RODRIGUES - die unbekannte Perle im Indischen Ozean

RODRIGUES - die unbekannte Perle im Indischen Ozean


In dieser Radioreise nimmt Sie Alexander Tauscher mit auf eine unbekannte Insel im Indischen Ozean, nach Rodrigues.

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Freuen Sie sich auf eine Insel, die wir ein wenig entdecken wie Robinson Crusoe. Wir betreten ein kleines Stück Land im großen Meer, dass für kaum ein Deutscher betrifft. Es ist ein winziger weißer Punkt auf der Reiseweltkarte.

Rodrigues ist eine Insel ohne Luxus. Es ist eine Insel, die im Schatten ihrer großen Schwester steht. Die kleine Schwester hat nur ihren natürliche Reize zu bieten.


Mauritius ist ein Traumziel vieler Urlauber, aber die kleine Insel Rodrigues – etwa 700 Kilometer nordöstlich ist völlig unbekannt. Dabei fliegen jeden Tag mehrere Maschinen von Mauritius über den Indischen Ozean auf die kleine Insel Rodrigues. Wir machen uns auf den Weg über das blaue Meer, über Korallenriffe, auf die Robinson-Crusoe-Insel...





Wir kommen auf einer Insel an, auf der die Uhren anders gehen als bei uns. Rodrigues ist eine Insel, auf der man wirklich noch sehr viel Ursprüngliches sieht – ein Geheimtipp in dieser Welt, die voll ist mit abgetretenen Touristenpfaden.


Früher kamen viele ungebetene Gäste: Vor hunderten Jahren zogen die Seefahrer über die Meere und haben auf ihrem Beutezug in Rodrigues die Riesenschildkröten mitgenommen. Nicht nur ein paar, eine ganze Population - mit verheerenden Folgen bis heute. Aurel Andre leitet eine große Schildkröten-Aufzucht in der Nähe des Airports. In unserer Sendung hören Sie das ausführliche Gespräch mit ihm.



Die Aufzuchtstation besteht einerseits aus Käfigen, dort werden die kleinen Schildkröten aufgezogen. In einem großen Bereich aber laufen die Riesen-Schildkröten frei rum, man kann sie streicheln. Die Schildkröten mögen es, wenn man sie unter dem Hals streichelt.


Diese Riesenschildkröten haben auf vielen Inseln im westlichen Indischen Ozean gelebt, uch auf den Komoren. Dort gibt es wohl noch Spuren dieser Tiere, die dort vor über 120 Tausend Jahren gelebt haben. Auf anderen Inseln der Maskarenen, dazu gehört ja Rodrigues, sind sie vor einigen hundert Jahren ausgestorben – und aus Rodrigues wurden sie eben einfach mitgenommen. Ein Teil der Schildkröten sind offenbar Luxus-Schildkröten, schließlich kommen sie von der Paradiesinsel Seychellen, erklärt Shaheena Jeetoo, die mich auf dieser Robinson Crusoe-Reise begleitet hat.


Wer auf der Insel landet, der hat das Gefühl, in einer tropischen Idylle zu landen – auf einer Insel mit unberührter Natur. Doch das nicht ganz so. Nicht nur die Schildkröten waren hier fast ausgestorben. Auch die Flora war bedroht. Viele einzigartige Pflanzen, vor allem endemische Bäume verschwanden und werden nun wieder mühevoll aufgezogen. Sie hören ihn bei uns im Podcast.


Jean Alfred Begue – arbeitet für die Maurition Wildlife Sociatien. Er hat mich durch das Naturschutzgebiet der Insel geführt, es heißt „Grand Montagne Nature Reserve“. Zunächst blieben wir vor dem Pandanis-Baum stehen.




Der Pandanis-Baum wird auf der Insel „Waquwa“ genannt. Hüte und Taschen aus diesem Stoff sind ein Souvenir, dass man unbedingt mitbringen sollte. Überall sieht man Stände, in denen diese geflochtenen Waren verkauft werden. Ich habe mir angeschaut, wie die Korbwaren unter anderem im Handicraftshop der Insel gefertigt werden. Dazu besuchte ich Deli Leopold in ihrer kleinen Manufaktur. Dort flechtet sie den ganzen Tag und fügt die Bänder an der Nähmaschine zusammen. Seit 20 Jahren macht sie das, seit ihrer Hochzeit, sagte sie mir, während sie fröhlich an der Maschine nähte.


