Curacao - meet the locals

Curacao - meet the locals


In dieser Radioreise nimmt Sie Alexander Tauscher mit in die Karibik. Entdecken Sie Curacao – eine Insel vor der Küste von Venezuela.

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Freuen Sie sich auf Badebuchten mit türkisblauem Wasser, auf einen Hauch Holland mitten in Amerika und auf viele spannende Menschen wie diese Power-Frau, die uns am Ende der Show mit ihrer Wahnsinns-Stimme begeistern wird.


Unser Motto ist heute „meet the locala“ – wir wollen das Leben der Einheimischen kennenlernen – und deren Sprache. Wenn Sie nach Curacao kommen, dann werden Sie eine Sprache hören, bei der Sie denken, die klingt komisch? Die Sprache lässt sich gar nicht zuordnen?


Die Sprache nennt sich Papiamento, eine kreolische Sprache, die hier in der Karibik auf den ABC-Inseln gesprochen wird. Entstanden ist sie auf Curacao in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Rund 90 Prozent der Menschen sprechen dort diese Sprache.


Damit wir uns vor Ort ein wenig verständigen können besuchen wir zu Beginn der Radioreise einen Schnupperkurs Papiamento bei Diana Melinda Lebach. Unsere ersten Sprachversuche hören Sie bei uns im Podcast.


„Perfekt“ sagt die Lehrerin als wir die ersten drei vier Worte Papiamentu nachgesprochen haben.


Die Insel Curacao ist geprägt ist von der Zeit der Niederländer, also der Kolonialzeit. Diese Zeit schlägt sich letztlich auch in der Sprache nieder. Denn die Sklaven durften kein Niederländisch lernen und die Plantagenbesitzer wohnten relativ isoliert von den Zwangsarbeitern. So entstand das Kreolische als eine Mischung zwischen der Sprache der afrikanischen Sklaven und den Europäern.


Ein wichtiges Wort auf Papiamentu ist „Bon Bini“ – es heißt Willkommen! Guten Tag heißt „Bon Dia“ und das Wort „Dushi“ werden Sie ganz oft hören: „ Dushi“ heißt nicht, dass Sie stinken wie ein Schwein und bald mal wieder Duschen sollten. „Dushi“ heißt gut oder schön und hat in Kombination mit anderen Worten viele Bedeutungen. „Masha Dushi“ können Sie einem Menschen sagen, den Sie ganz besonders nett und hübsch finden. Sagen Sie bitte Dushi nicht Muschi…


Wenn Ihnen Ihr Gesprächspartner „Danki“ sagt, dann wissen, dass er sich bedankt. Ein übergroßes „Dushi“ finden Sie als beliebtes Fotomotiv in der Inselhauptstadt Willemstad.


Wir starten unseren Rundgang durch Willemstad, so wie es die Einheimischen tun – mit einem Insulanerfrühstück. Sie beginnen den Tag gern mit einem guten Fruchtshake namens Batido. Er stammt aus Kolumbien, erzählt uns Clarita bei unserem Radioreise-Frühstück.


Falls Sie Bedenken haben, irgendwo auf der Straße in Curacao etwas mit frischem Wasser zu trinken oder Eiswürfel im Glas zu haben, weil wir ja hier kurz vor Venezuela sind, dann kann ich Sie beruhigen: Obwohl das Wasser aus dem Meer gewonnen wird, hat es in Curacao überall Trinkwasser-Qualität. Es ist weich, fast ohne Calzium und völlig chlorfrei.



Nach dem mehr oder weniger scharfen Kala zum Frühstück ist es Zeit für frisches Obst. Das kommt nicht von Curacao, obwohl die Insel tropisch heiß ist. Doch die Insel ist zu trocken, um genug Obst anzubauen. Daher wird das meiste Obst importiert, zum Beispiel aus Venezuela. Von dort bringen die Fischer jeden Tag frisches Obst, Gemüse und natürlich Fisch übers Meer in den Hafen von Willemstad – auf den so genannten floating market, den schwimmenden Markt.




Bei unserem Radioreise-Rundgang sprechen wir mit einigen Händlern aus Venezuela, zum Beispiel mit Hore Falcon.


Auf unserem Rundgang erzählt Clarita, was die „locals“ am liebsten essen. Geschmortes steht gern auf dem Speiseplan der Insulaner, sagt sie - oder Keschi Jena. Das ist gefüllter Käse. Beliebt ist Fisch mit Funchi, eine Art Polenta. Obwohl es Curacao so warm ist und obwohl sich die Menschen sich relativ wenig bewegen, essen sie recht süß und gern deftig.


