Australien Cross Over: Vom Ayers Rock bis nach Sydney

Australien Cross Over: Vom Ayers Rock bis nach Sydney


In dieser Radioreise nimmt Sie Alexander Tauscher mit auf eine Tour unter dem Motto "Australia Cross Over". Freuen Sie sich auf eine Abenteuertour kreuz und quer über den fünften Kontinent.

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Wir brauchen dazu ein Allrad-Fahrzeug, um nicht unterwegs stecken zu bleiben. Und wenn uns unterwegs die Kraft ausgeht, dann holen wir uns die heilenden Kräfte des Eukalyptus Baumes, der zu Australien gehört, wie die Känguruhs, auch die treffen wir in unserer Sendung.

Also starten wir ganz weit oben im Norden des Bundesstaats Queensland in Cairns, fahren sofort gut drei Stunden in Richtung Westen, wo das Outback mit einem echten Highlight beginnt: die größten begehbaren Lava-Röhren der Welt. Bram Collins führt uns durch diese Röhren und beginnt mit der Geschichte, denn denn der Nationalpark wurde auf dem ehemaligen Grund der Rinderzüchterfamilie Collins gegründet, die heute das Undara Experience Lodge betreibt.

Wir fahren weiter rund 800 Kilometer nach Westen, auf gleicher nördlicher Höhe wie die Lava-Röhren im Outback - erreichen ein wahres Natur-Paradies:


Glasklares Wasser und Seerosen, rote Felswände, satt-grüne Wälder und keine störenden Geräusche, nur ein paar zwitschernde Vögel. Schon die australischen Ureinwohner lebten hier und nannten die Gegend Boodjamulla. So wie die Regenbogenschlange aus ihrer Mythology, die die Wasserwege geschaffen hat, also den Menschen das Leben brachte.


Ranger Rod Low-Mow betreibt hier eine Station namens Adels Grove. Mit ein paar Häusern zum Übernachten, einem Campingplatz und einer sehr guten Küche für hungrige Gäste. Wenn man beispielsweise von einer Kajak-Tour zurück kommt. Wer es noch bequemer haben will, der kann sich mit einem Solarstrom-Elektroboot chauffieren lassen, von Rod Mow-Low, der fast das ganze Jahr in der Abgeschiedenheit auf Adels Grove lebt.


Früher hieß der Nationalpark „Lawn Hill“, nach dem Fluss, der sich hier wildromantisch in die roten Felswände eingeschnitten hat. Aus Respekt vor den Ureinwohnern wurde das Gebiet eben in deren Bezeichnung umbenannt.

Die Frau von Rod - Michele – sie schwärmt vom Naturidyll „Adels Grove“..


Einheimische bezeichnen Boodjamulla auch oft als den kleinen Bruder des berühmten Kakadu National-Parks, der im Nordwesten liegt. Denn die Natur rund um die Station von „Adels Grove“ ist noch nahezu unberührt.

Mit riesen Dinosaurier-Schritten gehts weiter auf unserer Tour durchs Outback. Dinosaurier waren schon lange vor uns in der Gegend um Winton. Den Beweis dafür fand vor vielen Jahren David Elliott, ein Schafs-Farmer, der nur nach seinen Schafen schauen wollte, als er über einen riesigen Knochen stolperte, der sein ganzes Leben verändern sollte.


Das Dinosaurier-Fieber hat David Elliott nicht mehr losgelassen und zusammen mit weiteren Entdeckern wurden in der Gegend immer mehr, auch bisher unbekannte Rassen der riesigen Urtiere entdeckt.

Elliott baute ein Forschungszentrum, dazu ein großes Museum, und das bringt immer mehr Touristen nach Winton. Auch die nächste Attraktion ist schon am Entstehen: ein ganzer Outdoor Dinosaurier-Park.


Der Tag, als David den Knochen fand, hat sein Leben verändert und er hat damit eine ganze Region verändert. Dank ihm ist die Region um Winton, wo außer Outback sonst nicht viel ist, wirtschaftlich aufgestiegen.
Doch David ist der Ruhm nicht zu Kopf gestiegen - im Gegenteil: In unserem Radioreise-Interview saß er in seinem offenen Farmer-Hemd, die Jeans sah nach harter Feldarbeit eines Schäfers aus. Er lächelte und erzählte einfach von seinen Zukunftsplänen.