Die kleine Manufaktur Leopold in Palissade besteht aus einem recht dunklen Raum. Hier sitzen drei bis vier Frauen und sind den ganzen Tag mit dieser Handarbeit beschäftigt.


Früher war Rodrigues von dichten Regenwäldern bedeckt – aber diese Wälder wurden fast völlig abgeholzt. Das hatte zur Folge, dass das Wasser knapp wurde und das der Boden erodierte.


Es ist vielleicht nur der Tropfen auf den heißen Stein. In den 80-iger Jahren begann Jean Albert Begue mit seinem Team damit, die Flächen aufzuforsten. Von der mühsamen Arbeit erzählt er uns in der Radioreise. Und vor der nächsten Etappe nehmen wir eine entspannende Fuss-Massage...


Vor der kleinen Insel Rodrigues liegt eine winzige Insel, ein kleines Eiland mitten in der blauen Lagune. Wir steuern dieses Eiland an, ein Eiland mit Palmen und weißem Sand. Bootsführer und Fischer Laurice Affot brachte mich auf die Paradiesinsel.



Rodrigues ist ja die Insel, die entstressen soll. alles geht ruhig und ohne Hast. Als unserem Motorboot auf halbem Weg zur Insel der Motor ausging, blieb Laurice ganz ruhig. Er werkelte, telefonierte – irgendwann kam ein Freund, der uns auf die Insel abschleppte. Die gleiche Panne ist uns auf dem Rückweg passiert – da waren auch wir Insassen ganz ruhig.


Die Insel Und es sieht nach einer Robinson Cruso-Insel aus: keine Bewohner, aber viele Tiere, in dem Fall besondere Vögel, erklärt Annabelle Albert.




Knapp 30 Grad warmes, blaues Wasser, ein weißer Sand wie im Werbeprospekt, eine traumhafte Lagune – dazu noch das Picknick am Strand und die kleinen Boote im Wasser. Das war ein unvergesslicher Tag an diesem Strand. Es gibt auf Rodrigues selbst viele schöne Strände, vor allem im Nordosten: True Dárgent zum Beispiel. Unsere Traumbegleiterin Shaheeana Jeetoo hat mir diesen Strand und ein paar andere tolle Strände gezeigt.






Die Strände, die sich sah, die muss sicher Robinson Crusoe auch so gesehen haben, als er an Land ging - nur das damals kein Bett für ihn bereitstand.....


Abends habe ich mich mit meinem damaligen Reisekollegen Dominik Kollmann zu einem leichten Jogging verabredet.



Weit kamen wir nicht, denn das Baden im Meer war zu verlockend....


Ich habe mir bei dieser Reise auch einen Ruck gegeben und zum ersten Mal im Leben das Zip-Lining getestet, und das über einer tiefen Schlucht.


Über der Schlucht von Mourouk im Nordosten der Insel hängt ein Stahlseil, dass an einem Baum befestigt ist. Es hängt mindestens 100 Meter über einem Krater – in verschiedenen Schwierigkeits-Stufen kann man über diesen Krater rüberrasen.




Diesen Nervenkitzel erleben Sie natürlich auch in unserem Podcast.


Zwischendurch unternehmen wir einen Abstecher in die Hauptstadt der Insel nach Porth Mathuri. Bei Hauptstadt da denkt der eine oder andere vielleicht an Wolkenkratzer und breite Straßen. Ich habe dort kaum ein Haus gesehen, dass mehr als zwei oder drei Etagen hat. Es gibt vielleicht zwei, drei Straßen, die so breit sind wie bei uns eine kleine Landstraße. An den Straßen befinden sich ein paar kleine Geschäfte, ein Friseur, eine Post, ein paar Geldautomaten, das wars im Prinzip.



Einmal in der Woche kommt richtig Leben in die Stadt: Samstags öffnet der Wochenmarkt. Auf ca. 800 Quadratmeter pulisiert das Leben, da trifft sich die Insel, da ernährt sich die Insel.





Angeboten werden die Grundnahrungsmittel, also allen vor allen voran Süßkartoffeln, Reis, Fisch, vor allem Oktobus, etwas Gemüse, Gewürze und ein paar Süßigkeiten. In unserer Radioreise besuchen wir ein paar der Verkäufer. An einer sehr charmenten Verkäuferin kam ich einfach nicht vorbei. Sie stellt in Handarbeit malerische Kuchen her. Es ist ein Kuchen der Insel mit dem Symbol der Fischer. Das herzliche Lachen der Marie de la Agustin hören Sie in unserer Sendung!