Aber Figurprobleme hat man auf der Insel nicht, weil man sich keine Probleme macht. Der Waschbrettbauch und die Bikini-Strand-Figur sind eben nicht das Maß aller Dinge. Im durchtrainierten Body mit freiem Oberkörper posieren lieber diese Touristen….


Die Strandjungs und Strandmädels machen sich auf den Weg zu einer der schönsten Meeresbuchten der Insel. Nur wenige Strände auf Curacao sind so breit und hell wie dieser. Denn viele Küstenabschnitte sind steinig. Wer das reine Badevergnügen sucht, ist auf der Nachbarinsel Aruba besser aufgehoben.


Wir lernen eine beliebte Mittagskneipe der Einheimischen kennen, in der Sie äußerst selten einen Touristen treffen werden. Es ist die kleine Fischerkneipe „Awa die Playa“ in der Piscadera-Meeresbucht. Man sitzt unter einem Wellblechdach direkt am Wasser und kann jederzeit reinspringen ins Meer. Auf den dresscode achtet hier niemand. Mit flip flops und shorts oder gleich in Badesachen können Sie hier gern zum Essen kommen. Es schmeckt wie bei Muttern.


An diesem Ort fühlt sich auch Camille Paz Rivero vom Curacao Tourism Board wohl, wie Sie uns im Radioreise-Interview erzählt.


Wir reisen weiter über die Insel unter dem Motto „meet the locals“ und genießen nun gemeinsam mit den Einheimischen das Wochenende. Es beginnt am Freitagabend – wenn man einen Platz bekommt – im „Equus“.


Das „Equus“ ist ein absoluter Geheimtipp – ein heiß begehrter Platz der Insulaner und liegt in Chan-Til. Au einem ehemaligen Pferdestall entstand eine Art Biergarten. Teilweise überdacht sitzen die Gäste an langen Bänken. Über den Tischen hängen extrem lange Schaschlik-Stangen. Nur freitags öffnet die Besitzerin Mirella Christian diese wirklich heiße Location, wie sie uns im Radioreise-Interview verriet:


Noch ein heißer Tipp zum Ausgehen ist das so genannte „Blues Restaurant“: Ein Jazz-Club, der auf einen Felsen im Meer gebaut wurde.


Der Club ähnelt einer Holzhütte mit einer großen Bar. Über der Bar auf einer Art Empore wird Live-Musik gespielt. An diesem Abend hatte mich Farli Hollaender vom Avila-Hotel zu einem Drink eingeladen.


Jazz-Musik und das Rauschen der Wellen, die sich im Licht des Mondes spiegeln. Das mag kitschig klingen, war aber an dem Abend real.


Wir sind in Curacao, wo es nachts nicht kühl wird. Von den Temperaturen her und auch vom Temperament. Es gibt einen Ort, wo Sie unbedingt wenigstens einen Abend verbringen sollten: Die Innenstadt von Willemstad.



Am besten Sie beginnen den Abend mit einem Essen im „Gouverneur de Rouville“ mit dem Blick auf den Hafen und die beleuchtete „Waterfront“. Nach dem Essen nehmen Sie einen Rum-Cocktail und laufen dann rüber in die Nachtclubs. Dort legen ziemlich coole oder besser gesagt heiße DJs der Karibik ihre Musik auf. Dazu spielen Bands aus Curacao ihren Sound.



Der Techno-Club „Zen“ wird gelobt und ist sicher für die Fans dieser Musik die beste Anlaufstelle. Bei den Bars ist die „Hemmingway“ oder die „Zanzibar“ am beliebtesten. Mir persönlich hat es am besten bei den Jungs von Cuban Groove gefallen.


In dieser Straße im Herzen von Willemstad reiht sich eine Bar an die nächste. Die Polizei radelt in kurzen Hosen vorbei und genießt auch den Sound dieses Abends. Diese friedliche, ausgelassene Stimmung reißt die meisten Urlauber und Gäste mit. Als drei Mädels in roten kurzen Röcken den Geburtstag einer Freundin feierten, da improvisierten die Jungs ein Geburtstagslied, dass Sie bei uns in der Radioreise hören.


Wir laufen am nächsten Tag mit einem gewissen Kater durch Willemstad. Die Niederlande lassen hier besonders grüßen. Nebenbei sei erwähnt, dass man auf der Insel noch mit Gulden zahlt. Erst Recht lässt sich der Einfluss der Kolonialzeit im Stadtbild von Willemstad erkennen.




Das bekannte Foto-Motiv ist das Bild der Handelskade, der pastellfarbenen Gebäude am Hafen. Davor befindet sich die schwingende alte Dame, die „swinging old lady“: So nennt sich eine nostalgische Ponton-Brücke über die enge Hafenbucht, über die wir in der Radioreise mit unserem guide Clarita gehen. Sie beschreibt uns das Drehen und Öffnen der Brücke als Öffnung für die großen Kreuzfahrtschiffe.