Wer durch das Australische Outback will, der kommt an Alice Springs nicht vorbei. Schon immer war diese Stadt ein Knotenpunkt und eine wichtige Versorgungsstation im roten Herzen des fünften Kontinents.


Wo früher die Kamel-Karawanen Stop machten, hält heute zwei mal pro Woche der legändere Zug „The Ghan“. Hier rattert er langsam aus dem Bahnhof raus und macht sich auf die lange Reise durch Australien.


The Ghan, der Adelaide ganz im Süden mit Darwin im Norden verbindet, kreuzt unseren Weg in Alice Springs. Knapp 3 Tausend Kilometer ist die Strecke – damit eine der längsten der Welt. Der Zug durchquert vier Klimazonen und 22 Breitengrade.


Alice Springs – die große Oase im Wüsten-Australien: Von hier aus wurden die ersten „Fliegenden Doktoren“ koordiniert – eine wichtige Hilfe für die Menschen im Outback – in diesem schier unendlichen Land können Doktoren oft nur fliegen, um schnell zum Patienten zu kommen. Die Queen hatte die Fliegenden Doktoren sogar mal geadelt, deshalb heißt dieser Dienst heute auch „Royal Flying Doctor Service“. Besucher können hier an der Geburtsstätte besichtigen. Es gibt eine moderne 3-D-Show, eine Ausstellung mit vielen Original Exponaten aus der Gründerphase dieses Service und man kann ein Flugzeug von Innen begutachten.


Die Oase Alice Springs gilt zudem als Zentrum der Australischen Ureinwohner. In keiner anderen Stadt trifft man so viele Aborigine wie hier. Deswegen befindet sich auch die Zentrale des landesweiten Aborigine-Radiosenders „CAAMA“ in Alice Springs. Dort werden Sendungen ausgestrahlt und moderne Aborigini-Musik aufgezeichnet.


Musiker wie Warren Williams arbeiten auch als Moderatoren, die Radioreise sprach mit ihm und dem Chef des Senders Gerry Lions.


Von Alice Springs aus führt der „Red-Center-Way“ hunderte Kilometer weiter durch das tiefe Outback. Dieser Weg macht seinem Namen alle Ehre: rote Naturpiste bis zum Horizont. Auf dem Weg zum Ayers Rock Resort machen wir noch einen Stopp in Herrmannsburg.


Deutsche Missionare der Lutheranischen Kirche haben diesen Ort Anfang des 19. Jahrhunderts gegründet, um hier Aborigines zu Christen um zu erziehen.


In unserer Radioreise erzählt uns Rodney Matuschka die Geschichte der ersten Siedler. Rodney ist heute Kulturmanager dieses historischen Ortes.


Sein Interview endet mit nachdenklichen Worten. Wir fragen uns, wie kann sich eine Rasse oder eine Glaubensrichtung über eine andere stellen und versuchen diese anderen Menschen überzustülpen. Rodney beruhigt uns, alle Aborigine, die in Hermannsburg lebten und sich dem Christentum anschlossen, seien von den Deutschen geschützt worden. Denn woanders haben ja weiße Siedler die Ureinwohner oft vertrieben oder gar getötet. Der Wille damals war gut, sagt Rodney, aber viel ist jetzt nicht übrig geblieben. Denn die Missionsstation wurde in den 1980iger Jahren geschlossen. Und kein einziger Ureinwohner hat das Erlernte, also zum Beispiel Handwerk später nachhaltig nutzen können. Vielleicht ist es auch ein Indiz dafür, wie schwer es ist, diese unterschieldichen Kulturen zu verbinden: Fremde weiße Besiedler und seit 60 Tausend Jahren hier lebende Aborigines.


Das vielleicht größte Wahrzeichen Australiens heißt nun Unluru. Wenn Sie sagen, Sie hätten diesen Namen noch nie gehört, dann sage ich Ayers Rock. Den Namen kennt jeder, auch wenn er noch nicht in Australien war. Dieser rote große Felsen ist ein für die Aborigines heiliger Ort.


Um diesen heiligen Ort kann man gut radeln, erzählt uns Lehey von Outback Cycling und beschreibt die Eindrücke, die wir hier ein wenig in den Fotos festgehalten haben.


