Meeresreise - Israel vom Wasser aus

Meeresreise - Israel vom Wasser aus


In dieser Radioreise entdecken wir Israel vom Wasser aus. Begleiten Sie uns auf einer Reise zu drei Meeren, bei der wir aber viel mehr als nur Meer erleben.

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Unsere Reise startet in Eilat, ganz an der Südspitze Israels. Es ist der einzige Zugang Israels zum Roten Meer und damit zum Indischen Ozean. Nicht einmal zwölf Kilometer gehören Israel von dieser langen Küste am Roten Meer. Diese zwölf Kilometer sind extrem genutzt, mit Hotels, mit dem Hafen und einem Unterwasser-Observatorium sowie dem Dolphin Reef.


Am Dolphin Reef mit dem großen Delfinarium beginnt unsere Meeres-Reise. Es wurde 1990 gegründet, fast seit Beginn mit dabei ist Tall Fisher. In unserer Sendung spricht sie über die Arbeit mit den Tieren und die Freiheit der Tiere hier im Roten Meer.
 

Warum zieht es die Delfine immer wieder von Ägypten zurück nach Israel? Sie erfahren es bei uns im Podcast. Denn die Delfine sehen das Dolphin Reef als ihre Heimat und kommen auch bei dieser geöffneten Absperrung aus dem Meer immer wieder zurück.


Als Besucher kann man hier mit Delfinen gemeinsam Tauchen – oder beim Schnorcheln auf Tuchfühlung gehen. Im Dolphin Reef gibt es keine dressierten Delphine, keine Shows wie in manchen Vergnügungsparks.



Eilat an der Nordspitze des Roten Meeres gibt es ein kleines Korallenriff, zwischen dessen Winkeln und Höhlen viele Arten farbenprächtiger exotischer Fische leben. Man kann diese Tierwelt aus dem Unterwasser-Observatorium beobachten.



Auf der kleinen Promenade zwischen Yachthafen und Hotelstrand tummeln sich die Urlauber und darüber ziehen im Frühjahr und Herbst rund 500 Millionen Vögel auf dem Weg von und nach Afrika. Viele machen einen Zwischenstopp nördlich von Eilat. Denn hier in Israel gibt es kostenfrei etwas zu Essen. Darüber sprach ich mit Avi Kandelkehr, der seit mehr als 20 Jahren den Tourismus in Eilat leitet.


Für mich war dieses Gespräch mit Avi Kandelker ein Wiedersehen nach vielen Jahren. 2008 führte mich meine erste Israel-Reise auch nach Eilat – dort verlieh mir Avi die Urkunde „Botschafter des guten Willens“. Nun bekam ich eine neue Urkunde. Damals hatte diese Israel-Reise eine ganz große Empathie für dieses Land geweckt, wenn man so will, eine Liebe. Ich war seitdem bereits neun Mal im heiligen Land, aber erst das zweite Mal in Eilat.


Als ich mit Avi sprach, erinnerte ich ihn an seine Aussage von 2008: Damals sagte mir der Tourismus-Chef, er träume von einer Riviera am Roten Meer, einer Riveira über die Landesgrenzen hinweg. Die politischen Voraussaussetzungen sind seit dem sicher nicht einfacher geworden, doch Avi glaubt weiterhin an diese grenzenlose Riviera.


Bootsfahrten ermöglichen bereits jetzt ein Schwimm-und Schnorchelvergnügen zwischen Ägypten, Jordanien und Israel.



Beim morgendlichen Joggen bin ich zum streng bewachten Grenzstreifen zwischen Israel und Jordanien gelaufen.


Es herrscht scheinbar friedliche Ruhe an dieser Grenze. Zum Glück! Denn Jordanien und Israel haben längst einen Friedensvertrag geschlossen. Damit hat Israel zumindest an dieser Grenze einigermaßen Ruhe.


Dagegen gibt es an der Grenze zum benachbarten Ägypten immer wieder Zwischenfälle. Ein neuer, stärkerer Grenzzaun soll Israel nun besser vor Angriffen von Terroristen aus dem Sinai schützen.
 

Saudi-Arabien ist von Eilat aus bereits in Sichtweite, und dennoch haben beide Länder keine diplomatischen Beziehungen. Es wird also noch viele Jahre dauern, bis dieses Wunder einer grenzüberschreitenden Riviera wahr werden könnte. Als geborener DDR-Bürger kann ich sagen: Wunder geschehen.
 

Unsere Meeresreise führt uns von Eilat nach Norden. Wir tauchen so richtig ab, aber eigentlich nicht. Wir sind tief unten, mehr als 400 Meter unter dem Meeresspiegel und dennoch könenn wir nicht untergehen. Wir sind am Toten Meer.
 

