Qatar - das aufstrebende Emirat

Qatar - das aufstrebende Emirat


In dieser Radioreise nehmen wir Sie mit nach Qatar, in das reiche Emirat am Persischen Golf. Qatar hat nicht viel an Landschaft zu bieten: Auf 180 Kilometer Länge und 80 Kilometer Breite befinden sich fast nur Wüste und Sand. Aber der Reichtum liegt unter der Erde – das Öl. Es beschert dem Emirat einen extremen Reichtum und sorgt für einen gewaltigen Bauboom in der Hauptstadt Doha.

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Mittelpunkt von Doha ist die Corniche, die sieben Kilometer lange Uferpromenade mit ihrem Park. Bei Sonnenuntergang starten von hier die alten Holz-Segelbote, die Dhaus, zu Panoramafahrten entlang der Skyline.




Fast alles wurde in Doha in den letzten Jahrzehnten gebaut. Der Aufschwung begann, nach dem die Briten in den 60iger Jahre abzogen und sich Qatar 1971 unabhängig erklärte. Einen Anschluss an die Vereinigten Arabischen Emirate lehnte Qatar ebenso wie Bahrein an. Und der Reichturm wurde noch größter, als mit dem Nordfeld das größte Erdgasfeld der Welt entdeckt wurde. Mehr darüber erzählte mir unser guide Mahmoud im Mushereb Museum von Doha.

 


Ein Zeitstrahl verdeutlicht, die junge, kurze Geschichte, in der Qatar vom kleinen Wüstendorf zum reichen Emirat wurde. 



Das Museum liegt in einer Straße mit ein paar wenigen alten Gebäuden. Ansonsten ist in Doha alles neu gebaut worden und vieles künstlich, wie in allen Golf-Staaten. So wie in Dubai „The Palm“ entstand auch in Doha eine Insel, „The Pearl“. Auf rund 400 Hektar befinden sich teure Villen, Reihenhäuser, aber auch Hotels und Hochhäuser.

 

Unsere Reise geht in ein streng muslimisches Land, dass sich der westlichen Kultur und damit auch den westlichen Werten aber offen zeigt. Jedenfalls bekommt der Tourist diesen Eindruck. Wie leben junge Frauen in diesem Emirat? Werden Sie unterdrückt? Welche Perspektiven haben sie? Darüber sprach ich mit Amal Al Shamari von “Embrace Doha“.

 
Sie arbeitet in einem Verein, der auch Touristen die Gepflogenheiten und Sitten, die Lebensweise der Menschen in Qatar näher bringen will. Wir saßen mit Amal auf einem Teppich in ihrem Vereinsraum am Rande des alten Marktes von Doha. Sie sprach darüber, welche Rolle die Mutter bei der Wahl ihres Freundes, ihres Lebenspartners hat. Sie erzählte uns, welche Rituale es gibt, wenn der künftige Mann der Familie vorgestellt wird. Das gesamte Interview hören Sie in unserem Radioreise-Podcast.


Bleiben wir noch einen Augenblick bei der Islamischen Kultur: Es gibt in Doha ein riesiges Gebäude direkt am Wasser, an der Corniche, dass von einem US-Star-Architekten gebaut wurde: Das Museum für Islamische Kunst. Es zeigt einige der schönsten islamischen Kunstwerke und Objekte aus aller Welt.



Jedem Besucher geht es so: Man ist vor allem von der Architektur beeindruckt, von der riesigen Glaswand vom Dach bis zum Erdgeschoss, sie öffnet auch den Blick auf die Skyline von Doha.


Katara – so heißt das größte Kulturprojekt in Qatar. Es soll ein Dorf mit traditioneller Architektur darstellen, ist natürlich auch neu gebaut. Dennoch fügt sich hier die Architektur gut ein. Man läuft durch Gassen mit Galerien, Konzertbühnen, Restaurants und einem Handwerks-Markt.



Wir reisen in den Norden von Qatar, zunächst auf einer sehr modernen, breiten Autobahn, dann auf einer Holperstrecke. An uns zieht fast nur trockene Steinwüste vorbei. Nach etwa 100 Kilometer erreichen wir die Festung „Al Zubarah“. Früher war dies ein blühender Perlen- und Handelshafen. Der Ort ist seit dem Jahr 2013 UNESCO-Weltkulturerbe. Noch heute wird hier gegraben und saniert. Ich sprach mit einem Handwerker aus der Schorfheide, der hier sozusagen „auf Montage“ arbeitet.

Im Radioreise-Interview erzählt er über seine Arbeit hier in der Wüste, seine Eindrücke vom Land, über Licht und Schatten in Qatar.



Wie ist das in Qatar mit den Männer, die angeblich so viele Frauen haben? Darf ein Mann mehrere Frauen heiraten und muss er da um Zustimmung der anderen Frauen bitten? Das erzählt uns ein Angestellter in „Al Zubarah“ und das habe ich auch ein paar andere gewichtige Männer gefragt...






Wer an Qatar denkt, der denkt natürlich an die Fussball-Weltmeisterschaft im Jahr 2022. Sie ist nicht ganz unumstritten, nicht nur wegen der klimatischen Verhältnisse. Meldungen über ausgebeutete Bauarbeiter beherrschen immer weider die Nachrichten. Wir schauen uns an, was hier in schwerer Arbeit am Rande der Wüste so aus dem Boden gestampft wird.


Unsere Tour endet in dem für meine Begriffe schönsten Teil von Qatar, dem großen Basar. Er strahlt wirklich noch ein wenig den Zauber der Vergangenheit aus: Der Souk Waqif.





Die Falken haben in den Emiraten eine ganz besondere Bedeutung: Sie sind wie Kinder, die man überall mit nimmt, die man besonders pflegt.


Kurz bevor unsere Maschine in Doha abhebt, erleben wir am Flughafen noch einmal den Reichtum dieses Emirates. Ein Airport mit eigenem Schwimmbad, mit Fitness-Studio, mit riesigen Lounges.



Wir heben und fragen uns, ob wir noch einmal wiederkommen?
Inch Allah!

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