Für die weißen Siedler war Jahrzehnte lang Ayers Rock der Heilige Berg, auf den man hochklettern konnte. Diese Zeiten sind vorbei: der Rock und das umliegende Land wurde den Ur-Einwohnern zurück gegeben, der alte Name wieder eingeführt und die meisten Besucher respektieren heute auch, dass man auch Heiligtümer anderer Kulturen nicht mit Füßen rumklettern sollte. Das sagte uns

Lochland Keyley, er ist guide von "see it outback Australia"


Diesen riesigen Felsen kann man auch wunderbar auf dem Rücken der Kamele umlaufen. Die Details dazu erzählen wir Ihnen in unserer Sendung "Familienreise".

Wir verlassen den Ayers Rock und fahren mit dem Allrad-Camper weiter durch die Wüste zu einem Ort, der eigentlich nichts hat außer Wüste. Trotzdem ist er weltbekannt, denn im Untergrund gibt es schier unendliche Opalvorkommen.


Daher kommen Glückritter aus aller Welt nach Coober Pedy – sie graben sich tief durch den Boden und hinterlassen dann tausende Maulwurfhügel, bestehend aus zerkleinerten Steinen. Soweit das Auge reicht, ein bizarres Bild: Drei bis fünf Meter hohe Schütthaufen, so kennt man das Opalmekka Australiens Coober Pedy.


Wir haben ein zwei Glücksritter gesprochen: Mit Markus, er kam einst aus der Schweiz nach Australien und Rosi, sie kam vor Jahrzehnten aus Deutschland. In unserem Radioreise-Interview erzählen Sie über ihre schweren Anfangsjahre und das heute immer noch harte Leben der Opalritter.


Es gibt ein interessantes Leben unter der Oberfläche: eine unterirdische Kirche, einen Buchladen, zahlreiche Hotels und Pensionen, private Wohnungen und sogar einen unterirdischen Campingplatz, das alles liegt in den einst durchbuddelten Höhlen und Gängen unter der Wüstenerde. Hier ein Bild vom Eingang in dieser unterirdische Kirche.


Wir verlassen die heiße Wüste und halten weiter Kurs gen Süden. Wir bekommen leuchtende Augen, als wir nach so viel roter Erde, Staub, Wellblech-Pisten und Outback endlich wieder an’s Wasser kommen. Denn wir erreichen die Südküste Australiens, etwa 100 Kilometer vor Adelaide.


Im Bundesstaat South Australia liegt vor uns liegt eine Insel, die wir auch noch mit dem Allrad-Auto abfahren wollen: Känguru Island. Ja, es gibt hier viele Kängurus. Aber auch Pelikane, Ameisenigel, Leguane oder Emu’s. Aber hier leben auch Seelöwen. Und zwar eine Spezies, die vor wenigen Jahren schon nahezu ausgestorben war: der Australische Seelöwe.


Mit großem Aufwand wurde hier eine Station eingerichtet, um die gefährdeten Tiere zu schützen und ihre Population wieder zu mehren. Mit Erfolg: seit einigen Jahren nimmt die Anzahl der Tiere zu und so kann man mit den engagierten Tierschützern und Rangern der Seal Bay ganz nah ran an diese Schwimmkünstler, die sich hier von der anstrengenden Fischjagd ausruhen.


Wie fast überall in Australien wachsen auch auf Känguru Island verschiedenste Eukalyptus Bäume und Sträucher.


Diese Pflanzen waren einst Grundlage für ein florierendes Unternehmen: In den 1950er Jahren es gab gleich mehrere Eukalytusöl-Destillierien auf der Insel. Hier wurde natürliches Eukalyptus Öl produziert und weit über Australien hinaus exportiert. Doch dann kamen künstliche Aromen, alles war viel billiger und diese Industrie hatte keine Zukunft mehr. Bis Bev Turner und ihr erfindungsreicher Mann auf die Idee kamen eine alte Distillerie zu kaufen und mit neuem Leben zu erfüllen.


Am Ende unserer Reise erreichen wir Sidney und treffen hier zwei deutsche Auswanderer, die uns ein wenig über das sportliche, lockere Leben in Sidney erzählen. Sie sprechen über den Traum vom Auswandern, über Schwierigkeiten und Chancen. Sie sprechen über die Mentalität der Australier, über den Mix aus Arbeit Freizeit in dieser Traummetropole.

Foto: Pixabay

Auf ein Wiedersehen in Australien!

Foto: Pixabay
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