PRINCE EDWARD ISLAND: Kanadas kleinste Provinz

PRINCE EDWARD ISLAND: Kanadas kleinste Provinz


In dieser Radioreise nimmt Sie Alexander Tauscher mit auf eine Tour durch den Osten von Kanada, durch die kleinste Provinz des zweitgrößten Landes dieser Erde, durch Prince Edward Island. Freuen Sie sich auf spannende Geschichten von dieser Insel vor der Ostküste Kanadas.


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Wir beginnen auf dieser kleinen Insel ganz im Osten von Kanada, auf der Atlantik-Insel mit dem wohlklingenden Namen „Prince Edward Island“ - sie nennt sich auch „birthplace of kanada“.


Denn hier in Charlettetown fand im September des Jahres 1864 eine Konferenz statt, in der im Prinzip die Gründung Kanadas ausgerufen wurde. Mit dem Zusammenschluss verschiedener britischen Kolonien entstand die Kanadische Konföderation. Das Museum der „Confederation all“ ist unsere erste Station in der Sendung, durch das Museum führt uns dessen Chef Chris Boudreault.


Mit der Hymne O Kanada begrüßen wir Sie in der Sendung in diesem Riesen-Land, in dem wir heute nur einen winzigen Teil besuchen können. Zu Beginn eine kleine Perle, die bei uns recht unbekannt ist: Prince Edward Island, vor der Küste von New Brunswick und Nova Scotia. Die Confederation Bridge verbindet die Insel mit dem Festland.



Die Insel lebt von Landwirtschaft und Fischfang, beim Fisch vor allem Austern, Hummer und Muscheln.


Dass, was bei uns Delikatessen sind, das gibt es auf dieser Insel fast in jeder Kneipe und wird von hier auch exportiert. Ich habe gemeinsam mit meinem Reisekollegen Ulli Brümmer den Fischer Jim beim Hummer-Fangen auf dem Atlantik begleitet.. Jim sagte uns, dass er ab Mai immer fischt; und das geht morgens um 6 Uhr los: In unserem Podcast hören Sie unsere Erlebnisse ausführlich.


Von Prince Edward Island wird der Hummer in alle Welt verschickt, gekühlt in kleinen Kartons, erklärt Jim Larkin vom Fisch-Handel „Lobster on the warft“ in Charlettetown in unserer Sendung.



Wir genießen nach diesem Einblick wieder ein hummerhaftes Essen....


In der Radioreise lernen wir auch, wie die Auster richtig geknackt wird. Die große Kunst, die nur wenige so gut beherrschen, die beherrscht Michael Pendergast. Er steht mit einem speziellen Austern-Messer an der Bar und öffnet die Schale ganz gekonnt mit nur wenigen Handgriffen.




Wir haben dazu etwas Zitronen-Saft drauf geträufelt und die Austern mit einem eisgekühlten Wodka in den Hals geschlürft.



Michael ist nicht nur ein erstklassiger Austernknacker, auch ein klasse-Musiker. Ganz lässig hat er auf dem Akkordeon gespielt und für uns gesungen, während wir die Austern schlürften....


Nun denken Sie vielleicht, wir haben nur gegessen und getrunken. Nein, wir haben für diese Sendung vor Ort sehr hart gearbeitet, in einem kulinarischen „Bootcamp“, wie es dort hieß. Beim Wort Bootcamp denkt man sofort an die Erziehungs-Lager in den USA. Dort werden Gewalt-Täter oder schwer-erziehbare Jugendliche in einem harten Lager gedrillt – mit Liegestützen, Ausdauerlauf, peniblen Kontrollen, sie werden angeschrieen und manchmal auch richtig gequält.



Unser Bootcamp wurde in einer Großküche ausgetragen. Hier lernen Touristen, wie man Hummer, Austern oder Muscheln zubereitet. Das Motto dieses Bootcamps heißt „Drill from the grill“.



Zwischen den harten Drills haben Ulli und ich einen gebechert....


Und nach dem Drill gab es die Mannschaftsleistung auf dem Tisch....



Die Insel lebt nicht nur vom Fisch, sondern auch von der Kartoffel. Rund ein Drittel der gesamten kanadischen Kartoffelernte stammt von Prince Edward Island. Die Insel hat deswegen auch den nicht so schmeichelhaften Spitznamen „Kartoffelprovinz“. Das einzige Kartoffel-Museum des Landes gibt den Erdäpfeln ihre Würde.


Donna Howley führt die Besucher durch die Räume und bereitet auf Wunsch auch ein Kartofel-Menü zu.


