioreise-Mikro fest. 



Nachdem wir den Preikestolen passiert haben, gab es eine kleine Tiershow am Fjord. Die Schiffsbesatzung füttert Ziegen, die sich immer an einer bestimmten Stelle am Wasser aufhalten. Sehnsüchtig warten die Tiere auf die Fütterung.


Die Ziegenfütterung ist längst fester Bestandteil des Fahrplans dieser Fjordlinie und inzwischen ein Schauspiel für die Passagiere.


Nach drei Stunden auf dem Fjordschiff steigen wir in den Bus und erkunden Fjordnorwegen von der Straße aus. Unser Schiff dreht noch einen längeren Kreis, bevor es wieder zurück nach Stavanger fährt.



Es gibt 18 markierte Auto-Routen durch die spektakulärsten Landschaften Norwegens. Wir nehmen die Panoramastraße Ryfylke, eine Panoramastraße voller Kontraste. Sie führt auf kahles Hochgebirge, über fruchtbare Hügel, entlang steiler Berghänge. Am Wasserfall Svandals-Fossen sollte Sie unterwegs halten, um auf den Treppen das Wasser und die Kräfte der Natur am eigenen Körper zu spüren. Elin Rossemyr begleitet uns ein Stück auf dieser Straße, auf der wir auch eine Fähre zur Fjordüberquerung nehmen.


Wenn Sie entlang der Ryfylke-Nationalstraße fahren, sollten Sie sich viel Zeit nehmen. Falls Sie Beifahrer sind, sollten Sie die vielen Kurven gut im Magen vertragen. Machen Sie deswegen immer wieder eine Pause. Allein das Panorama ist es schon wert.


Dabei können Sie zum Beispiel die Industriegeschichte von Sauda erkunden oder einfach nur, um einen der schönen Strände zu erleben, wie den in der Ortschaft Sand. Auf jeden Fall sollten Sie in Roldal an der Stabskirche einen Stopp machen.


Auf dem Weg zwischen Stavanger und Bergen erreichen wir kurz vor dem Hardanger-Fjord nördlich von Odda das Freilicht-Museum Agatunet. Hier befinden sich 30 denkmalgeschützte alte Holzhäuser als Reste eines einstigen Adelssitzes, erklärte mir vor im Radioreise-Gespräch Cecilia Holm.





Die Besonderheit von Agatunet liegt darin, dass es sich um eine erhaltene Siedlung und nicht um übertragene Häuser handelt. Agatunet liegt unterhalb des Berges Tveita, der die Häuser vor Lawinen schützt. Das älteste erhaltene, etwa von 1250 stammende Gebäude ist ein einstöckiges Holzgebäude, das auf hohen steinernen Kellerwänden steht. Es wurde von dem Richter, Ritter und Ratsmitglied Sigurd Brynjolfsson erbaut, er war der Berater von König Erik Magnusson. Es ist das älteste erhaltene mittelalterliche Gebäude Norwegens, das auf seinem originalen Platz steht.


Wir fahren ein paar Kilometer weiter nach Utne, ins Hardanger Volksmuseum. Auch bilden farbige Holzhäuser die Kulisse vor einer ohnehin beeindruckenden Naturkulisse.






Mein Namensvetter Alex spielt hier auf der Hardanger Fiedel, auf einem dieser alten Instrumente.


Dabei handelt es sich um eine der Violine ähnliche Kastenhalslaute, die vor allem in der Volksmusik im Süden Norwegens verwendet wird. Benannt ist das Instrument nach eben dieser Region, die wir auf unserer Fjordnorwegen-Reise durchqueren, die Hardanger-Region.


Die Fiedel hat eine flache Decke und besitzt neben den vier Spielsaiten, die gestrichen werden, noch weitere Resonanzsaiten aus Stahl oder Messing. In einem alten Holzhaus tauchen wir kurz musikalisch in die Zeit vor ein paar Jahrhunderten ein.


Das Hardanger Volksmuseum in Utne wurde 1911 gegründet zeigt die Kulturgeschichte der gesamten Region Hardanger. Es ist eines der ältesten Museen seiner Art in Westnorwegen. Dort werden auch Stickkurse für ganze Gruppen angeboten. Die tüchtigen Lehrerinnen führen die Besucher damit indie Geheimnisse und Techniken dieser alten Kunst ein.


Wir reisen wir durch das zauberhafte Fjordnorwegen.





Am Ende dieser Etappe suchen wir das Licht des Nordens und finden es im Skypace direkt am Hardangerfjord. Von außen sieht die Kunstinstallation wie ein WC aus Holz aus. Der US-Künstler James Turrell hatte dieses skyspace entworfen. In der Abend- oder Morgendämmerung sitzt der Besucher in diesem nach oben offenen Holzhaus und beobachtet die wechselnden Lichter und die Reflektionen. Die Wechselwirkung zwischen LED-Licht und natürlichem Licht gibt eine intensive Wahrnehmung des Himmels.


Doch das schönste Licht des Nordens ist meines Erachtens das Licht direkt am Fjord.


Wie sagt eine norwegische Weisheit so treffend: „Die wirkliche Entdeckungsreise strebt nicht nach neuem Land, sondern danach, Dinge mit neuen Augen zu sehen.“


Gönnen wir uns zum Abschluss dieser Fjordnorwegen-Reise noch eine kulinarische Rundtour durch die Region. Auf der Dach-Terrasse eines Hotels in Stavanger hat mich Adriana Moreno zu einem „culinary lookout“ eingeladen. Von der Vorspeise bis zum Dessert, kleine Häppchen aus Fjord-Norwegen. Höhepunkt dieser Rundreise war ganz sicher die Schokopraline in Form des Preikestolens.


Wir haben heute nur einen klitzekleinen Teil von Fjordnorwegen erlebt, man müsste wochenlang durch diese tolle Natur reisen. Viele andere Sendungen in unserem Podcast-Angebot bieten Ihnen Touren durch Norwegen und in alle Welt.

Norwegen ist für uns einfach das landschaftlich schönste Land, dass wir gesehen haben. Und wir haben viel gesehen.


Auf ein Wiedersehen in Fjordnorwegen!

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