Bevor sich die schwingende alte Dame öffnet und schließt klingelt sie ganz dezent an. Sie hören es bei uns im Podcast.


Diese alte Dame hat noch ganz schönen Verkehr: Immer wieder ziehen große Kreuzfahrtschiffe an ihr vorbei. Es ist ein besonderes Bild, wenn ein Kreuzfahrtdampfer direkt vor der Häuserfassade lang schippert. Das passiert so geruhsam, dass man vom Ufer aus aufs Deck greifen könnte.


Am Ende der Brücke befindet sich der Regierungspalast. Allerdings ist der Name eigentlich übertrieben. Denn von Palast hat das Gebäude, erst Recht der Hof, nichts. Es ist eher ein ordentliches Verwaltungsgebäude – aber warum sollte man auf der kleinen Insel auch so protzen? Immerhin hat sie eine eigene Hymne, die wir in der Radioreise kurz anspielen.


Curacao wurde im Jahr 1499 von den Spaniern entdeckt. Am 26. Juli sollen sie an Land gegangen sein, dem Namenstag der Heiligen Anna. Die Spanier nannten die Bucht daher „Bahia de Santa Anna“.



Damit begann die Zeit der Sklavenherrschaft und die Insulaner wurden als Sklaven nach Spanien verschleppt. Die Spanier übernahmen die Macht, bis die Niederländer Mitte des 15. Jahrhunderts kamen und Willemstad eroberten. Mehr über diese Zeit erfahren Sie im Historischen Museum von Willemstad. Dort hat mir unser guide Emlyn – natürlich auch ein local - einiges über die Geschichte des Zweiten Weltkrieges erzählt, die mir noch völlig unbekannt war. Wir empfehlen dieses Interview in unserem Podcast.


Diese kleine Insel Curacao war seinerzeit ein strategisch wichtiger Ort. Die Besatzung ist nun aber endgültig Geschichte, denn nach einem Referendum im Jahr 2005 ist Curacao ein autonomes Land innerhalb des Königreiches der Niederlande. Im Museum wird zum Beispiel an den ersten stolzen Flug von Europa auf die tropische Insel erinnert.


Nun treffen wir einen Klangmachern der Insel, der Trommler Pernell. Dieser Musiker hatte schon mit großen deutschen Orchestern zusammengespielt. Wir besuchen ihn im kleinen Übungsraum seines Hauses.


Bei einem Grundkurs wollen wir versuchen so zu trommeln, wie die „locals“….


Pernel lernt uns den Sehu-Tanz. Der andere sehr beliebte Tanz auf Curacao ist der Tambu. Er wird auch Curacao-Blues genannt - wobei ich mich frage, von was bekommt man auf der Insel den Blues? Vielleicht von der endlosen Hitze.



Save the best for last: Wir treffen die Powerfrau Bigala, die mit mir an einem heißen Tag durch den Natur-Park Jan-Thiel gelaufen ist.


Als wir am heißen Ufer des ehemaligen Salzsees entlangliefen und die Flamingos beobachteten, gab sie den europäischen Männern noch ein Rezept zur Potenzsteigerung mit auf den Weg. Die Details hören Sie hoffentlich mit steifen Ohren bei uns in der Radioreise.


Zum Schluss noch ein wichtiges offenes Wort: In den Reisekatalogen finden Sie natürlich die schönsten Neidfotos dieser Insel: Azurblaues Wasser und weiße Strände. Na klar, das alles finden Sie auch in kleinen Buchten.


Erwarten Sie keine endlosen Strände und bitte erschrecken Sie nicht, wenn Sie auf Curacao riesige Industrieanlagen sehen und vielleicht auch hier und da riechen. Die Öl-Raffinerie, die sich direkt hinter Willemstad befindet, ist neben dem Tourismus einer der wichtigsten Arbeitgeber der Insel. Hier wird das Öl aus Venezuela veredelt. Dafür kommen manchmal unverhofft andere Schönheiten vorbei....


Erschrecken Sie auch bitte nicht über den vielen Verkehr an manchen Stellen der Insel. Das Auto ist das beliebteste Fortbewegungsmittel auf Curacao. Bei der Affenhitze wollen die Insulaner nicht unbedingt weit laufen oder Radfahren.


Erschrecken Sie nicht über so manches – aus unserer Sicht – hässliche Gebäude am Straßenrand. Curacao ist eine Insel mit vergleichsweise hohem Lebensstandard, aber keine Luxus-Insel.


Lassen Sie vielmehr die Gemütlichkeit, die Gelassenheit und oft auch die Herzlichkeit dieser Insulaner auf sich wirken.


Auf ein Wiedersehen in Curacao.


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