Auf dem Markt werden nicht nur Lebensmittel verkauft, auch Hüte und Taschen aus den Blättern der Bäume.


Auf dem Markt spielen auch immer wieder Musiker live. Ich traf die beiden jungen Männer Jensi Phillip und Bong Aussin. Sie singen nicht nur hier auf dem Markt, sondern samstags vor dem Markt auch beim Gottesdienst in der Kirche St. Etienne. Zwei total lockere Jungs, in Jeans und T-Shirt, mit einem Lächeln im Gesicht, die mir eine kleine privat-Session gaben.


Die Jungs sangen kreolisch, in der Sprache der Einwohner auf Rodrigues. Die Sprache entstand aus dem Französischen. Gesprochen wird sie in den einst kolonialen Ländern auch in Afrika. Französisch versteht aber jeder auf der Insel. Mit Englisch kommt man nicht immer sehr weit. Manche zieren sich auch, so wie Adonald Kenlje: Ihn traf ich unweit des Marktes von Port Mathurin. Er arbeitet in einer kleinen Manufaktur, in der ganz besonderer Schmuck gefertigt wird, eine Empfehlung für ein Souvenir.


Nach dem Marktbummel sind wir bei „Mama Afrika“ eingeladen, bei Marie Luise. Sie ist eine gewichtige Frau, die so schnell nichts umhaut.


Sie wohnt in einem Haus mit großem tropischen Garten ins Angs aux Anglais. – also in der Englischen Bucht. Marie Luise betreibt eine Pension, aber hier ist man bei „Muttern zu Hause“, denn man ist Teil der Familie. Auch mich hat Marie Luise gleich in ihr Herz geschlossen.


Die Zimmer bei Marie Louise sind einfach, aber mit WC. ;an wohnt im zweiten Stock direkt über der Gartenterasse. Es gibt im ganzen Haus sogar W-Lan, nicht ganz so üblich sonst auf der Insel, bisher zumindest. Aber das schönste, das ist die Küche: Man schaut der „Mama Afrika“ einfach beim Kochen über die Schulter.


In unserem Radioreise-Interview hören Sie die große Liebe dieser "Mama Afrika"


Die Küche ist vergleichsweise einfach auf Rodrigues. Es gibt auf dieser Insel nur wenig Obst und Gemüse, obwohl sie tropisch ist. Aber das, was es gibt, schmeckt ausgezeichnet. Die Mangos haben zum Beispiel eine Süße, die wir gar nicht kennen. Natürlich wird sehr viel Fisch gegessen, Octobus zum Beispiel und viel viel Reis.


Wenn man im Privatquartier bei einer Familie wohnt, dann hat man eigentlich die beste einheimische Küche. Ich wohnte zum Beispiel in Les Veranques. Zwar lag das Quartier etwas abgeschieden und nicht direkt am Strand, dafür aber ruhig.



Aber auch auf Rodrigues müssen Sie nicht ganz auf Luxus verzichten.
Das Le Tekoma“ ist eine der wenigen Luxus-Residenzen auf Rodrigues.




Im Le Tekoma trafen wir die deutsche Auswanderin Carine Prosper. Sie erzählt uns, warum sie ihr hier auf der Insel ein ganz neues Leben anfangen wollte.
Sie hing ihren gut bezahlten Job bei einer Bank in München an den Nagel. Sie verzichtete auf viel Geld, viel Luxus, viel Kultur, auf sehr viele Freunde – und gewann doch ein Leben im Paradies. Vielleicht auch, weil sie hier ihre große Liebe fand.


Nach dem Luxus-Resort "Le Tekoma" möchten wir Ihnen eine sehr familäre Hotel-Anlage zeigen, das „Mourouk Ebony“. Die Anlage besteht aus ganz einfachen Ferienzimmern in abgetrennten Häusern. Auf den Fernseher im Zimmer müssen Sie genauso verzichten wie auf das Internet. Dafür bekommen Sie fast jeden Abend Live-Musik und Tanz im Restaurant.



Das ist gehobene Unterhaltung im vergleichsweise kleinen Kreis. Einmal pro Woche tritt Eduard Dowyal auf, ein sehr bekannter Musiker auf Rodrigues.


Rodrigues ist die Insel zum Entschleunigen, zum Runterkommen. Es ist die Insel zum Wärme-Tanken. Und es ist eine Insel, in der Ihnen so viele Menschen ein Lächeln schenken werden.





Auf ein Wiedersehen auf Rodrigues!

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