Israel und Jordanien teilen sich dieses große Salzwasser. Schiffe wird man hier genauso vergeblich suchen wie Fische. Jede Schiffsschraube würde sofort mit Salz verrosten, jeder Fisch könnte keine Minute überleben. Es ist eben ein Totes Meer und dennoch ein Meer, dass uns viel Leben bringt.
 


Über den Gesundheitstourismus am Roten Meer spreche ich mit Ofra Gazit, sie ist die Marketing-Direktorin des Toten Meeres und damit verantwortlich für das Gebiet, dass von Ein Geidi im Norden bis zum Beginn der Arava-Wüste im Süden reicht.
 
Ich lege mich wieder ganz sanft aufs Wasser. Das Tote Meer trägt fast jedes Schwergewicht. Auf dem Rücken ist die bequemste Lage, aber auch die einzig mögliche. Denn wer sich auf den Bauch legt, dem zieht es die Beine gleich nach oben.


Wir besuchen am Rand des Toten Meeres das Kibbutz Ein Geidi. Kibbutz steht für die häbrische Bezeichnung für eine kollektive Siedlung, eine Art Genossenschaft, Gemeinwesen. Hier leben Menschen in einer Siedlung und geben je nach Modell einen Teil ihres Einkommens für die Gemeinschaft. Vielleicht ist es eine kleine Insel des Sozialismus mitten im kapitalistischen System.



Zabo führt usn durch dieses Kibbutz. Er selbst hat eine spannende Lebensreise hinter sich. Denn er kam aus dem Iran nach Israel – er kam dorthin, wo seine Seele ihn hinzog, ins heilige Land.



Für Zabo ist die grüne Oase der ganze Stolz von Ein Geidi. Wie ein kleines Kind sprang er manchmal von Pflanze zu Pflanze und zeigte uns begeistert, wie hier alles wächst.




Das Kibbutz Ein Geidi ist eine kleine grüne Oase in der Steinwüste am Toten Meer, ein grüner Garten vor den gelb-braunen Felsen.


Die Idee des Kibbutz ist ja so etwa: Jedem nach seinen Möglichkeiten – allen nach ihren Bedürfnissen. Das habe ich so ähnlich im Sozialismus schon mal gehört. Aber so wie der Sozialismus an seine Grenzen gestoßen ist, so hat sich im Laufe der Jahre auch das System des Kibbutz verändern müssen. Inzwischen gibt es in diesem Kibbutz Ferienwohnungen, sogar ein luxoriöses Spa und Schwimmbad.


Man kann ganz bequem Urlaub in Ein Geidi machen – lebhhaft am Pool und in Ruhe unter den Bäumen mit Vogel-Gezwitscher.


Wir betreten den Gemeinschafts-Speisesaal des Kibbutz. Mich erinnert er äußerlich an kollektive Zeiten in den Ferienheimen der ehemaligen DDR.




Auf der Meeresreise von Süd nach Nord erreichen wir in Jaffa das Mittelmeer. Tel Aviv und Jaffa ist heute ein gemeinsamer Ort, aber früher waren es zwei getrennte. Im Grunde ist Tel Aviv für Israel-Verhältnisse ein Baby, gut 100 Jahre alt - Jaffa ist tausende Jahre älter.




Wir laufen vom Hafen hoch zur Petruskirche, dort wo sich alle Touristen sammeln. Vor uns soll schon ein gewisser Napoleon hier gewesen sein, wie ein kleines Denkmal zeigt, vor dem sich nicht nur Chinesen gern fotografieren lassen...


Vom Orangenhandel im Hafen von Jaffa ist nichts mehr zu spüren. Der Hafen ist eher verwahrlost. Dafür sind die kleinen Gassen, die vom Hafen hoch zur Petruskirche führen, schmuckvoll. Zwischen den Wohnungen sieht man die Türen zu Bars, Restaurants, kleinen Galerien. Auffällig ist die blaue Farbe an den Tür-Rahmen. Und die ist nicht zufällig, erzählt unser guide Amos in unserer Sendung.


Wir erreichen Tel Aviv, die Partymetropole, die Sportstadt, das Liberalste, was Israel zu bieten hat.

 

Das sportlich aktive Tel Aviv stellen wir Ihnen in unserem Blog über Tel Aviv sehr ausführlich vor.






Reisen wir weiter nach Norden, über Cäsaria bis nach Akko.


Traumhaft – der Blick von Haifa auf das große Meer. Diese Geschichten von Akko und Haifa – die erzählen wir unserer Strandreise.



Es gibt so viele weitere Geschichten aus Israel – so viel in so einem kleinen Land. Es gibt garantiert ein Wiedersehen.


In diesem Sinn: Shalom!
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