Manchmal steht ein Pferd auf dem Flur, aber jetzt ein Pferd im Meer:


An der Küste von Prince Edward Island habe ich etwas beobachtet, was ich bis dahin noch nie sah: Ein Pferd, dass einen großen Käufig mit Algen aus dem Meer zieht, das so genannte „Irish Moss“. Es kommt in einer Reihe von Produkten vor, von Zahnpasta bis Kaugummi. Sogar im Bier soll es sein. Dieser Abbau des Irisch Moos begann mit wenigen Fischern vor knapp 100 Jahren - und entwickelte sich schnell zu einer großen Industrie. Heute aber wird es immer schwerer, davon zu leben.


Charlettetown ist die Hauptstadt der kleinen Insel PEI.




In Charlottetown starten wir eine Wanderung, die wir am liebsten machen, eine kulinarische! „Taste the town“ heißt eine Tour, die an der „founders hall“ startet und den Touristen auch die die kulinarischen Seiten von Charlottetown zeigt, von Austern bis Muscheln bis zu den bekannten Kartoffel-Chips. Unsere erste Station ist ein Schoko-Laden im Stil des beliebsten kanadischen Kinderbuches "Anne of Green Gables".




Nach der Schokolade und dem besten Eis aus Kanada haben wir Schoko-Bier getestet. Wir besuchten eine Brauerei, in der „brown ale with a smooth roastet malt flavour“ gezaubert wird.


Sie werden auf dieser Insel immer wieder von Anne auf Green Gables hören, eine romantische Geschichte, die in Charlettetown auch als modernes Theaterstück gezeigt wird.


Der Ort der Handlung ist ein Bauernhof aus dem 19. Jahrhundert, der den Anstoß für das berühmte Kinderbuch gab. So ging es auch Rudi aus Bayern, der deswegen hier auf Prince Edward Island mit seiner Freundin den Bund fürs Leben geschlossen hatte. Seine Liebesgeschichte hören Sie bei uns in der Show.



Unsere nächste Station ist der Greenwich Nationalpark an der Atlantikküste. An einem fast menschenleeren endlosen Strand vor einer langgezogenen Düne erkunden wir die Bademöglichkeiten hier im Norden. Natürlich ist die Ostküste Kanadas nicht das klassiche Badegebiet. Aber im Hochsommer kann es auch hier zumindest für ein paar Tage heiß werden.



Miguel Rua führt uns durch den Park mit Süßwasserfeuchtgebieten und so genannte Salzmarschen. Am Strand nisten die bedrohten Gelbfuß-Regenpfeifer. Bekannst ist der Park für seine roten Sandstein-Felsen und die Dünen in Form einer Parabol-Linie. Sie sehen wie ein großes „U“ aus.



Die Insel ist auch bekannt für die vielen Leuchttürme. Einige kann man übrigens noch sehr günstig kaufen. Wenn Sie schon immer mal einen Leuchtturm bei sich im Garten haben wollen, dann kommen Sie nach PEI.


Sie können auf der Insel gern im Leuchtturm übernachten, zum Beispiel im Westpoint-Lighthouse, der zu einem kleinen Hotel umgebaut wurde.




Über das Leben im Leuchtturm sprach ich mit Carol Livingstone: Ihr Großvater war der erste Wärter am Westpoint-Lighthouse.



So ein Leuchtturm ist sicher das ideale Zuhause für einen gestrandeten Weltenbummler oder für einen Auswanderer. Auch auf dieser kleinen Insel traf ich einige, zum Beispiel Axel Leonhard aus Hessen. Er kam mit seiner Frau hierher und hat ein Cafe mit Bäckerei gegründet.


Axel hat fast immer ein volles Haus, denn er verkauft nicht nur gutes Brot, sondern auch selbstgemachte Kuchen und Torten, das gibt es in Kanada nicht an jeder Ecke.


Ich bin auf der kleinen Insel meiner Leidenschaft gefolgt und habe einen Lokalsender besucht, "Magic 93". Die Geschichte erzählen wir mal an anderer Stelle und geben hier nur einen kurzen Einblick in die Studios in Charlettetown. Ich sprach dort mit dem Programmchef und einigen Radiomachern.





Prince Edward Island ist eine kleine Insel vor der Ost-Küste von Kanada, aber nicht ganz abgeschieden. Aus Deutschland fliegen die meisten bis Halifax nonstop und nehmen dann das Auto, es dauert noch etwa drei Stunden. Es gibt aber auch einen Flughafen auf der Insel, in Charlettetown. Dieser wird von mehreren Städten Kanadas aus angeflogen. Auf der Insel selbst ist das Fahrrad ein gutes Transportmittel.



Auf ein Wiedersehen auf Prince Edward Island!


Auf ein Wiedersehen auf der kleinsten Insel des zweitgrößten Landes!
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